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Deutsches Quartett, neuer Modus - auch neuer Weltmeister?

08.03.2016, 08:57 Uhr | dpa

Motorsport: Deutsches Quartett, neuer Modus - auch neuer Weltmeister?. .

Kann Sebastian Vettel die Mercedes-Dominanz durchbrechen? Foto: Srdjan Suki. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - 21 Rennen, 22 Fahrer, 252 Tage - die neue Formel-1-Saison beginnt am 20. März in Melbourne. Die Kernfragen von Titelrennen bis Baku-Premiere im Überblick:

Wer ist der Top-Favorit?

Der Weltmeister, der Titelverteidiger: Lewis Hamilton. Selbst wenn er zum Ende der Vorsaison eher den WM-Ruhm genoss und seine Siegserie riss. Selbst wenn er trotz zwei WM-Titeln für die Silberpfeile von Mercedes nicht zur Nummer 1 im Team erklärt wird. Hamilton hat zwar die Marke seines Idols Ayrton Senna von drei WM-Titeln erreicht, der 31 Jahre alte Brite wird deswegen aber nicht vom Gas gehen.

Wer sind die Herausforderer?

Hamiltons ärgste Gegner sprechen deutsch. Erster Widersacher ist wie in den vorangegangenen beiden Jahren Teamkollege Nico Rosberg. Die drei Siege zum Ende der Saison 2015 haben dem gebürtigen Wiesbadener das Gefühl gegeben, Hamilton schlagen zu können. Gelingt ihm das wieder nicht, wird Rosberg zum ewigen Zweiten. Auch Sebastian Vettel will verhindern, dass Hamilton Ende dieses Jahres wie er selbst auf vier WM-Titel kommt. Vettel plant seinen fünften Triumph, vor allem aber seinen ersten im Ferrari.

Hat Ferrari seinen Rückstand denn wirklich aufholen können?

Bei den Testfahrten erzielte die Scuderia mehrfach die Tagesbestzeit. Aber was heißt das schon? Mercedes konzentrierte sich vor allem auf die Standfestigkeit des neuen Wagens. Dreimal konnte Vettel im vergangenen Jahr die Siegesserie der Silberpfeile unterbrechen. Das soll 2016 öfter passieren. Spekulationen um fast 1000 PS, die der Mercedes-Antrieb leisten könnte, machten aber bereits die Runde.

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Welche deutschen Fahrer gehen zudem an den Start?

Nico Hülkenberg und Pascal Wehrlein. Hülkenberg, 28 Jahre alt, bestreitet seine sechste Saison. Wehrlein, 21 Jahre alt, feiert sein Renndebüt. Insgesamt gehen also wieder vier deutsche Piloten an den Start, nachdem es im vergangenen Jahr nur Vettel, Rosberg und Hülkenberg gewesen waren. Anders als Vettel und Rosberg kämpft Hülkenberg nicht um einen Sieg. Er will im Force India endlich den ersten Podestplatz. Für Wehrlein, den DTM-Meister von 2015, wird es im Manor ein Lehrjahr, um irgendwann einmal für den Wechsel ins Mercedes-Cockpit gerüstet zu sein.

Was hat sich geändert?

Im Kampf gegen das sinkende Interesse an der milliardenschweren Rennserie wurde der Qualifikationsmodus kurz vor dem Auftakt geändert. In den drei Qualifikationsrunden scheidet nach einer vorgegebenen Zeit alle 90 Sekunden der jeweils langsamste Fahrer aus. Man erhofft sich davon mehr Autos auf der Strecke, kurzum: weniger Taktiererei, mehr Spektakel. Offen ist noch, ob die Computertechnik bei der neuen Variante mitspielt.

Wer oder was ist sonst noch neu?

Aserbaidschan. Das von Menschenrechtlern schwer kritisierte Land darf sich über seine Formel-1-Premiere am 19. Juni freuen. Neu ist auch das amerikanische Haas-Team. Maßgeblich unterstützt von Ferrari. Neulinge sind neben Wehrlein auch zwei weitere Fahrer: Jolyon Palmer, Brite im Renault, und Rio Haryanto, Indonesier im zweiten Manor.

Ist das Deutschland-Rennen diesmal gesichert?

Ja, anders als vor einem Jahr, als der Große Preis von Deutschland auf dem finanziell kriselnden Nürburgring aus dem Kalender gestrichen werden musste, kommt es zum Heimrennen fürs deutsche Quartett. Gefahren wird am letzten Juli-Wochenende auf dem Hockenheimring.

Gibt es vor dem Saisonbeginn noch offene Baustellen?

Ja, wie immer. Diesmal betrifft es vor allem das Rennen in den USA. Der Strecke in Austin fehlt das nötige Geld, nachdem die öffentlichen Zuschüsse gekürzt wurden. Obwohl eines der Highlights im Rennkalender mit viel amerikanischem Pathos, steht hinter dem Großen Preis der USA noch ein Fragezeichen.

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