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Motorsport  

Vettel braucht Neustart: Attacke auf Silber

07.05.2014, 13:39 Uhr | dpa

Vettel braucht Neustart: Attacke auf Silber. Sebastian Vettel wartet noch immer auf seinen ersten Saisonsieg.

Sebastian Vettel wartet noch immer auf seinen ersten Saisonsieg. Foto: Diego Azubel. (Quelle: dpa)

Barcelona (dpa) - Noch einmal silberne Festspiele in der Formel 1 will Sebastian Vettel nicht ertragen müssen. "Das Ziel ist es, möglichst schnell als Team dafür zu sorgen, dass der Stern untergeht", betonte der in dieser Saison noch sieglose Vierfach-Champion.

Für Vettel soll der Europa-Auftakt der Motorsport-Königsklasse am Sonntag in Barcelona der Neustart für seine fünfte WM-Mission werden. Auf dem Gradmesser-Kurs, wo bislang weder der aktuelle Seriensieger Lewis Hamilton noch sein Mercedes-Kollege Nico Rosberg in der Formel 1 gewinnen konnten, gilt es für den 39-maligen Grand-Prix-Sieger. Läuft der Red Bull dort gut, darf Vettel sich weiter Hoffnungen auf den Titel-Fünferpack à la Michael Schumacher machen.

Es wird aber schwer für den Sieger von 2011 auf dem Circuit de Catalunya beim Großen Preis von Spanien an diesem Sonntag. Vor allem Hamilton, der die Rennen in Malaysia, Bahrain und China jeweils vor Rosberg gewann, scheint in der Form seines Lebens zu sein. "Ich habe auf dieser Strecke noch nie gewonnen, aber ich habe gerade einen Lauf und hoffe, dass es in diesem Jahr klappen wird", betonte Hamilton. Der Champion von 2008 sei "nahe an der Perfektion", lobte jüngst Hamiltons britischer Landsmann Nigel Mansell.

Vier Punkte fehlen Hamilton noch auf Rosberg, der mit 79 Zählern die WM-Wertung anführt - und so gar nicht gewillt ist, sie im knallharten Duell mit seinem Stallrivalen herzugeben. Nach einem Treffen mit Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski schrieb Rosberg in dieser Woche: "Wir können beide große Dinge in diesem Jahr erreichen..."

Gemeint ist nichts weniger als der WM-Titel für Kicker Podolski in Brasilien und Rennfahrer Rosberg womöglich beim Saisonfinale Abu Dhabi. Doch auch Mercedes, das Maß der Dinge bisher, ist gewarnt. "Wir haben bereits gesehen, dass unsere Rivalen unermüdlich daran arbeiten, den Rückstand auf uns aufzuholen", betonte Motorsportchef Toto Wolff. Um die eigene Mannschaft optimal einzustellen, zog das Team zuletzt sogar einen renommierten Sportpsychologen, der selbst einst Kapitän der neuseeländischen Fußball-Nationalmannschaft war, zurate.

Ob Psychohilfe bei den Silberpfeilen oder vermeintlicher Wundersprit bei Red Bull - vor allem in Spanien gilt es für beide Teams zudem den Lokalmatadoren Fernando Alonso im Auge zu behalten. Als WM-Dritter mit 41 Punkten vor dem deutschen Überraschungsvierten Nico Hülkenberg (Force India) ist der Ferrari-Star zumindest nominell auch der erste Mercedes-Verfolger. "Mir ist allerdings klar, wem die Fans in Barcelona am meisten die Daumen drücken werden!", räumte Hamilton, einst Teamkollege Alonsos bei McLaren, bereits ein.

Daumendrücken allein wird keinem helfen. Vor allem Vettel nicht. "Es gibt nicht viele Möglichkeiten zu überholen", meinte der Heppenheimer: "Daher ist es entscheidend, sich in der Qualifikation einen guten Startplatz zu sichern." Problem nur: In drei der bisher vier K.o.-Ausscheidungen war Vettel sogar schlechter als sein neuer Teamkollege Ricciardo. Startplatz eins ging stets an einen Mercedes.

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Und auf der Strecke musste Vettel seinen Stallrivalen zuletzt in China sogar - wenn auch widerwillig - auf Geheiß des Kommandostandes vorbeiziehen lassen. "Es ist nicht immer schön, wenn Du gesagt bekommst, Du sollst Platz machen. Es ist nicht schön, das langsamere Auto zu sein, das ist frustrierend", sagte Ricciardo. Bislang saß er meist im schnelleren Auto.

Für das Europa-Rennen sollen der Sprit für die Red Bulls überarbeitet und die Leistung der Renault-Antriebsstränge optimiert werden. "Alles in allem sieht es vielversprechend aus", sagte Renaults Strecken-Chef Remi Taffin, allerdings ohne in Optimismus zu verfallen. Spätestens nach dem Rennen in Spanien und dem Klassiker in Monaco soll sich die Leistung der sogenannten Power Units aber den 100 Prozent nähern. Gegen die Sternenflotte könnte das indes ein bisschen spät sein.

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