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Formel 1: Ferrari verpasst Sebastian Vettel einen Maulkorb

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Ernüchternde Ferrari-Saison  

Maulkorb für Vettel, leise Töne beim Boss

09.11.2016, 12:03 Uhr | sid

Formel 1: Ferrari verpasst Sebastian Vettel einen Maulkorb. Die Enttäuschung über die verkorkste Saison ist Sebastian Vettel ins Gesicht geschrieben. (Quelle: imago/Thomas Melzer)

Die Enttäuschung über die verkorkste Saison ist Sebastian Vettel ins Gesicht geschrieben. (Quelle: Thomas Melzer/imago)

Es ist ruhig geworden bei Ferrari. Der anhaltende Misserfolg beim stolzesten aller Formel-1-Rennställe hat sogar den ehrgeizigen Boss Sergio Marchionne kleinlaut werden lassen.

Und der seit 25 Rennen sieglose Star-Pilot Sebastian Vettel bekam für den Großen Preis von Brasilien am Sonntag (ab 16.45 Uhr im Live-Ticker bei t-onlinde.de) quasi einen Maulkorb am Boxenfunk, nachdem er nach seinen Schimpftiraden von Mexiko nur mit Glück einer Sperre entging.

Vettel unter Beobachtung

Als "Bastard" hatte Vettel den Niederländer Max Verstappen beim 19. von 21 WM-Läufen bei einer absichtlichen Einbremsung beleidigt. Weiter bedachte der viermalige Weltmeister, der das Verlieren noch nicht richtig gelernt hat, Rennleiter Charlie Whiting mit unflätigen Äußerungen, nachdem dieser den Red Bull-Piloten nicht zum Positionstausch bewegte.

Letztlich hatte Vettel Glück, dass er in Sao Paulo überhaupt an den Start gehen darf. Denn nach seinen Boxenfunk-Pöbeleien insbesondere gegen Whiting hatte der Automobil-Weltverband FIA bereits ein Ermittlungsverfahren gegen den 29-Jährigen eingeleitet. Lediglich Entschuldigungsbriefe retteten Vettel, der künftig allerdings unter verschärfter Beobachtung steht, vor einer Strafe.

"Angesichts der Ernsthaftigkeit der Entschuldigung und seines großen Engagements hat der FIA-Präsident beschlossen, ausnahmsweise keine Disziplinarmaßnahmen gegen Sebastian Vettel zu vollziehen", hieß es in einem Statement von FIA-Präsident Jean Todt. Zumindest hier hatte der Deutsche einmal Glück.

Zu oft gepatzt

Ansonsten war das Rennen in Mexiko ein perfektes Sinnbild der Ferrari-Saison. Die Freudentränen von Teamchef Maurizio Arrivabene und der überbordende Jubel von Vettel über seinen dritten Platz waren wenige Stunden später bereits Geschichte, weil der Heppenheimer am Grünen Tisch wegen seiner Fahrweise auf Rang fünf zurückgestuft wurde.

Es war nur eine neue Episode des Scheiterns. In Australien oder Kanada wurden mögliche Vettel-Siege am Kommandostand vergeben. Dazu kamen zahlreiche Rennen, in denen entweder der Ferrari streikte, die Boxencrew kapital patzte oder die Piloten Vettel und Kimi Räikkönen (Finnland) - die immerhin fünf Fahrertitel auf sich vereinen - folgenschwere Fehler begingen.

"Saison so gut wie möglich beenden"

Angesichts dieser alles andere als weltmeisterlichen Ausbeute hat nun gar der chronisch (über)fordernde Marchionne leisere Töne angeschlagen. "Wir sind mit den Ergebnissen nicht zufrieden, aber wir wollen die Saison so gut wie möglich beenden", sagte der Fiat-Geschäftsleiter und Ferrari-Präsident.

Das Ziel für die letzten beiden Rennen 2016 bestehe nicht mehr darin, doch noch einen Sieg zu feiern oder den Red Bull zumindest den zweiten Rang in der Konstrukteurs-WM hinter den unantastbaren Mercedes-Silberpfeilen abzujagen. Zu Saisonbeginn klang das noch anders: "Ferrari muss immer ganz vorne stehen. Alles andere ist nicht Ferrari."

Neue Ziele für 2017

Marchionnes neue Vorgabe lautet, "2017 wieder konkurrenzfähig zu sein." Die Entwicklungsarbeit am Auto fließt bereits komplett in die Wagen für die neue Saison, welche einem großflächig überarbeiteten Aerodynamik-Reglement unterliegen. Die Karten könnten komplett neu gemischt werden. Dann will Ferrari wieder ein Wort mitsprechen - und gewiss kein leises.

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