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Motorsport - Ecclestone: Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen

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Motorsport  

Ecclestone: Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen

10.03.2015, 06:19 Uhr | dpa

Motorsport - Ecclestone: Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Sorgenfrei vor dem ersten GP: Bernie Ecclestone.

Sorgenfrei vor dem ersten GP: Bernie Ecclestone. Foto: Srdjan Suki. (Quelle: dpa)

Melbourne (dpa) - Bernie Ecclestone geht ohne Bauchschmerzen in die neue Formel-1-Saison. Nein, Sorgen habe er keine, beteuert der 84 Jahre alte Geschäftsführer der Rennserie in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Darin spricht er auch über das Thema Nachfolger, sein Wunschszenario für die kommende Saison, den Wert von Weltmeister Lewis Hamilton und den Sohn des erfolgreichsten Piloten in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse.

Was sind Ihre größten Sorgen vor dem Saisonbeginn in ein paar Tagen?

Ecclestone: Ich habe keine.

Aber es gibt Fragezeichen hinter Teams und Strecken. Was kann noch für das Manor-Team getan werden, bzw. dafür, dass neun oder zehn Teams die Saison auch zu Ende fahren?  

Ecclestone: Das ist alles eine kommerzielle Sache und alles geregelt. Es gibt also für niemanden einen Grund, sich Sorgen zu machen.

Sind Sie denn sicher, dass die zehn gemeldeten Teams auch am Ende der Saison noch alle antreten?

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Ecclestone: Ich will ganz ehrlich mit Ihnen sein. Ich bin nicht mal sicher, ob ich Ende des Jahres noch lebe und ich bin mir sicher, dass sie auch nicht sicher sind, ob sie am Jahresende noch leben. Daher: Ich weiß es nicht.

Sollten Rennställe wie Mercedes oder Ferrari, also die großen Hersteller, den kleineren und privaten Teams mehr helfen?

Ecclestone: Nein, nein. Die Leute nehmen an der WM teil, sie kennen die Bedingungen ganz genau und sie melden sich deswegen an, weil sie denken, dass sie es unter diesen Bedingungen schaffen. Es liegt also an denen und nicht an anderen, ihnen zu helfen.

Können Sie Ihnen denn mehr helfen?

Ecclestone: Nun ja, wir halten uns exakt an die vereinbarten Bedingungen. Wir zahlen mehr als 900 Millionen Dollar. Das ist so viel, wie wir machen können.

Es gibt ein deutsches Team, das den WM-Titel verteidigt, einen deutschen Fahrer bei Ferrari. Wundern Sie sich darüber, dass das Interesse in Deutschland dennoch weiter nachlässt? Haben Sie dafür Erklärungen?

Ecclestone: Habe ich nicht. Ich wünschte, ich hätte eine, dann könnten wir wahrscheinlich etwas dagegen unternehmen. Ich weiß es nicht. Ich habe keine Idee. Das ist genau das Problem, das jeder hat, der involviert ist. Wir wissen es nicht. Es ist seltsam, wie sie sagen. Es gibt einen deutschen Fahrer, der vier Weltmeisterschaften gewonnen hat, es gibt ein Team, dass den Konstrukteurstitel gewonnen hat und ihn wahrscheinlich dieses Jahr wieder gewinnt. Es ist seltsam, zu wissen woran es liegt.  

Sprechen Sie in Deutschland auch mit Leuten außerhalb der Formel 1, mit TV-Anstalten, wie diese die Lage einschätzen? Wenn man sich RTL anschaut, das die Formel 1 seit 25 Jahren überträgt, haben auch sie Probleme mit dem geringeren Interesse.

Ecclestone: Ja, das ist exakt das Problem, sie wissen es nicht.

Mick Schumacher, der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher wird seine Karriere in der Formel 4 im April starten, er ist 15 Jahre alt. Denken Sie, dass er auch bald sein Debüt in einem Formel-1-Wagen geben könnte?

Ecclestone: Keine Ahnung, im Moment ist er zu jung. Warten wir mal ab.

Würden Sie ihm raten, in einen Sport zu gehen, den sein Vater jahrelang dominiert hat?

Ecclestone: Ja, sicherlich. Absolut. Wenn er es will und es kann, gibt es keinen Grund, warum er es nicht machen sollte.

Würde er auch Deutschland den Schub in Sachen Formel 1 geben können, den es braucht?

Ecclestone: Das denke ich nicht. Ich denke, wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass ein bestimmter Fahrer, der nicht in der Formel 1 ist, der Formel 1 einen Schub geben kann. Ich weiß nicht, warum das deutsche Publikum in den vergangenen drei Jahren nicht mitzieht. Vielleicht weil alle Michael vermissen. Vielleicht ist das der Grund.

Zurück zu Mercedes. Im Moment wird über einen neuen Vertrag von Lewis Hamilton verhandelt. Was ist ein Weltmeister generell und Hamilton speziell aus ihrer Sicht wert?

Ecclestone: So viel wie jemand bezahlen will und so viel wie er (Hamilton) bereit ist zu akzeptieren. Das sind Vereinbarungen, die Menschen treffen. Was ist etwas wert? Wissen sie, ich habe immer gedacht, dass die Leute manche Werte in der Welt nicht kennen. Es ist daher die Frage, was jemand bereit ist zu zahlen.

Mercedes hat bei den Testfahrten wieder beeindruckt. Mit was für einer Saison rechnen Sie, wer kann Mercedes herausfordern?

Ecclestone: Ich denke, am ehesten Ferrari, vielleicht kann Williams es ihnen in manchen Rennen auch schwer machen. Wir müssen abwarten und sehen.

Wenn man sich Sport in den USA anschaut, versucht man dort, das Geld so zu verteilen, dass die Teams gegeneinander antreten können und sportliche Herausforderungen sicher sind. Würde eine erneute Mercedes-Dominanz die Fans zur weiteren Abkehr bewegen?

Ecclestone: Nein, das denke ich nicht. Wir hatten Ferrari. In der Formel 1 gab es immer Phasen, in denen ein Team dominiert hat. Michael (Schumacher) hat zum Beispiel ein Jahr nach dem anderen die WM gewonnen. McLaren hat mal 16 von 17 Rennen gewonnen. Daher, ich weiß es nicht. Genauso wenig wissen Sie es oder irgendjemand anderes. Wir wissen nicht, was das Publikum denken wird. Ich denke, der Rennsport war im vergangenen Jahr sehr, sehr gut.

Welches wäre ihr Wunschszenario für die diesjährige WM?

Ecclestone: Natürlich wäre es großartig, wenn wir Ferrari und zwei, drei weitere Teams hätten, die mit Mercedes kämpfen könnten. Aber andererseits: Wenn die beiden Mercedes-Fahrer gegeneinander kämpfen, ist das auch fein.

Sind sie eigentlich manchmal müde ob der nie endenden Diskussionen über die Attraktivität der Formel 1?

Ecclestone: Nein, weil es eine Sache ist, die man nicht so einfach analysieren kann. Warum machen Menschen alle möglichen Sachen? Warum kaufen Menschen bestimmte Produkte oder Dinge? Vieles ist einfach Mode und gerade angesagt.

Funktioniert das Geschäftsmodell Formel 1 aus ihrer Sicht immer noch wie es soll oder was müsste geändert werden?

Ecclestone: Naja, wenn ich wüsste, welche (Änderungen) das wären, würde ich sie vornehmen. Soweit wie es unser Unternehmen betrifft, brauchen wir keine Veränderungen vorzunehmen.  

Sie haben vorhin gescherzt, dass sie nicht mal wüssten, ob Sie am Jahresende noch leben - sollten Sie von ihrem Amt zurücktreten müssen, wen sehen Sie als logischen Nachfolger?

Ecclestone: Ich denke, da gibt es nichts Logisches. Es wird früher oder später passieren. Aber es gibt keinen logischen Nachfolger, der es sein müsste.

Denken Sie, der kommerzielle Part der Formel 1 würde ohne Sie neu strukturiert werden müssen - ohne eine so dominante Figur, die alles überschaut?

Ecclestone: Nein. Wenn ich nicht mache, was ich mache, erledigen das vielleicht zwei oder drei andere Leute. Und sie werden es wahrscheinlich anders machen. Ob besser oder schlechter, muss man abwarten.

Reden Sie auch mit dem Rechte-Inhaber CVC über das Thema, wer die Formel 1 übernehmen könnte, wenn Sie nicht mehr da wären?

Ecclestone: Natürlich denken sie über diese Dinge nach, genau wie ich das mache. Wenn also die richtige Person daherkommt, bin ich mir sicher, dass sie etwas machen werden. Im Moment gibt es keine Notwendigkeit.

ZUR PERSON: Bernie Ecclestone leitet seit fast 40 Jahren die kommerziellen Geschicke der Formel 1. Der 84 Jahre alte Brite überstand sämtliche Krisen, im vergangenen Jahr auch einen aufsehenerregenden Prozess in München wegen des Verkaufs der Formel 1 vor rund neun Jahren.   

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