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Formel 1: Rosberg jagt Schumacher-Rekord in Barcelona

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"Hätte nicht damit gerechnet"  

Rosberg jagt Schumacher-Rekord in Barcelona

13.05.2016, 09:22 Uhr | t-online.de, dpa, sid

Formel 1: Rosberg jagt Schumacher-Rekord in Barcelona. Daumen hoch: Nico Rosberg präsentiert sich derzeit in bärenstarker Form. (Quelle: imago/HochZwei)

Daumen hoch: Nico Rosberg präsentiert sich derzeit in bärenstarker Form. (Quelle: HochZwei/imago)

Nico Rosberg winkt sein erster dicker Eintrag in die Geschichtsbücher der Formel 1. Der Mercedes-Pilot greift beim Großen Preis von Spanien (Sonntag ab 13.45 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) nach einem der zahlreichen Rekorde von Michael Schumacher.

Fünf Siege zum Saisonstart, das schafften in fast 70 Jahren Königsklasse nur Schumacher (2004) und Nigel Mansell (1992) - Rosberg will in Barcelona gleichziehen. "Ich würde mich deshalb niemals auf einer Ebene mit Michael sehen", stellte Rosberg klar, diese Serie sei aber "schon cool, es ist schön, darüber nachzudenken. Ich hätte nicht damit gerechnet."

Was Rosberg seit dem Saisonauftakt in Melbourne auch anpackt, das gelingt. Der Vizeweltmeister ist schnell, fährt fehlerlos, bleibt auch von ernsthaften technischen Problemen verschont - und profitiert vom fast beispiellosen Pech seiner Verfolger.

Konkurrenz kämpft mit Problemen

Weltmeister Lewis Hamilton im zweiten Silberpfeil liegt schon 43 WM-Punkte hinter Rosberg. Er kämpft seit Wochen mit wiederkehrenden Defekten am hochkomplexen Antrieb, die Energierückgewinnung bereitet Sorgen. Und wirklich sicher, dass das Problem im Auto des Engländers identifiziert wurde, ist man sich noch immer nicht. Seit dem vergangenen Rennen in Russland habe das Team "rund um die Uhr gearbeitet", sagte Hamilton bloß, deshalb sei er zuversichtlich.

Auch bei Ferrari und Sebastian Vettel (67 Punkte Rückstand) ist im zweiten gemeinsamen Jahr längst ein wenig Ernüchterung eingetreten. Die Lücke zu Mercedes sei zwar "weitaus kleiner geworden", erklärte Vettel der "Sport Bild", aber man könne "über Nacht eben keine Berge versetzen". Der neue SF16-H ist zwar schnell, aber fragil. Zu allem Überfluss kamen zuletzt neben den Defekten ärgerliche Kollisionen auf der Strecke hinzu, jeweils ausgelöst vom Daniil Kwjat. Der Russe wurde mittlerweile von Red Bull zu Toro Rosso strafversetzt.

Barcelona stets ein Gradmesser

Das Rennen auf dem Circuit de Catalunya hat für Rosbergs Rivalen nun in jeder Hinsicht wegweisenden Charakter. Hamilton braucht dringend die Wende, um im weiteren Saisonverlauf nicht auf Ausfälle seines Teamkollegen angewiesen zu sein. Noch deutlicher wird Barcelona jedoch für Verfolger Ferrari die Richtung vorgeben.

Denn mit dem Start der Europa-Rennen sind die Teams näher an ihren Fabriken, nach den Reisestrapazen der vergangenen Wochen kann nun wieder mehr an den Autos gearbeitet werden. Barcelona ist daher stets ein Gradmesser für den Rest der Saison. "Wir haben ein paar neue Teile, die uns schneller machen sollten", sagte Vettel, zudem dürfte die Strecke Ferrari deutlich besser liegen als zuletzt die Kurse in China und Russland.

Rosberg will Realist bleiben

Gesamtführender und Favorit auf den Titel wird dennoch bis auf Weiteres Rosberg bleiben. An den Großen Triumph will der 30-Jährige aber noch nicht denken. Im Gegenteil: Rosberg prophezeit erneut eine Attacke seines Mercedes-Kollegen Hamilton "Er ist genauso fokussiert und entschlossen wie immer. Er wird zurückschlagen", betonte Rosberg. Er denke auch nicht, dass die vergangenen beiden Rennen, in denen Hamilton mit Defekten am Silberpfeil zu kämpfen hatte, das Selbstvertrauen des Briten reduziert hätten.

Trotz seiner bärenstarken Form ist Rosberg bemüht, nicht abzuheben. "Es ist nicht so schwer, den Boden unter den Füßen zu behalten, man muss nur realistisch sein", sagte Rosberg. Jetzt will er erst einmal den Schumacher-Rekord einstellen. Alles andere ergibt sich dann vielleicht von selbst.

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