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Pay-TV oder doch RTL: Sender feilschen um Formel-1-Rechte

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Trotz Quotentief  

TV-Sender feilschen um F1-Rechte

02.07.2015, 13:02 Uhr | dpa

Pay-TV oder doch RTL: Sender feilschen um Formel-1-Rechte. Tanja Bauer (li.) und Kai Ebel sind die Boxengassen-Reporter für die Sender Sky und RTL. (Quelle: imago/Andreas Beil)

Tanja Bauer (li.) und Kai Ebel sind die Boxengassen-Reporter für die Sender Sky und RTL. (Quelle: Andreas Beil/imago)

Der Wettstreit um die TV-Rechte der Formel 1 geht auf die Zielgerade. Obwohl die Quoten in Deutschland zuletzt so schlecht waren wie seit 20 Jahren nicht, gibt es mehrere Interessenten.

Bernie Ecclestone darf sich im Rennen um die Rechte auf ein gutes Geschäft freuen. Für die Motorsport-Fans stellt sich die Frage: Fährt die Formel 1 demnächst nur noch im Pay-TV oder ganz allein bei RTL? Oder gibt es eine Überraschung?

RTL will weniger zahlen

"Auch wenn die Zuschauerzahlen in den letzten Jahren rückläufig waren, ist und bleibt die Formel 1 eines der attraktivsten Sportangebote überhaupt", betonte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer: Daher habe RTL "immer betont, dass wir grundsätzlich an einer Verlängerung unseres TV-Vertrages interessiert sind".

Allerdings möchte der Privatsender angesichts der gesunkenen Quote und den daher gefallenen Werbeeinnahmen weniger zahlen. 30 bis 35 Millionen statt 50 Millionen pro Jahr spekulierte die "Wirtschaftswoche". Bestätigt wird das von RTL nicht.

Sky wünscht sich Exklusivität

Erster RTL-Konkurrent ist Sky, da ARD und ZDF abgewunken haben. Dass Überraschungen beim Medien-Poker durchaus möglich sind, zeigte sich Anfang der Woche, als das IOC die Olympia-Rechte für Europa an den amerikanischen Eurosport-Mutterkonzern Discovery verkaufte.    

Sky ist auf jeden Fall im Rennen. Der Pay-TV-Sender überträgt bisher parallel, will das aber in dieser Form nicht mehr. Sky-Chef Carsten Schmidt erklärte kürzlich auf einem Kongress des Fachmagazins "Sponsors": "Fakt ist, dass unser Geschäftsmodell Exklusivität im Content beinhaltet. Nach 20 Jahren Junior-Partnerschaft schauen wir, was möglich ist."

Quoten sinken

Ausgeschlossen ist für RTL das englische Modell mit einem Wechsel von Übertragungen im Free- und im Pay-TV. Unmissverständlich erklärte der Kölner Privatsender: "Was wir machen, das machen wir zu 100 Prozent. Kontinuität und Verlässlichkeit sind ganze wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Zuschauerbindung. An einer Splittung der TV-Rechte auf dem deutschen Markt kann deshalb kaum jemand interessiert sein."

RTL überträgt die Königsklasse seit 24 Jahren ununterbrochen und will silbernes Jubiläum feiern, obwohl das Interesse der deutschen Fernsehzuschauer unter die Fünf-Millionen-Marke gerutscht ist. Durchschnittlich verfolgten nur noch 4,36 Millionen Motorsportfans die Rennen der abgelaufenen Saison. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (5,28 Millionen) einen Rückgang um fast eine Million Zuschauer pro Rennen und war die schlechteste Formel-1-Bilanz seit 1994. Von Werten wie 2001, als erstmals die Zehn-Millionen-Grenze überschritten wurde, ist RTL weit entfernt.

"Spürbarer Aufwind"

RTL-Sportchef Manfred Loppe kritisierte nach der vergangenen Saison das "kaum nachvollziehbare Regelwerk und die mitunter unglückliche und kontraproduktive Außendarstellung der Königsklasse". Dass einige Monate später das Deutschland-Rennen gestrichen worden ist, dürfte den Ärger der heimischen Formel-1-Anhänger kaum besänftigt haben. Und der Durchschnitts-Quote der laufenden Saison hilft es auch nicht.   

Es gibt aber auch Zahlen, die für ein weiteres RTL-Engagement in der Formel 1 sprechen. "Marktanteile von rund 30 Prozent lassen sich in Serie nirgendwo sonst im Fernsehen erzielen", erklärte Bolhöfer. Zuletzt gab es bei den Rennen in Österreich und Kanada sogar bessere Werte als im Vorjahr. "Angesichts der Spannung an der Spitze und spektakulärer Rennszenen hat die Formel 1 im Moment einen spürbaren Aufwind", sagte der RTL-Sprecher.

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