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Räikkönen Schlüsselfigur im Fahrerkarussell

08.09.2013, 12:19 Uhr | dpa

Spannung verheißt das Rätselraten über eine Rückkehr von Kimi Räikkönen zu Ferrari.

Spannung verheißt das Rätselraten über eine Rückkehr von Kimi Räikkönen zu Ferrari. (Quelle: dpa)

Monza (dpa) - Das Fahrerkarussell dreht sich in dieser Saison bisher langsam. Sebastian Vettel weiß inzwischen, wer sein neuer Teamkollege bei Red Bull ist, und bei Mercedes haben Nico Rosberg und Lewis Hamilton langfristige Verträge.

Aber ansonsten sind in der Formel 1 noch einige Top-Personalien offen. Am spannendsten ist, ob Kimi Räikkönen zu Ferrari zurückkehrt oder bei Lotus bleibt. "Es ist noch viel Zeit bis zur Entscheidung", sagte der Finne in Monza vor dem Großen Preis von Italien gelassen. Vielleicht gibt die Scuderia ja auch Felipe Massa eine weitere Chance. Nico Hülkenberg und Adrian Sutil wissen ebenfalls noch nicht, wie es für sie weitergeht.

Räikkönen ist die Schlüsselfigur im ganzen Transfer-Geschacher. Er ist der einzige Grand-Prix-Star, der wirklich auf dem Markt ist, da sein Vertrag ausläuft. Auch wenn die Option Red Bull durch die Verpflichtung des Nachwuchsmannes Daniel Ricciardo geplatzt ist, hat Räikkönen reizvolle Alternativen. "Sie wollten offenbar etwas anderes als wir. Manchmal verhandelt man mit jemand und man kommt einfach nicht zusammen", kommentierte der Iceman das Scheitern der Gespräche mit dem Rennstall seines Kumpels Vettel.

Lotus buhlt seit Monaten um eine Fortsetzung der äußerst erfolgreichen Partnerschaft. Weil das nicht so finanzstarke Team Räikkönen wohl immer noch Punkteprämien schuldet, lässt sich dieser Zeit. "Sie kennen die Gründe, warum es mit den Verhandlungen gerade nicht weitergeht", ließ der Weltmeister von 2007 wissen. "Bis sie gewisse Dinge nicht geregelt haben, werden wir nicht über nächstes Jahr sprechen. So einfach ist das."

Schließlich hat auch Ferrari großes Interesse an dem Finnen. Eine Rückkehr Räikkönens zu den Roten würde nicht einer gewissen Ironie entbehren: Ende 2009 bezahlten ihm die Italiener einen zweistelligen Millionenvertrag, damit er sein Cockpit für Fernando Alonso räumte. Nun ködert Ferrari Räikkönen erneut mit Millionen.

Beide Seiten haben kein Problem mit dieser skurrilen Situation. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo versicherte vor dem Heimrennen: "Was war denn? Kimi gewann mit uns einen WM-Titel. Er ist ein guter Fahrer." Räikkönen hat die damalige Trennung ebenfalls abgehakt. "Ich habe nichts gegen sie", sagte er. "Manche Dinge hätten anders laufen können. Aber die Vergangenheit ist für mich abgeschlossen."

Ob Ferrari 2014 tatsächlich mit dem Top-Duo Alonso/Räikkönen antritt, was auch viel Sprengkraft und Konfliktstoff garantiert, wird sich möglicherweise nicht so schnell entscheiden. "Wir lassen uns Zeit. Es gibt keinen Grund zu Hektik", sagte Teamchef Stefano Domenicali. "Wir wollen die richtige Entscheidung treffen."

Die Scuderia hat zahlreiche Optionen. Felipe Massa, dessen Abschied nach acht Jahren beschlossene Sache schien, hat plötzlich wieder gute Chancen auf einen neuen Kontrakt. "Wir unterstützen Felipe, weil er ein prima Kerl und ein guter Teamplayer ist", sagte Domenicali.

Massa wäre sicher die einfachste Lösung: Der 32-Jährige kennt das Team aus dem Effeff, ist pflegeleicht und steht für Konstanz. Angesichts der einschneidenden technischen Veränderungen im nächsten Jahr könnte dies ein Vorteil für ihn sein. "Es gibt eine gute Chance, bei Ferrari bleiben zu können. Ich muss einfach beste Leistungen bringen", sagte Massa vor dem Europafinale.

Hülkenberg und Sutil kämen dann bei der Scuderia ins Spiel, wenn Räikkönen bei Lotus verlängern und Ferrari Massa trotzdem nicht behalten würde. Für den Fall gibt es aber auch andere Kandidaten. Hülkenberg, der vor ein paar Monaten seinen Vertrag bei Sauber wegen ausstehender Gehaltszahlungen gekündigt hat, wird zudem mit Lotus in Verbindung gebracht. "Ich hoffe auf ein gutes Auto", sagte der 26-Jährige. "Es ist möglich, dass ich auch nächstes Jahr für Sauber fahre." Bei Force-India-Pilot Sutil ist alles offen: "Ich habe noch keine Verhandlungen geführt."

08.09.2013, 12:19 Uhr | dpa

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