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Michael-Schumacher-Homepage wird zum Titel-Jahrestag reaktiviert

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Anlässlich des ersten WM-Titels  

Homepage von Michael Schumacher wird reaktiviert

12.11.2014, 16:47 Uhr | t-online.de, dpa

Michael-Schumacher-Homepage wird zum Titel-Jahrestag reaktiviert. Zum Gesundheitszustand von Michael Schumacher gibt es keine Neuigkeiten. (Quelle: dpa)

Zum Gesundheitszustand von Michael Schumacher gibt es keine Neuigkeiten. (Quelle: dpa)

Die Homepage von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher wird anlässlich des 20. Jahrestages seines ersten WM-Triumphs am 13. November 1994 neu gestartet. "Sie soll den vielen Fans weltweit, deren Anteilnahme nach seinem Unfall noch immer ungebrochen ist, eine Heimat geben", schrieb seine Managerin Sabine Kehm in einer Pressemitteilung und kündigte einen eigenen Fan-Bereich mit Twitter-Nachrichten an.

Zum gesundheitlichen Zustand von Schumacher machte Kehm keine Angaben. Der mittlerweile 45 Jahre alte Ex-Pilot war am 29. Dezember 2013 in Méribel beim Skifahren verunglückt. Er hatte ein schweres Schädel-Hirntrauma erlitten. Nach Monaten im künstlichen Koma befindet sich Schumacher nach Angaben vom 9. September wieder zu Hause am Genfer See. Dort setzt er seine langfristige Rehabilitation fort. Bislang steht auf der Homepage (www.michael-schumacher.de) eine Danksagung von Schumachers Familie für die riesige Anteilnahme.

"Es war unbeschreiblich"

Die Schumacher-Fans haben die Bilder vor 20 Jahren noch im Kopf, wie der damals junge Kerpener nach einem hochbrisanten Crash-Finale seinen ersten WM-Titel feierte. Zunächst stand der 25-Jährige hilflos an der Rennstrecke in Adelaide, wartete auf seinen ärgsten Rivalen Damon Hill. Der Williams-Pilot kam aber nicht mehr. Ein Ordner flüsterte Schumacher schließlich ins Ohr, dass er tatsächlich den WM-Titel geholt hatte. "Es war schrecklich, da draußen warten zu müssen", erinnerte sich Schumacher später. "Aber es war unbeschreiblich, als es dann endlich feststand."

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Es war der Startschuss für tagelange Feierlichkeiten. Es war der Beginn einer bis heute einzigartigen Ära. Und es war der Anfang des ganz normalen "Schumi-Wahnsinns" in Deutschland. 1995 folgte im Benetton unter Teamchef Flavio Briatore und Strategie-Genie Ross Brawn der zweite Titel, dann der Wechsel zu Ferrari. 1997 kostete Schumacher der folgenreiche Rammstoß im Finale von Jerez gegen Jacques Villeneuve noch den ersten Titel mit dem italienischen Traditionsteam. 2000, 2001, 2002, 2003 und 2004 war Schumacher dann nicht mehr zu stoppen.

Schumacher widmete Senna den Titel

Kaum ein anderer polarisierte aber auch wie Schumacher. Ergriffen widmete er in Adelaide seinen Titel 1994 dem rund ein halbes Jahr zuvor in Imola ebenso wie Roland Ratzenberger tödlich verunglückten Ayrton Senna. Auf der Strecke in Australien hatte sich Schumacher zuvor indes kompromisslos wie immer gezeigt. Wegen Missachtung der Schwarzen Flagge in Silverstone war er während der Saison sogar für zwei Rennen gesperrt worden. Zudem waren ihm die Punkte für den Großbritannien-Grand-Prix und auch das Rennen in Belgien wegen eines nicht regelkonformen Unterbodens gestrichen worden.

Dennoch trat der achtfache Saisonsieger Schumacher mit einem Punkt Vorsprung auf Hill im 16. und letzten Saisonrennen an. In der 36. Runde kam Schumacher - vor Hill liegend - von der Strecke ab, touchierte mit seinem Benetton die Streckenmauer. Er kehrte aber zurück auf den Asphalt, Hill hatte die Situation erkannt. Er versuchte, sich direkt in der nächsten Kurve innen vorbeizuschieben. Die Wagen berührten sich, Schumachers Auto hob ab, und landete in den Reifenstapeln. Hill konnte weiterfahren - aber auch nicht mehr lange.

Die Presse tobte: "Betrug"

Die WM war entschieden. In Hills Heimat tobte die Presse. "Betrug - Schu, der Bumser, raubt Damon den Ruhm und 1,6 Millionen Pfund. Von einem Sonntagsfahrer hätte man erwarten können, dass er einem quer über die Fahrbahn vors eigene Auto zieht, nicht aber vom Weltmeister", schrieb der britische "Daily Mirror". Auch in Italien, das Schumacher einige Jahre später hymnisch verehren sollte, ging man mit dem Deutschen hart ins Gericht. "Schumacher, der Rausschmeißer, wird Champion der Autoskooter", meinte der "Corriere della Sera".

Nur Hill gab sich direkt nach der großen Enttäuschung fair, objektiv und sportlich. "Ich fürchte, das ist Rennfahren", sagte der Brite - keine Vorwürfe, keine Anfeindungen. "Am Montagmorgen kam Damon Hill zu mir an den Frühstückstisch und hat mit gratuliert - das ist eigentlich der schönste Moment für mich gewesen", sagte Schumacher damals im ZDF-"Sportstudio".

Aus dem Rennroboter wurde der Mensch

Sieben WM-Titel, 91 Siege, 68 Pole Positionen - alles Rekorde, die Schumacher in seiner Karriere von 1991 bis Ende 2006 aufgestellt hat. Ein Sieg oder gar der ersehnte achte Titel kam in seinen drei Comeback-Jahren am Steuer von Mercedes nicht mehr hinzu. Aus dem Rennroboter wurde aber vor allem der Mensch hinter der Maschine.

Früher gewann Schumacher Rennen, Titel und Respekt. Bei seiner zweiten Formel-1-Karriere 2010 bis Ende 2012 gewann Schumacher vor allem Sympathien. Seit seinem Ski-Unfall leiden seine Fans weltweit mit ihm.

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