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Nach Singapur: Rosbergs F1-Frustbewältigung im Urlaub

22.09.2014, 14:26 Uhr | dpa

Motorsport - Nach Singapur: Rosbergs F1-Frustbewältigung im Urlaub. Nico Rosberg nach seinem Aus in Singapur.

Nico Rosberg nach seinem Aus in Singapur. Foto: Tim Chong. (Quelle: dpa)

Singapur (dpa) - Die Pannenstatistik des Formel-1-Mercedes wird Nico Rosberg auch im Kurzurlaub auf Thailand mit Ehefrau Vivian noch verfolgen.

Ob beim Gruppenfoto mit dem Team, das ihn wie den Singapur-Sieger und neuen WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton mit großem Applaus empfing oder bei seiner traditionellen Video-Botschaft tief in der Nacht: Rosberg konnte und wollte die Enttäuschung über sein unverschuldetes Aus beim Nachtrennen nicht verhehlen. "Ich muss das verarbeiten", sagte er.

Immerhin konnte sich der 29 Jahre alte Deutsche nach dem Verlust der WM-Führung zu einer kämpferischen Ansage für das kommende Rennen in Japan aufrappeln: "Volle Attacke in Suzuka." Was anderes bleibt ihm auch nicht übrig im knallharten Duell um den WM-Titel mit seinem Teamkollegen. Zu "verdanken" hat er das einem erneuten Defekt am Silberpfeil. "Der Deutsche kam als Spitzenreiter nach Singapur und reiste mit dem Gefühl ab, einen großen Teil seiner Arbeit dieses Jahres ins Klo geworfen zu haben", formulierte es Spanies "El País".

Auch Hamilton erwischte es in dieser Saison allerdings schon mehr als einmal. "Ich würde mir den Arm noch mal brechen, wenn wir damit die Probleme mit der Zuverlässigkeit stoppen würden", sagte Mercedes' Motorsportchef Toto Wolff laut "autosport.com" - vor einigen Wochen hatte er sich bei einem Radunfall verletzt.

Zwar sind es nur drei Zähler, die Rosberg im faszinierenden WM-Kampf der Silberpfeile zurückliegt. Aber Hamilton ist an der Spitze entschlossener denn je, den Thriller in vermutlich 19 Kapiteln mit dem Finale in Abu Dhabi für sich zu entscheiden: "Wenn ich keine Rennen mehr in meinem ganzen Leben fahre, ist das okay. Aber diese kommenden fünf Rennen müssen es sein!"

Von der Führung will er sich nicht verführen lassen. Er wirkt nicht übermütig, aber überzeugt. Nach zwei Siegen in Serie von der Pole aus hat der 29 Jahre alte Weltmeister von 2008 dazu auch allen Grund. Er sei froh, in Bestform zu sein, meinte er. "An solchen Tagen zeigen Fahrer wie Lewis, was den Unterschied zwischen einem Star und einem Superstar ausmacht", lobte ihn Wolff für die Singapur-Leistung.

Zum zweiten Mal erst in dieser Saison musste Rosberg die Führung im Klassement abgeben. Das erste Mal war am 11. Mai nach Hamiltons Sieg in Spanien. Diesmal konnte der gebürtige Wiesbadener dem Briten gar nicht Paroli bieten: Ein defektes Kabel in der Lenksäule war Schuld, nichts ging mehr. Auch zum Leidwesen von Hamilton. "Ich wollte diesen engen Kampf haben. Ich genieße die Intensität", meinte der 29-malige Grand-Prix-Sieger.

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"Das Glück ist auf Lewis Hamiltons Seite. Der Mercedes lässt Nico Rosberg im Stich", schrieb der britische "Telegraph". "Nico Rosbergs türkise Handschuhe winkten aus dem Cockpit seines kränkelnden Mercedes ab. Und so, nach vier Monaten Pech, Schmerz und Groll, bekam Lewis Hamilton die WM-Führung", befand der "Daily Mail".

Schon in Japan kann sich die Konstellation auf den Plätzen eins und zwei wieder ändern. "Auf das Momentum gebe ich nichts", meinte Hamilton. Seine bis Singapur einzige Führung im Frühjahr hielt auch nicht lange: "Ein Ausfall und alles sieht wieder anders aus."

Auf dem Kurs in Suzuka konnten weder Hamilton noch Rosberg jemals gewinnen. Hamilton schaffte es 2009 auf den dritten Platz im McLaren-Mercedes, Rosberg wurde im selben Rennen im Williams Fünfter. In vier der vergangenen fünf Rennen siegte Vettel, der ebenso wie der Singapur-Dritte Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull den Mercedes-Titelkämpfern auch in den weiteren Rennen noch Punkte in deren direktem Duell abnehmen könnte.

Um sich perfekt auf den 15. Saisonlauf vorzubereiten, bleibt Rosberg in Asien. Vor einem Jahr hatte der gebürtige Wiesbadener mit Wohnsitz in Monaco erhebliche Jetlag-Probleme beklagt. Wenige Stunden nach dem Rennen verließ er also mit Gattin und Trösterin Vivian den Ort des für ihn diesmal unglücklichen Geschehens.

Hamilton genoss derweil hoch oben von einem Wolkenkratzer den Sonnenaufgang. "Es ist so schön hier heute morgen in Singapur", schrieb er am Montag unter ein Foto, das ihn lässig mit Hut und Sonnenbrille zeigt, den Blick zum Horizont, wo sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen. "Im Spiel der Prognosen für den Titel ist er jetzt Favorit", schrieb Frankreichs Sportblatt "L'Equipe".

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