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Motorsport  

Mercedes will kein Trainingschampion sein

25.02.2014, 13:37 Uhr | dpa

Mercedes will kein Trainingschampion sein. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff warnt vor verfrühter Euphorie.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff warnt vor verfrühter Euphorie. Foto: Jens Buettner. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Vorteil ja, Vorentscheidung nein - Herausforderer Mercedes will knapp drei Wochen vor dem Formel-1-Start nicht in Euphorie verfallen. Dass das deutsche Werksteam vor den finalen Testrunden in Bahrain zuletzt für die klaren Bestzeiten sorgte, muss nichts heißen.

"Wir haben auch in den vergangenen Jahren beim Testen immer wieder gut ausgesehen. Trainingsweltmeister hat es schon viele gegeben", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Gleichwohl sagte er auch dies: "Wir können vorsichtig optimistisch sein."

Mercedes ist aber bemüht, sich nicht in die Favoritenrolle drängen zu lassen. Über 3060 Kilometer legte der neue F1 W05 in den bisherigen acht Testtagen zurück. Kein anderes Team schaffte mehr. Dazu die Bestzeit für Nico Rosberg in Bahrain in der vergangenen Woche in Bahrain - vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton.

Mercedes spulte als erster eine Rennsimulation schon beim Testauftakt in Jerez ab. Bei den zweiten Probefahrten war es das erste Team mit einer simulierten Qualifikationsrunde. Und auch die Kundenteams McLaren und Williams ließen aufhorchen.

"Wir haben uns lange auf diese Saison vorbereitet. Und es zeigt sich jetzt auch, dass wir mit der richtigen Vorbereitung zumindest vernünftig zum Testen kommen. Jeder Kilometer ist wertvoll", betonte Wolff. Das weiß auch Red Bull. Allein die Umsetzung klappt beim Titelverteidiger bislang überhaupt nicht: Vierfach-Champion Sebastian Vettel und sein neuer Teamkollege Daniel Ricciardo schafften im RB10 mit Renault-Antrieb gerade mal gut 700 Kilometer.

Aber wie kann das sein? Red Bull ist das dominierende Team der vergangenen vier Jahre. "Es ist eine neue Generation an Formel-1-Autos. Eine Generation, die technisch viel anspruchsvoller ist", erklärte Wolff und meinte damit die größte technische Regelreform der Königsklasse.

Turbo- statt Saugmotoren, ein komplexes Hybridsystem mit 160 Zusatz-PS, veränderte Aerodynamik. Die Autos sind diesmal komplett neu und keine mehr oder weniger große Weiterentwicklungen von Vorjahresmodellen. Zu kämpfen haben damit alle. Auch Mercedes. Haltbarkeit der mit Elektronik belandenen High-Tech-Fahrzeuge ist das Schlagwort. "Auch wir sind immer wieder stehengeblieben bei längeren Runs", betonte Wolff.

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"Wenn man in den ersten Rennen das Ziel erreicht, wird man ein gutes Resultat erzielen", prophezeite bereits Fernando Alonso. Sein Ferrari lief auch gut, aber nicht immer. Der FT14 hatte ebenfalls Aussetzer, ob bei dem zweimaligen Weltmeister aus Spanien oder bei seinem neuen Teamkollegen Kimi Räikkönen. Aber selbst ein zuverlässiges Auto muss nicht gleich ein Podest- oder Sieggarant sein.

Mitentscheidend ist im PS-Sport Formel 1 freilich immer noch der Speed. "Wo wir von der Geschwindigkeit her stehen, ich weiß es nicht", meinte Ferrari-Rückkehrer Räikkönen.

Klar ist hingegen, dass Red Bull mächtig hinterherhinkt. Selbst wenn zunächst Ricciardo und dann Vettel von Donnerstag bis Sonntag in der Wüste von Sakhir Runde um Runde drehen: An Mercedes, McLaren oder auch Ferrari wird das Team diesbezüglich nicht herankommen. Während die Silberpfeile weitere Systemchecks machen können und Starts oder ähnliches üben werden, muss der RB10 erst noch auf seine weiteren Kinderkrankheiten untersucht werden.

Dies ist kein Indiz für eine Vorentscheidung im langen Titelrennen mit 19 Grand Prix. Aber letztlich ist es doch ein Plus im Kampf um die Krone, weiß auch Wolff: "Es kann sein, dass ein Team den einen oder anderen Vorteil aus dem Winter mitnimmt. Diesen Vorteil gilt es zu halten."

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