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"Alle sind schuld": Senna-Schwester kann nicht vergessen

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Motorsport  

"Alle sind schuld": Senna-Schwester kann nicht vergessen

28.04.2014, 09:22 Uhr | dpa

"Alle sind schuld": Senna-Schwester kann nicht vergessen. Viviane Senna beschäftigt sich mit dem Unfalltod ihres Bruders Ayrton.

Viviane Senna beschäftigt sich mit dem Unfalltod ihres Bruders Ayrton. Foto: David Ebener. (Quelle: dpa)

São Paulo (dpa) - Am 1. Mai 1994 verunglückte der dreimalige Formel-1-Weltmeister Ayrton Senna beim Großen Preis von San Marino in Imola tödlich. Mit etwa 220 km/h prallte der damals 34 Jahre alte Brasilianer in seinem Williams-Renault in der Tamburello-Kurve gegen eine Betonmauer.

Auch 20 Jahre danach kann seine Schwester Viviane (55), die das Ayrton-Senna-Institut für bedürftige Kinder leitet, die schrecklichen Bilder nicht vergessen: Für den Tod ihres Bruders seien viele verantwortlich, sagt sie im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Wer war Ayrton Senna, was war er für ein Mensch?

Viviane Senna: Mehr als für die Tatsache, dass er drei Meisterschaften gewonnen hat und weltweit als ein besonderer Pilot anerkannt war, wird Ayrton für seine Werte, seine Haltung und seine Einstellung bewundert. Dies begründete seine Siege. Biss zu haben, Entschlossenheit, nicht aufzugeben, Beharrlichkeit, Hingabe, 300 Prozent zu geben, die Perfektion zu suchen, sich anzustrengen: All das gehört dazu. Ayrton verbrachte mehr Zeit als jeder andere Pilot auf der Strecke, lief sie ab, um jede Kurve zu kennen. Die Menschen bewundern nicht nur den erfolgreichen Fahrer, sondern diese Summe an Werten, den Menschen hinter dem Piloten.

Wer wäre der heutige Ayrton Senna?

Senna: (Lewis) Hamilton erinnert mich sehr an Ayrton, weil er ein sehr schneller und kühner Pilot ist. Und ein sehr entschlossener auch.

Was sagen Sie heute zu Alain Prost, damals der größte Rivale ihres Bruders?

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Senna: Alain hat im Leben von Ayrton eine große Rolle gespielt. Ich glaube, Ayrton wäre ohne Alain nicht das geworden, was er wurde. Und Alain wäre ohne Ayrton nicht das, was er geworden ist.

Ist das Auto heute wichtiger als der Fahrer?

Senna: Absolut. Heute ist es egal, ob der Pilot gut oder schlecht ist. Was zählt, sind die technischen Aspekte, die Macht, das politische Spiel und das Geld. Mehr als sonst, mehr als zu Ayrtons Zeiten.

Die Sicherheit hat aber zugenommen.

Senna: Das ist sehr positiv. Es gibt keine Unfälle mehr, und wenn es doch mal einen schweren Unfall gibt, gibt es keine Toten. Der Fortschritt in dieser Hinsicht ist unglaublich.

Gab es einen Verantwortlichen für Ayrtons Unfall oder war es einfach Schicksal?

Senna: Ich glaube, eine Summe von Faktoren hat zu seinem Tod geführt. Erstens die Änderung des Regelwerks von einem Jahr auf das nächste. Der selbe Wagen der - wie Williams - das eine Jahr hervorragend lief, verwandelte sich im Jahr darauf in eine Karre. Ayrton selbst sagte, dass sein Auto unlenkbar geworden sei, wie eine Karre. Er konnte den Wagen nicht fahren, weil alle elektronischen Teile, die zu dem Konzept gehörten, ausgebaut worden waren. Die Aerodynamik hatte sich auch geändert. Es gab nicht genügend Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Und dann war da das Problem mit dieser Kurve, in der es schon mehrere schwere Unfälle gegeben hatte. Der Asphalt der Piste war höher als die Schikane. Der Wagen flog durch die Luft und prallte frontal auf. Das ist die schlimmste Kollision, die es gibt. Dann war da noch das Problem mit der schlecht geschweißten Lenksäule.

Also mehrere Fehler?

Senna: Eine Summe von Irrtümern bei der Leitung, dem Reglement, der Sicherheit, den Entscheidungen in der Formel 1 und in den Teams. Völlig wahnsinnig, völlig verkehrt. Es hatte bereits einen tödlichen Unfall an diesem Wochenende gegeben. Die Fahrer waren in Aufruhr, Ayrton war einer der Piloten, die mehr Sicherheit forderten. Das wurde aber nicht ausreichend berücksichtigt. Es mussten Ayrton und (Roland) Ratzenberger sterben, damit die Maßnahmen getroffen wurden, die vorher hätten getroffen werden müssen.

Aber in dem Verfahren wurden keine Verantwortlichen gefunden.

Senna: Alle sind schuld, alle waren beteiligt. Bei geeigneten Verhältnissen hätte ein einziges Element nicht zu diesem Ausgang geführt. Hätte die Lenksäule nicht dieses Problem gehabt, hätten die anderen Faktoren auch nicht die Wirkung gehabt, die sie gehabt haben. Alle, alle sind sie schuld an diesem Tod.

Haben Sie verzeihen können?

Senna: Eigentlich spielt das überhaupt keine Rolle mehr: Ayrton ist nicht mehr da.

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