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Formel rückwärts: Die nächste Posse um den F1-Qualimodus

30.03.2016, 22:40 Uhr | dpa

Motorsport - Formel rückwärts: Die nächste Posse um den F1-Qualimodus. Bernie Ecclestone war gegen die Rückkehr zum alten Qualifikationsformat.

Bernie Ecclestone war gegen die Rückkehr zum alten Qualifikationsformat. Foto: Wallace Woon. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Der nächste Zoff ist vorprogrammiert, die Formel 1 wird nach der Posse von Australien auch in Bahrain die K.o.-Ausscheidung im umstrittenen neuen Modus ausfahren.

In der zuständigen Kommission kam es Medienberichten zufolge nicht zu der notwendigen einstimmigen Entscheidung gegen das neue und für das alte Qualifikations-Format. "Sie werden meinem Vorschlag folgen", sagte Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone dem Magazin "Autosport".

Die Verantwortlichen der Motorsport-Königsklasse haben es wieder einmal geschafft, mit ihrem Schlingerkurs ein packendes Rennen zum Auftakt in Australien in den Hintergrund rücken zu lassen. Noch am Morgen vor dem ersten WM-Lauf hatten Teamchefs und Teammanager sich auf die Rückkehr zum alten Modus im Qualifying geeinigt.

"Wir wollten die Show verbessern, sind aber in die falsche Richtung marschiert", hatte Mercedes-Motorsport und Teamchef Toto Wolff betont. Er hatte das Format, das dazu führte, das am Ende keiner der Piloten im entscheidenden Zeitabschnitt mehr auf der Strecke gewesen war, als "ziemlichen Müll" bezeichnet. Die Fahrer nahmen die Posse zum Anlass für einen offenen Brief der Piloten-Gewerkschaft GPDA. Darin forderten sie neue Strukturen und einen Masterplan.

Einen Tag später vollzog die Formel 1 die nächste Kehrtwende in Sachen Qualifikationsmodus. Am 2. April auf dem Wüsten-Kurs in Bahrain wird doch wieder nach dem neuen Format gefahren. Dabei wird in allen drei Qualifikationsrunden nach einer bestimmten Zeit alle 90 Sekunden der jeweils langsamste Fahrer sofort ausscheiden. Danach wolle man den Ablauf erneut analysieren und entscheiden, ob es das richtige oder das falsche Format sei, ob es noch einmal modifiziert oder wieder "verschrottet" werden müsste, meinte Ecclestone.

Der Unmut der Fahrer dürften ebenso vorprogrammiert sein wie die weiteren Diskussionen zu dem Thema, bevor WM-Spitzenreiter Nico Rosberg, Titelverteidiger Lewis Hamilton und Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel in die nächste Runde des WM-Dreikampfs gehen.

Als ob diese Diskussion nicht reichen würde, müssen die Fans im Motorsport-Mutterland sich in Zukunft auch noch auf ein eingeschränktes TV-Vergnügen gefasst machen. In Großbritannien und Irland können von 2019 an die Rennen fast nur noch im Pay-TV verfolgt werden. Der Fernsehsender Sky Sports hat einen Fünfjahresvertrag von 2019 bis 2024 für exklusive Live-Übertragungen unterzeichnet. Lediglich der Große Preis von Großbritannien wird auch weiterhin unverschlüsselt zu sehen sein. Dabei verzeichnet die Formel 1 in den vergangenen Jahren ohnehin auf dem weltweiten Markt sinkende Einschaltquoten.

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