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Wirrwarr um Deutschland-GP - F1-Boss: Publikum "lausig"

03.02.2015, 16:09 Uhr | dpa

Motorsport - Wirrwarr um Deutschland-GP - F1-Boss: Publikum "lausig". Bernie Ecclestone will versuchen, das Deutschland-Rennen noch zu retten.

Bernie Ecclestone will versuchen, das Deutschland-Rennen noch zu retten. Foto: Harald Schneider. (Quelle: dpa)

Jerez de la Frontera (dpa) - Bernie Ecclestone hat binnen weniger Stunden für große Verwirrung um das Formel-1-Rennen in Deutschland diesem Jahr gesorgt und die Zuschauer für ein mögliches Aus mitverantwortlich gemacht.

Der 84 Jahre alte Geschäfsführer bezeichnete in einem Gespräch der britischen Nachrichtenagentur Press Association das deutsche Publikum als "lausig. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist, es gibt doch einen deutschen Hersteller mit Mercedes, der Weltmeister ist und es gibt in Sebastian Vettel einen Fahrer, der viermal nacheinander die WM gewonnen hat." Dennoch seien nicht genug Tickets verkauft worden.

Auf der Homepage des Nürburgrings taucht der Grand Prix nicht auf. Dennoch brachten sich die Verantwortlichen des Eifel-Rings noch einmal ins Gespräch. Im Interesse der Region und der Motorsportfreunde sei man als Mehrheitsgesellschafter der Ring-Besitzgesellschaft bereit, einen "vertretbaren Verlust" hinzunehmen, sagte der Aufsichtsratschef der NR Holding, Michael Lemler, der "Rhein-Zeitung". Insgesamt müsse das Rennen aber betriebswirtschaftlich sinnvoll sein.

Die Verantwortlichen des Hockenheimrings wollten die jüngsten Aussagen von Ecclestone und die vermeintliche Absage des Rennens in einem Fax an die "Rhein-Zeitung" tags zuvor nicht kommentieren. Das Büro von Geschäftsführer Georg Seiler richtete der Deutschen Presse-Agentur schriftlich aus, dass Seiler keine Stellungnahme abgeben werde. Vermutlich befinden sich Ecclestone und der Ring in Baden in der heißen Verhandlungsphase. Und Ecclestone macht Druck mit seinen Stellungnahmen. Eine Formel-1-Saison ohne ein Rennen in Deutschland hat es zuletzt 1960 gegeben.

"Für Deutschland und Mercedes wäre es eine Katastrophe, wenn es kein deutsches Rennen gibt, denn es gehört definitiv zu den Traditions-Events", sagte Mercedes-Teamaufsichtsratschef Niki Lauda der "Sport-Bild". Der dreimalige Weltmeister und Ecclestone-Kenner hofft, dass alles nur "Säbelrasseln" ist. Es wäre nicht das erste Mal, wenn es um neue Verträge mit Streckenbetreibern geht.

Und für das Rennen, das eigentlich am 19. Juli gestartet werden soll, gibt es nach Ecclestones Aussagen weder einen Vertrag mit dem Nürburgring, der an der Reihe wäre, noch mit dem Hockenheimring. "Wir versuchen es hinzubekommen, wir versuchen ihnen zu helfen", beteuerte Ecclestone. Seit 2009 wechseln sich die beiden Kurse jährlich ab. Auch damals hatten bereits finanzielle Gründe den Ausschlag gegeben, nachdem es zu den Hochzeiten der Formel 1 im Autobauerland Deutschland auch schon jährlich zwei Rennen gegeben hatte.

In einem Fax an die "Rhein-Zeitung" hatte Ecclestone am Montag sogar erklärt, dass in diesem Jahr gar kein Rennen in Deutschland steigen würde. "Ich bin genauso so traurig wie unsere Fans, dass es kein Formel-1-Rennen in Deutschland geben wird", hatte das Blatt den Briten zitiert. Der Internationale Automobilverband wollte dies am Rande der Testfahrten im südspanischen Jerez de la Frontera nicht kommentieren. Die FIA ist ohnehin für die Regeln verantwortlich, Ecclestone seit fast 40 Jahren für die Vermarktung.

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"Es ist eine Tatsache, dass die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren so gering gewesen sind, dass es für die Vermarkter in Deutschland wirtschaftlich nicht machbar ist", zitierte die "Rhein-Zeitung" Ecclestone weiter aus dem Fax.

Von der vermeintlichen Absage nahm der Brite Stunden später wieder Abstand. Wenn, dann sei eine Einigung mit dem Hockenheimring wahrscheinlich, bestätigte Ecclestone der Press Association. Der Nürburgring sei ja schon wieder verkauft worden und nun im Besitz eines Russen; im vergangenen Oktober hatte Viktor Charitonin den Kurs übernommen. Er habe ihn am nächsten Tag getroffen "ich denke, er ist nicht enthusiastisch, Geld reinzustecken". Bleibt wohl die letzte Hoffnung Hockenheim.

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