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Jules Bianchi: Bewegende Trauerfeier in Nizza

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Bewegende Trauerfeier  

Familie und Kollegen nehmen Abschied von Jules Bianchi

21.07.2015, 15:36 Uhr | sid, dpa

Jules Bianchi: Bewegende Trauerfeier in Nizza. Letztes Geleit: Jean Eric Vergne, Pastor Maldonado und Felipe Massa (von links) zählten zu den Sargträgern ihres toten Kollegen Jules Bianchi. (Quelle: AP/dpa)

Letztes Geleit: Jean Eric Vergne, Pastor Maldonado und Felipe Massa (von links) zählten zu den Sargträgern ihres toten Kollegen Jules Bianchi. (Quelle: AP/dpa)

"Adieu, kleiner Prinz", sagte Pfarrer Sylvain Brison am Ende seiner bewegenden Trauerpredigt für Jules Bianchi, "und obwohl Jules nie ein Formel-1-Podium erreicht hat, bitte ich Sie, aufzustehen und ihm ein letztes Mal zu applaudieren." Gestandene Formel-1-Fahrer ließen ihren Tränen freien Lauf, als sechs ihrer Kollegen, unter ihnen Sebastian Vettel, Bianchis Sarg zu den melancholischen Klängen des Chansons "Mistral Gagnant" aus der Kathedrale trugen. "Sein Tod ist so unfair", sagte Pfarrer Brison.

Schon lange vor der Trauerfeier im Herzen der Altstadt von Nizza hatten sich zahlreiche Menschen an den Absperrungen vor dem Haupteingang der Kathedrale versammelt. Zwei große Porträts von Bianchi in voller Rennfahrermontur waren an der Außenfassade des Gotteshauses angebracht. Zu einer leisen Gitarrenversion des Eagles-Hits "Hotel California" betraten die Familie sowie engste Freunde und Fahrerkollegen des Franzosen die Kathedrale. Um 10.50 Uhr trugen sechs junge Nachwuchsfahrer Bianchis Sarg durch den Haupteingang.

"Wird immer in unseren Herzen bleiben"

Etliche Formel-1-Piloten waren unter den Trauergästen, neben Vettel unter anderem Weltmeister Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Nico Hülkenberg, Felipe Massa, Jenson Button, Romain Grosjean, Adrian Sutil und Daniel Ricciardo. Ebenfalls dabei waren der viermalige Champion Alain Prost, FIA-Präsident Jean Todt und der französische Sportminister Thierry Braillard.

Nicht mehr aufgewacht 
Formel-1-Fahrer Bianchi stirbt nach 9 Monaten Koma

Im Oktober 2014 verletzte sich der 25-Jährige bei einem F1-Rennen schwer. Video

Pfarrer Brison erinnerte in seiner Trauerrede an einen "lebensfrohen Menschen, an einen jungen Champion, der mit einem großen Talent gesegnet war. Die Formel 1 war sein Glück, seine Erfüllung, gleichzeitig hatte er eine tiefe Ehrfurcht vor dem Leben." Nach der Trauerfeier begleiteten Familie und engste Freunde den Sarg Bianchis zum Friedhof. Bianchis Landsmann Jean-Eric Vergne war sichtlich erschüttert. "Er war eine herausragende Persönlichkeit, auf und neben der Strecke", sagte der Franzose: "Er ist jetzt der Größte, und er wird immer in unseren Herzen bleiben."

"Dein Fehlen wird eine schmerzliche Bewährungsprobe sein, aber er wisse, dass wir dich für immer lieben", sagte Bianchis Schwester Mélanie und rang um Fassung. McLaren-Renndirektor Eric Boullier sprach schon vor der tränenreichen Zeremonie von einer Reise mit "schweren Herzen" zum anstehenden Grand Prix in Ungarn. Die Formel 1 werde "am Sonntag zusammenkommen, um in Stille und mit Respekt" Abschied zu nehmen.

Startnummer wird nicht mehr vergeben

Am Dienstagmorgen hatten die Teams via Twitter an Bianchi erinnert und dazu Fotos des Franzosen gestellt. "Gott behüte dich, Jules. Du wirst bei allen Rennen bei uns sein", schrieb Mercedes. "Unsere Gedanken sind in Nizza, CIAOJULES", hieß es bei Red Bull. In der nächsten Saison, so hatte Ferrari verkündet, wäre der hochtalentierte Bianchi Vettels Teamkollege geworden.

Bereits einen Tag vor der Trauerfeier hatte der Automobil-Weltverband FIA beschlossen, Bianchis Startnummer 17 in der Formel 1 nicht mehr zu vergeben. "Da die Startnummer mittlerweile von jedem Fahrer individuell ausgewählt wird und ihn dann während seiner gesamten Karriere begleitet, halten wir es für eine angemessene Geste, die Nummer 17 aus Respekt vor Jules Bianchi aus der Formel 1 zurückzuziehen", heißt es in einem Statement.

Bianchi war in der Nacht zum Samstag rund neun Monate nach dem verheerenden Crash beim Großen Preis von Japan gestorben. Am 5. Oktober 2014 war er im strömenden Regen von Suzuka von der Strecke abgekommen und mit seinem Marussia ungebremst unter ein Abschleppfahrzeug gerast. Bianchi hatte bei dem Unfall schwerste Kopfverletzungen erlitten und seither im Koma gelegen. Er ist der erste Tote in der Formel 1 seit jenem schwarzen Wochenende 1994 in Imola, als Roland Ratzenberger und Ayrton Senna ums Leben kamen.

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