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Bochum-Trainer Funkel im Interview: "Aufstieg mit aller Macht"

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2. Bundesliga - VfL Bochum  

Funkel: "Meine Spieler sind trainingsbesessen"

22.04.2011, 08:32 Uhr | t-online.de

Bochum-Trainer Funkel im Interview: "Aufstieg mit aller Macht". Bochums Trainer Friedhelm Funkel will zurück in die Bundesliga. (Foto: imago)

Bochums Trainer Friedhelm Funkel will zurück in die Bundesliga. (Foto: imago)

Das Interview führte Ricardo Da Silva Campos

Friedhelm Funkel, Trainer des VfL Bochum, ist seit rund 20 Jahren in der 1. und 2. Bundesliga als Coach aktiv. Nachdem er bei Bayer Uerdingen seine Spielerkarriere beendet hatte, begann er dort seine Laufbahn als Coach, die ihn über die Stationen MSV Duisburg, Hansa Rostock, 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC zum heutigen Zweitligisten führte. Er kennt die Branche wie kein Zweiter, hält den Pflichtspiel-Rekord von annähernd 1100 Partien als Spieler und Trainer in der Bel Etage des deutschen Fußballs.

Im Interview mit t-online.de spricht der 57-Jährige über die Trainingsbesessenheit seiner Spieler, die Macht als Fußballlehrer und die geplante Rückkehr und Etablierung des VfL Bochum im Oberhaus.

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t-online.de: Herr Funkel, müssen Sie jetzt die Mannschaft nach einem kurzzeitigen Zwischentief (zwei Niederlagen, ein torloses Remis) wieder neu aufbauen und motivieren?
Friedhelm Funkel: "Nein. Wir wissen, dass wir immer noch den dritten Tabellenplatz und damit die Relegation erreichen können. Das will das Team auf jeden Fall schaffen. Dementsprechend werden die Spieler in den restlichen Partien auftreten. Das kann immer mal wieder vorkommen. Wir haben in den Monaten vorher sehr konstant gespielt, 15 Mal in Folge nicht verloren."

Vor allem vom sonst so starken zentralen Mittelfeld der Bochumer ist zurzeit nicht viel zu sehen, Kevin Vogt und Christoph Dabrowski wirken überspielt. Und zu guter Letzt fallen mehrere Leistungsträger kurz vor dem Ende aus...
"Das ist richtig, Mimoun Azaouagh, Chong Tese, Patrick Fabian und Matias Concha fallen auch weiterhin aus. Vogt und Dabrowski haben die eine oder andere Partie vielleicht etwas schwächer agiert, aber keiner ist in der Lage, 34 Top-Spiele abzuliefern. Sie haben weiterhin mein Vertrauen und das von der gesamten Mannschaft. Ich bin trotz der Verletzungen und Ausfälle aber optimistisch, dass wir für das Restprogramm eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen werden."

Wie steht es um Ihren leicht angeschlagenen Neuzugang Ümit Korkmaz, den Sie von der Frankfurter Eintracht zuletzt verpflichten konnten? Er hat ja bereits gezeigt, wie wichtig er sein kann (drei Tore, zwei Vorlagen).
"Er hat gegen Paderborn über 90 Minuten mit einer leichten Bänderdehnung gespielt. Ich gehe davon aus, dass er auch weiterhin im Kader stehen wird."

Erst vor kurzem haben Sie in Bochum bis 2012 verlängert. Warum?
"Es gefällt mir hier sehr gut. Ich habe eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft, und der Verein ist grundsolide aufgestellt. Wir gehen vertrauens- und respektvoll miteinander um und arbeiten gut im Team."

Bei einem eventuellen Nichtaufstieg haben Sie sich ja stark gemacht, dass kein Leistungsträger den Verein verlässt. Hatten Sie da einen konkreten Spieler im Sinn?
"Wir haben einige Spieler, die großes Potenzial haben. Ich nenne generell keine Namen, um diese Spieler nicht unter Druck zu setzen. Fakt ist, dass wir den größten Teil der Mannschaft behalten werden, und das war auch mit entscheidend, hier weiterzumachen."

Haben Sie schon über weitere Neuverpflichtungen nachgedacht?
"Da wollen wir erst mal abwarten, in welcher Liga wir nächstes Jahr spielen. Dann kann man sich über mögliche Zugänge unterhalten. Verbesserungspotenzial ist auch immer eine Frage der finanziellen Möglichkeiten."

Trotz der Niederlagen gegen Hertha und Ingolstadt hat die Mannschaft in der gesamten Saison ja einen enormen Höhenflug hinter sich. Was macht den Erfolg aus?
"Es sind Schlagwörter wie Teamgeist, Kompaktheit, Trainingsbesessenheit und Aggressivität, die diese Mannschaft auszeichnen."

Hätten Sie nach der anfänglichen Schwächephase in der Saison daran geglaubt, dass Ihr Team noch um den Aufstieg mitspielt?
"Natürlich, ich habe das nie ausgeschlossen. Manchmal braucht man eben etwas mehr Zeit. Gerade wenn man viele junge Spieler in den Kader einbauen möchte. Dafür braucht man als Trainer Geduld, und die hat sich ja auch bis jetzt ausgezahlt. Der berühmte "lange Atem" zeichnet uns aus."

Wo war die Saison-Wende, wann ging es wieder bergauf?
"Nach dem 1:4 gegen Ingolstadt in der Hinrunde. Danach haben wir Einiges verändert im Team. Einige Spieler mussten gehen, die nicht genügend Leistungsbereitschaft gezeigt und wenig Teamgeist verkörpert haben. Danach haben wir 15 Spiele nicht verloren - bei 12 Siegen und drei Unentschieden."

Kurzer Rückblick: Sie waren fünf Jahre lang Trainer von Eintracht Frankfurt. Wie beurteilen Sie die derzeitige Entwicklung der Hessen?
"Sie ist besorgniserregend. Die Mannschaft hat als Tabellen-15. nur noch vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. Und vor allem das Restprogramm wird sehr schwer: Bayern, Mainz, Köln und Dortmund. Ich hoffe, dass sie den notwendigen Sieg, den sie noch brauchen, auch holen werden. Ein Sieg würde ja reichen, um die Klasse zu halten. Ich habe ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu Christoph Daum und wünsche ihm, dass er das schafft. Er weiß, dass es jetzt nicht darum geht, um Titel zu spielen. Aber er und Assistenztrainer Roland Koch sind so erfahren, dass sie diese Situation richtig einschätzen und lösen werden."

Besteht auch noch Kontakt zu Heribert Bruchhagen?
"Ja, ich habe immer noch ein sehr gutes und vertrauensvolles Verhältnis zu ihm. Das habe ich mir in den fünf Jahren natürlich auch aufgebaut, wir haben die Eintracht schließlich dort hingeführt, wo sie jetzt ist: in die Bundesliga. Wir haben das Team etabliert, und es war eine tolle Zeit. Bruchhagen ist nicht nur ein versierter Fachmann, sondern er führt den Verein auch wirtschaftlich besonnen in die Zukunft. Ohne ihn wäre der Verein nie so weit gekommen."

War Ihr gutes Verhältnis beim Wechsel von Korkmaz zum VfL Bochum auch entscheidend?
"So würde ich das nicht sagen. Klar haben wir über den Wechsel gesprochen, nachdem Korkmaz sich entschlossen hatte, auch in die 2. Bundesliga zu gehen, um Spielpraxis zu sammeln. Da ist uns die Eintracht natürlich schon entgegen gekommen. Aber das hatte weniger mit unserem freundschaftlichen Verhältnis zu tun. Er hat die Interessen von Frankfurt vertreten, wir die vom VfL Bochum."

Zurück zum VfL: Denken Sie, dass die Mannschaft auch langfristig erstligareif ist?
"Bochum ist immer in der Lage, in der Bundesliga mitzuhalten. In den letzten 40 Jahren waren sie schließlich 34 Jahre im Oberhaus. Zwischendurch ist Bochum auch abgestiegen, aber wenn ein Aufstieg – wie jetzt – möglich ist, will man das auch mit aller Macht nutzen. Wir wollen das in dieser Saison versuchen, und danach kann man einige Jahre wieder in der Bundesliga spielen."

Was sagen Sie denn zu dem momentanen Trainerkarussell in der Bundesliga?
"Das ist nur eine Momentaufnahme. Das gab es auch früher schon. Es gibt immer mal Spielzeiten, wo sieben, acht Trainer den Verein wechseln oder gehen müssen und dann woanders anfangen. Das halte ich nicht für so bedenklich, weil sich das auch wieder legen wird. In der nächsten Saison gehen dann vielleicht nur ein oder zwei Trainer. Das beruhigt sich auch wieder."

Stichwort Felix Magath: War das nicht schon eine besondere Situation?
"Das ist im Nachhinein doch alles legitim abgelaufen. Man hat sich auf Schalke in beiderseitigem Einvernehmen getrennt, wie ja letztendlich zu hören war. Magath hat dann das Angebot vom VfL Wolfsburg erhalten und angenommen. Klar, die Kurzfristigkeit ist vielleicht ein wenig ungewöhnlich, aber nicht verwerflich. Wenn er sich in der Lage fühlt, sofort einen anderen Verein zu übernehmen, - und er kennt ja die Wölfe - dann kann man da nichts gegen einwenden."

Letzte Frage: Sie haben als Spieler und Trainer zusammen bald 1100 Pflichtspiele in der Bundesliga sowie in der 2. Bundesliga auf dem Buckel. Das ist Rekord, mehr Erfahrung hat keiner. Was ist Ihr Trainergeheimnis?
"Beständigkeit, Authentizität, Gesundheit, Zuverlässigkeit, Vertraulichkeit und ein respektvolles Miteinander. Das sind meine Trainergeheimnisse. Und bevor Sie mich nach meinen Schwächen fragen: die hat jeder. Und darüber spricht keiner gerne."

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