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McLaren wieder WM-Kandidat: "Wir sind hier, um zu gewinnen"

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Motorsport  

McLaren wieder WM-Kandidat: "Wir sind hier, um zu gewinnen"

28.03.2014, 10:47 Uhr | dpa

McLaren wieder WM-Kandidat: "Wir sind hier, um zu gewinnen". Jenson Button zählt mit dem McLaren Mercedes zu den Titelaspiranten.

Jenson Button zählt mit dem McLaren Mercedes zu den Titelaspiranten. Foto: Diego Azubel. (Quelle: dpa)

Sepang (dpa) - McLaren mischt wieder voll mit. Sechs Jahre nach dem letzten Fahrertitel durch Lewis Hamilton und sogar 16 Jahre nach der letzten Konstrukteurs-Trophäe zählt das Traditionsteam wieder zu den aussichtsreichen WM-Kandidaten in der Königsklasse.

"Wir sind hier, um zu gewinnen", umriss Ron Dennis vor dem Großen Preis von Malaysia kurz und knapp das Ziel. Und Jenson Button, 2009 mit BrawnGP letzter Formel-1-Champion vor der beeindruckenden Serie von Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel, versicherte in Sepang: "Mit dem MP4-29 können wir definitiv Rennen gewinnen."

Beim Saisonauftakt in Melbourne untermauerte McLaren seine neue Stärke. Rookie Kevin Magnussen und Routinier Button belegten hinter dem souveränen Sieger Nico Rosberg überraschend die Plätze zwei und drei. McLaren übernahm damit gleich die Führung in der Team-Wertung. Mit dieser starken Vorstellung bestätigte der Rennstall seine vielversprechenden Leistungen von den Testfahrten. Dass Button seinen 50. Podestplatz nur wegen der nachträglichen Disqualifikation von Vettels Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo geschenkt bekam, schmälert den überzeugenden McLaren-Auftritt nicht.

Bei der Hitzeschlacht in Sepang soll es noch besser werden. "Wir sind 0,5 Sekunden schneller als in Melbourne", kündigte Dennis einen großen Schritt nach vorn an. Mit der Rückkehr des 66 Jahre alten Briten in die Formel 1 ist ein spürbarer Ruck durch das Team gegangen. 

Offiziell fungiert Dennis weiterhin "nur" als Geschäftsführer der McLaren Group. Aber faktisch führt er das Kommando, auch wenn der von Lotus geholte Eric Boullier Renndirektor ist. "Es ist gut, dass Ron zurück ist", urteilte Button in Malaysia. "Er tritt uns auf die Füße, wenn es nötig ist." Im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag-Ausgabe) sagte er: "Er hat dieses Team aufgebaut und so viele Titel gewonnen. Dorthin, an die Spitze, wollen wir zurückkehren, und dabei wird uns Ron helfen."

Dennis musste im Zusammenhang mit dem Spionage-Skandal um Ferrari 2007 als Teamchef zurücktreten. Zudem musste der Rennstall die Rekordstrafe von 100 Millionen Dollar an den Internationalen Automobil-Verband FIA bezahlen. Von diesen Rückschlägen und Belastungen scheint sich McLaren erholt zu haben. 

Button spricht schon vom WM-Titel. "Ich will Sebastian die Nummer 1 wieder abnehmen", sagte der mit 34 Jahren zweitälteste Fahrer im Feld. Aber dass dies kein Selbstläufer wird, stellte Button gegenüber der "FAZ" auch klar: "Den Glauben darfst du nie verlieren. Aber das Leben in der Formel 1 ist unberechenbar, das habe ich gelernt in all den Jahren und deshalb will ich nicht allzu weit voraus schauen." 

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Button und Magnussen sehen das Mercedes-Werksteam momentan noch deutlich vorn. "Aber wir machen Druck", betonte der Brite. Um sich optimal für den zweiten Saisonlauf vorzubereiten, flogen er und sein junger Teamkollege nach dem Australien-Grand-Prix trotz des Reisestresses in die Fabrik nach Woking zurück, um dort an der Weiterentwicklung des MP4-29 mitzuwirken. Danach machte sich der Hobby-Triathlet in einem Trainingscamp fünf Tage lang intensiv für die Hitze und die extreme Luftfeuchtigkeit beim Tropen-Grand-Prix fit. "Ich bin für das Wochenende vorbereitet", versicherte Button.

Magnussen bleibt trotz seiner fantastischen Premiere bescheiden. "Ich versuche, mein Bestes zu geben", sagte der 21 Jahre junge Däne. Zugleich sprüht der Sohn des ehemaligen Formel-1-Piloten Jan Magnussen vor Ehrgeiz: "Wir haben noch nichts gewonnen. Wir sind noch nicht dort, wo wir sein wollen, aber nicht weit weg." Dennis traut dem systematisch von McLaren aufgebauten Talent zu, "eines Tages Weltmeister zu werden". Magnussen stünde dann in einer Reihe mit Größen wie Niki Lauda, Ayrton Senna, Alain Prost oder Mika Häkkinen.

Bislang zwölf Fahrertitel, acht Team-Trophäen, 182 Siege und 155 Pole-Positions zählen zu den eindrucksvollen Erfolgen des nach Ferrari zweitältesten Rennstalls. Es wäre überraschend, wenn Button und Magnussen diese Bestmarken nicht wenigstens teilweise steigern könnten.

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