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Motorsport - Kreisverkehr mit Krisensymptomen: Die F1-Saison 2015

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Motorsport  

Kreisverkehr mit Krisensymptomen: Die F1-Saison 2015

03.03.2015, 10:22 Uhr | dpa

Motorsport - Kreisverkehr mit Krisensymptomen: Die F1-Saison 2015. Bernie Ecclestone sind die jüngeren Menschen als Zielgruppe weitgehend egal.

Bernie Ecclestone sind die jüngeren Menschen als Zielgruppe weitgehend egal. Foto: Wallace Woon. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Für die Formel 1 beginnt eine Saison mit vielen Unbekannten. Sicher scheint nur: Der Weg zum Titel führt wieder über Mercedes. Die Probleme des PS-Spektakels aber sind längst nicht mehr zu übersehen.

Funktioniert das Geschäftsmodell Formel 1 überhaupt noch?

Krisensymptome begleiten die Königsklasse seit langem. Die Hälfte der Teams ist finanziell in Not, zuletzt rutschten zwei Rennställe in die Insolvenz. Im alten Kernmarkt Europa ist das Interesse gesunken, auch weil der 84 Jahre alte Geschäftsführer Bernie Ecclestone eine Social-Media-Strategie für eine junge Zielgruppe als unnötig betrachtet. Betreiber einiger Traditionsstrecken können sich die Antrittsgebühren für den Formel-1-Zirkus eigentlich nicht mehr leisten. Andererseits erwirtschaftet Ecclestone weiter Milliarden und schöpft hohe Gewinne ab, weil die TV-Einnahmen sprudeln und er in Asien, Russland, den USA und nun Mexiko doch immer neue Renn-Veranstalter findet.

Welche neuen Regeln gibt es in dieser Saison?

Nach der Motoren-Revolution im Vorjahr mit dem Wechsel von Achtzylinder-Saug-Triebwerken auf Sechszylinder-Turbos mit zusätzlicher Hybrid-Power ändern sich in diesem Jahr nur Details bei der Technik. Zudem wurde die Zahl der erlaubten Motoreneinheiten, die jeder Fahrer einsetzen darf, von fünf auf vier gesenkt. Die umstrittene Verdopplung der Punkte im Saisonfinale ist wieder abgeschafft. Und: Nach dem schweren Unfall von Jules Bianchi in der Vorsaison gibt es nun ein virtuelles Safety-Car. Das heißt: Bei Gefahr kann der Rennleiter die Autos technisch sofort einbremsen.

Wer sind die Favoriten und wer kommt danach?

Nach den Eindrücken bei den Testfahrten sehen alle wieder Weltmeister Lewis Hamilton und seinen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg im Zweikampf um den Titel. Den Vorsprung der Silberpfeile aus dem Vorjahr hat wohl noch keiner der Konkurrent aufholen können. Zudem spulte das Werksteam sein Testprogramm weitgehend problemlos ab und bewies damit auch die nötige Zuverlässigkeit. Danach könnte es aber mit Ferrari und Neuzugang Sebastian Vettel, Williams, Red Bull und vielleicht sogar Lotus eine breitere Verfolgergruppe geben. McLaren mit Rückkehrer Honda ist wohl noch die größte Unbekannte.

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Was ist neben Rosberg von den anderen deutschen Fahrern zu erwarten?

Im Blickpunkt wird mehr denn je Sebastian Vettel stehen. Der viermalige Champion fährt jetzt für das ruhmreichste aller Teams: Ferrari. Die Hoffnung der Scuderia ist, dass Vettel eine ähnliche Erfolgsära wie Vorbild Michael Schumacher einleiten kann. Für dieses Jahr hat sich Ferrari jedoch erst einmal zwei Rennsiege vorgenommen. Davon wollten die Italiener auch nach den guten Tests nicht abrücken. Für Vettels Landsmann Nico Hülkenberg ist selbst das utopisch. Der Rheinländer kann froh sein, wenn sein finanziell angeschlagener Arbeitgeber Force India im Mittelfeld mithalten kann.

Wer sind die Neulinge im Feld?

Neu im Feld sind zwei Fahrer mit bekanntem Namen. Carlos Sainz jr. ist der Sohn des zweimaligen Rallye-Weltmeisters Carlos Sainz. Der Spanier bildet bei Toro Rosso mit Max Verstappen, dem Filius des ehemaligen Formel-1-Piloten Jos Verstappen, das jüngste Fahrer-Duo. Vor allem der erst 17 Jahre alte Verstappen, der als jüngster Grand-Prix-Starter in die Geschichte eingehen wird, gilt als Riesentalent. Dagegen sitzt der Brasilianer Felipe Nasr wohl vor allem deshalb im Sauber, weil er reichlich Sponsorengeld für das klamme Schweizer Privatteam mitgebracht hat.

Warum fahren weniger Teams als im Vorjahr mit?

Caterham und Marussia ist schon vor dem Ende der Vorsaison das Geld ausgegangen. Damit schrumpfte das Feld auf neun Rennställe. Caterham versteigert inzwischen sein Equipment und hat wohl keine Zukunft mehr. Dagegen hat der Marussia-Nachfolger Manor den Kampf noch nicht aufgegeben. Zwar konnte das Team mangels eines fertigen Autos nicht an den Testfahrten teilnehmen, hat aber trotzdem seine Startgebühren bezahlt und steht auf der offiziellen Teilnehmerliste des Automobil-Weltverbandes. Wenn Manor spätestens beim Grand Prix in Bahrain Mitte April ein Auto an den Start rollen lässt, das den Regeln für 2015 entspricht, hat das Team Anspruch auf einen Teil der üppigen Vermarktungseinnahmen der Formel 1.

Wo kann ich die Rennen im TV sehen?

Die deutschen Formel-1-Fans müssen ihre Fernsehgewohnheiten nicht ändern. RTL überträgt trotz zuletzt stetig sinkender Quoten weiterhin jedes Qualifying und alle Rennen live im frei empfangbaren TV. Die ersten beiden Trainingseinheiten vor jedem Grand Prix sind in der Regel beim Spartensender Sport1 live zu sehen. Der Bezahlsender Sky zeigt jedes Training, die Qualifikation und alle WM-Läufe.

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