Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > 2. Bundesliga >

Mike Büskens: "Frankfurt ist der Ferrari der Liga"

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Mike Büskens: "Der Traum ist auch das Ziel"

17.01.2013, 12:23 Uhr | t-online.de

Mike Büskens: "Frankfurt ist der Ferrari der Liga". Mike Büskens glaubt fest an den Aufstieg mit Greuther Fürth.  (Quelle: imago)

Mike Büskens glaubt fest an den Aufstieg mit Greuther Fürth. (Quelle: imago)

Das Interview führte Mark Weidenfeller
Die SpVgg Greuther Fürth spielt seit 1997 ununterbrochen in der 2. Bundesliga. Solange wie kein anderes Team. In der 1. Liga waren die Kleeblätter noch nie. Sie scheiterten so oft knapp am Aufstieg, dass die Mittelfranken sich mittlerweile schon selbst auf die Schippe nehmen. Diese Spielzeit wurde von den Verantwortlichen zur "Unaufsteigbar-Tour" erklärt.

Geht es allerdings nach Mike Büskens befindet sich die Mannschaft momentan auf der letzten Etappe dieser Tour der Leiden. Der Trainer der Fürther spricht im Interview mit t-online.de offen über seinen Traum von der Bundesliga, die Rollenverteilung im Spitzenspiel gegen Eintracht Frankfurt (Montag ab 20.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker) und das angebliche Interesse von Hertha BSC.

Herr Büskens, wie ist es, eine Mannschaft zu trainieren, die als unaufsteigbar gilt?

Büskens: Dieses Attribut der Unaufsteigbaren haftet uns natürlich an. Ich sehe das Ganze allerdings etwas differenzierter. Klar, der Verein ist in den letzten 15 Jahren achtmal knapp am Aufstieg gescheitert. Mit mir allerdings erst einmal. Deswegen ziehe ich mir diesen Schuh nicht an. Wir haben in der letzten Saison Überragendes geleistet und hatten trotz eines Etats, der mit Sicherheit nicht in das obere Drittel der Liga gehört, bis zum letzten Spieltag die Chance, den Relegationsplatz zu erreichen. Der vierte Platz war am Ende zwar sehr bitter, trotzdem war das Ergebnis letztlich eine Auszeichnung unserer hervorragenden Arbeit. Fürth schafft es seit 15 Jahren, trotz eingeschränkter finanzieller Mittel, fast konstant oben mitzuspielen. Diese Leistung hat Anerkennung verdient und ist alles andere als eine Schmach.

Den Ruf der Unaufsteigbaren mögen Sie also nicht. Wie ist es denn mit dem Underdog-Status, den dieser Ruf automatisch mit sich bringt? Ist das ein Vorteil für Sie, dass Sie nie der Top-Favorit auf den Aufstieg sind?

Aufgrund unseres Etats können wir gar nicht der Top-Favorit sein. Wir haben vielleicht ein Drittel des Geldes, das Eintracht Frankfurt zur Verfügung steht. Wir freuen uns deshalb immer wieder, wenn wir im Konzert der Großen mitspielen dürfen. Paderborn und Düsseldorf zeigen es in dieser Saison ja auch, dass man mit kontinuierlich guter Arbeit etwas erreichen kann, auch wenn man finanziell nicht auf Rosen gebettet ist.

Aber wie ist das mit dem Vorteil? Glauben Sie, dass Sie von den anderen Topteams unterschätzt werden, weil die sich sagen, dass Fürth am Ende sowieso wieder einbricht und Vierter wird?

Ich glaube nicht, dass das ein Vorteil für uns ist. Erst einmal schaut jeder auf sich und hofft, dass die Konkurrenz mal und hier und da was liegen lässt. Das machen wir, das machen die anderen, da ist es egal, ob man als unaufsteigbar gilt oder nicht.

Werden Sie denn diesen Ruf der Unaufsteigbaren am Ende der Saison ablegen und damit dieser Diskussion ein Ende bereiten?  

Das ist unser Traum. Es wäre Quatsch zu sagen, dass wir zufrieden damit sind, dauerhaft zwischen Platz acht und fünf zu landen. Es ist Zeit für den nächsten Schritt.

Ist der Aufstieg nun ein Traum oder das erklärte Ziel?

Man möchte sich seine Träume immer verwirklichen. Also ist der Traum auch das Ziel.

Sind Sie optimistisch, dass dieser Traum in Erfüllung geht? Oder anders gefragt: Glauben Sie, dass Sie Ihr Ziel erreichen und aufsteigen?

Wenn man nach 17 Spieltagen Dritter ist, liegt es auf jeden Fall im Bereich des Möglichen. Wir wissen allerdings auch, dass St. Pauli und Paderborn hinter uns mit den Hufen scharren und keinen Deut nachlassen werden. Danach kommen dann noch ein paar Teams wie beispielsweise 1860 München, die sich im Winter personell verstärken werden und dann auch noch ein Wörtchen im Aufstiegsrennen mitreden wollen. Dementsprechend werden wir versuchen, die beiden Mannschaften, die vor uns stehen (Fortuna Düsseldorf und Eintracht Frankfurt d. Red.), noch zu überholen. Es wird verdammt eng, aber ich glaube daran, dass wir es schaffen.

Sie sagten bereits, dass Fürth, wenn es nur nach dem Geld ginge, nichts im Aufstiegsrennen verloren habe. Wie schaffen Sie es denn trotzdem, soweit oben zu stehen?

Wir stecken ja seit Jahren in derselben Situation. Wir wissen, dass wir nicht das große Geld haben, um ständig gestandene Spieler zu verpflichten. Wir sind nicht im Stande, Spieler des Kalibers Mo Idrissou, Rob Friend oder Bamba Anderson zu holen. Wir versuchen deshalb immer wieder, junge Spieler bei uns zu integrieren. Diese Talente finden bei uns den Nährboden, den sie brauchen, um sich zu Bundesligaspielern zu entwickeln. Wir bieten ein ruhiges und familiäres Umfeld, sind aber gleichzeitig sportlich hochambitioniert. Diese Kombination unterscheidet uns von den anderen Vereinen.

Stichwort familiäres Umfeld. Es war zu lesen, dass das gesamte Team inklusive Trainerstab zum EM-Qualifikationsspiel zwischen Tschechien und Montenegro gereist ist, um Milorad Pekovic zu unterstützen. Stimmt das?

Das stimmt. Wir sind mit der kompletten Mannschaft, allen Trainern und Betreuern sowie den Angestellten der Geschäftsstelle nach Prag gefahren, um Peko anzufeuern. Das war für uns selbstverständlich, dass wir ihn bei diesem eminent wichtigen Spiel unterstützen.

Stehen bei Greuther Fürth also tatsächlich noch elf Freunde auf dem Platz?

Diese Phrase der elf Freunde wird heutzutage immer seltener benutzt und ich bin damit auch vorsichtig. Jeder Spieler hat seine eigenen Ziele, will sich individuell entwickeln. Trotzdem gehen wir alle sehr respektvoll miteinander um, weil wir wissen, dass wir uns über die mannschaftliche Geschlossenheit definieren müssen. Diese Kameradschaft wird bei uns gelebt und davon profitieren am Ende alle.

Am Montag steigt das Spitzenspiel in Frankfurt. Zweiter gegen Dritter. Was rechnen Sie sich dort aus? 

Wir fahren zu jedem Auswärtsspiel, um Punkte zu holen. Klar wissen wir, dass das eine sehr schwierige Aufgabe wird, da Frankfurt sich in einer ganz anderen Liga bewegt. Vor allem finanziell fahren sie ein hohes Risiko, sie sind praktisch zum direkten Wiederaufstieg verpflichtet. Der Kader sucht in der Liga seinesgleichen

Trotz des starken Kaders ist Frankfurt in der Defensive nicht sattelfest. Werden Sie voll attackieren und auf Sieg spielen?

Wir werden definitiv auf Sieg spielen, weil das einfach unsere Stärke ist. Wir können uns nicht 90 Minuten lang hinten einigeln. Frankfurt ist der Ferrari der Liga, mit dem wir uns messen werden. Wir werden sicher nicht am eigenen Strafraum auf sie warten, wir wollen selbst unseren Fußball spielen. Und der ist nun mal eher offensiv.

Kommen wir zu Ihrer persönlichen Zukunft. Was passiert, wenn der Aufstieg mit Fürth dieses Jahr nicht klappt. Können Sie sich vorstellen, zu einem Bundesligisten zu wechseln? Angebote soll es ja geben... 

Damit beschäftige ich mich nicht. Ich bewege mich nur im hier und jetzt. Wer das nicht tut, ist nicht fokussiert. Diese Frage nach meiner Zukunft tangiert mich momentan nicht. Klar ist die Bundesliga mein Ziel. Aber das ist ja das Ziel des gesamten Vereins. Es ist nicht so, dass ich unruhig zuhause sitze und die Bundesligatabelle studiere, um zu sehen, wo ein Trainerplatz freiwerden könnte. Ich fühle mich sehr wohl in Fürth, ich will hier den Aufstieg schaffen. Das hat absolute Priorität. Was dann irgendwann mal kommt, wird man sehen.

Der Grund meiner Frage ist das angebliche Interesse von Hertha BSC. Michael Preetz, den sie gut kennen, soll über sie als Babbel-Nachfolger nachdenken. Was ist da dran?

Interesse von Hertha BSC? Ich erfahre jetzt gerade von Ihnen zum ersten Mal, dass sowas überhaupt in den Medien steht. Es stimmt, dass ich mit Michael Preetz zusammen gespielt und unter seinem Vater gelernt habe. Wir kennen uns sehr gut. Ob das allerdings schon zu Spekulationen berechtigt, dass ich neuer Trainer bei der Hertha werde, weiß ich nicht. Fakt ist: Da ist nichts dran, mit mir hat niemand geredet.

Und wie steht es zu Ihrer alten Liebe zu Schalke 04? Ist es noch immer ein Traum, dorthin zurückzukehren?

Ich habe schon oft gesagt, dass sich dieser Kreis irgendwann schließen wird. Ich habe 18 wunderbare Jahre auf Schalke verlebt, meine Familie wohnt noch immer im Ruhrgebiet. Dass man dann sagt, dass man irgendwann zurückkehrt, ist noch normal. Das ist allerdings völlig unabhängig von der Position. Vielleicht arbeite ich bei Schalke irgendwann als Scout oder im Jugendbereich. Das kann durchaus passieren.

Auf Ihrer Homepage mike-bueskens.de werden Sie noch als Trainer von Schalke geführt, die ganze Seite ist königsblau, Fürth wird nicht mit einer Zeile erwähnt. Es steckt doch noch ziemlich viel Schalke in Ihnen, oder?

Da sehen Sie mal, wie wenig Zeit man als Trainer für Sachen außerhalb des Fußballplatzes hat. Diese Seite ist während meiner Zeit als Spieler entstanden, ich habe Sie wohl lange nicht mehr aktualisiert. Aber dann werde ich das Design in naher Zukunft ändern und alle meine Vereine entsprechend würdigen. (lacht)


LIGA total! Fan Voting

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal