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SC Paderborn: Mit Roger Schmidt kam der Erfolg

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2. Bundesliga - SC Paderborn  

"Hinter unserem Lauf steckt harte Arbeit"

01.02.2012, 09:08 Uhr | t-online.de

SC Paderborn: Mit Roger Schmidt kam der Erfolg. Paderborns Trainer Roger Schmidt hat derzeit gut lachen. (Foto: imago)

Paderborns Trainer Roger Schmidt hat derzeit gut lachen. (Foto: imago)

Das Interview führte Johann Schicklinski

Der SC Paderborn spielt eine sensationelle Saison. Die Elf aus Ostwestfalen liegt mit 39 Punkten nach 19 Spieltagen auf Rang fünf der 2. Liga, gleichauf mit dem Topfavoriten Eintracht Frankfurt. Dabei hatte Paderborn vor der Saison noch den Abgang seines Trainers André Schubert zu verzeichnen, den es zum FC St. Pauli zog.

Als neuer Coach kam Roger Schmidt zum SCP, das Saisonziel war der Klassenerhalt. Doch unter der Regie des 44-Jährigen setzte die Elf zum Höhenflug an und darf nun vom Bundesliga-Aufstieg träumen. Im Gespräch mit t-online.de spricht Schmidt unmittelbar vor dem Rückrundenstart über das Erfolgsgeheimnis des SC Paderborn, die mögliche Sensation und eine Aufstiegs-Wette.

t-online.de: Herr Schmidt, vor der Saison traten Sie die Nachfolge von André Schubert an, der den SC Paderborn in die 2. Liga geführt und dort etabliert hat. Seine Fußstapfen galten als sehr groß. Sind Sie überrascht, wie problemlos der Übergang funktioniert hat?

Roger Schmidt: Überrascht bin ich nicht, zumal ich hier schon ein gewisses Gerüst vorgefunden habe. Dass es natürlich so gut läuft, konnte man im Sommer nicht absehen und das ist eigentlich auch nicht normal für einen Verein wie den SC Paderborn. Wir genießen und betrachten den Erfolg als Bestätigung unserer Arbeit. Davon abgesehen, trete ich in keine Fußstapfen, sondern gehe meinen eigenen Weg.

Die neuen Spieler, die zum Teil aus unteren Klassen rekrutiert wurden, sind allesamt eingeschlagen.  Was steckt hinter der Paderborner Transferpolitik?

Die Transfers waren vor allem auch wirtschaftlichen Zwängen geschuldet. Der SC Paderborn kann es sich nicht leisten, gestandene und teure Spieler zu holen. Unsere Aufgabe im Sommer war deshalb klar: Mit wenig Geld gute Spieler finden, die der Mannschaft weiterhelfen. Dabei haben wir ein glückliches Händchen bewiesen. Die Neuen haben die Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen.

Der SCP ist seit 15 Spielen ungeschlagen. Ist der Erfolg Ihrer Elf mit einem "Lauf" erklärbar?

Von alleine passiert gar nichts, man gewinnt nicht Spiele, nur weil man einen Lauf hat. Natürlich steigt mit der Zahl der erfolgreichen Spiele das Selbstvertrauen, aber da steckt harte Arbeit dahinter. Die Spieler vertrauen dann irgendwann auf die eigenen Fähigkeiten, anstatt zu verkrampfen, und rufen ihre fußballerische Qualität konstant ab. Ein Paradebeispiel war unser letztes Spiel vor der Winterpause in Düsseldorf. Die Fortuna als beste Mannschaft war ja bis dato noch ungeschlagen, aber wir sind dort mit breiter Brust aufgetreten, haben mutig nach vorne gespielt und uns letztlich durchgesetzt.


Besonders auswärts trumpft Ihre Mannschaft auf, der SCP führt die Auswärtstabelle an. Was ist der Grund dafür, dass Ihre Elf in fremden Stadien so stark ist?

Wir wollen unser Spiel durchziehen, ob zu Hause oder auswärts macht keinen Unterschied. Wir treten immer mutig auf und gehen auf den Platz, um Tore zu schießen und zu gewinnen. Unser Selbstbewusstsein ist so gewachsen, dass uns auch große Kulissen in fremden Stadien nichts ausmachen. Vielleicht beflügelt uns das sogar.

Ist Ihre Mannschaft bisher auch von den Gegnern unterschätzt worden?

Ich glaube, dass wir schon seit geraumer Zeit ernst genommen werden. Wir haben uns Respekt erarbeitet. Auch die anderen Mannschaften wissen, dass wir jeden Gegner in der 2. Bundesliga schlagen können.

Erstes Saisonziel Ihrer Mannschaft war der Klassenerhalt, den hat Ihre Elf längst gesichert. Gegen Sie jetzt in die Offensive und verfolgen das Ziel Bundesliga-Aufstieg?

Dass wir nach 19 Spieltagen 39 Punkte auf unserem Konto haben, ist eigentlich unfassbar. Wir wollen diese tolle Ausgangssituation natürlich so lange wie möglich behalten. Ein Aufstieg ist aber immer noch unwahrscheinlich und wäre eine absolute Sensation. Wenn man die anderen Klubs betrachtet, die mit uns da oben stehen, haben wir die schlechtesten Bedingungen und sind deshalb nach wie vor Außenseiter.

Wäre es mit einem "kleinen Verein" wie dem SC Paderborn, dessen Etat in dieser Spielzeit nur 4,3 Millionen Euro beträgt, überhaupt möglich, im Fußball-Oberhaus zu bestehen?

Fakt ist: Wer aufsteigt, hat es auch verdient, in der Bundesliga zu spielen. Wir würden uns dann mit allem, was wir haben, so teuer wie möglich verkaufen und jede einzelne Sekunde genießen.

Ihr Präsident Wilfried Finke hat bereits mehrmals betont, dass die Verbindlichkeiten abgebaut werden müssen, deshalb auf dem Transfermarkt nur Schnäppchen in Frage kommen. Tragen Sie diesen Kurs mit?

Wir haben einen extrem kleinen Kader, so dass wir Ausfälle von Stammspielern nur schwer kompensieren können. Von daher hätte ich schon noch gerne den einen oder anderen Spieler im Winter gehabt, aber das war eben nicht drin. Mit Diego Demme von Arminia Bielefeld haben wir jetzt den ersten Neuzugang perfekt gemacht, er wird uns als Vorgriff auf die neue Saison schon in der Rückrunde helfen. Ansonsten akzeptiere ich die Gegebenheiten. Wenn es keinen wirtschaftlichen Spielraum für die Verpflichtung von neuen Spielern gibt, muss ich das als Trainer akzeptieren.

An Ihrem Goalgetter Nick Proschwitz, der mit zwölf Treffern die Torschützenliste der 2. Liga anführt, haben einige Bundesligisten Interesse bekundet. Wie wichtig ist es, dass er Ihnen in der Rückrunde erhalten bleibt?

Nick ist ein wichtiger Spieler für uns, nicht nur wegen seiner Tore. Er ist auch aufgrund seiner extrem mannschaftsdienlichen Spielweise ein Vorbild. Natürlich profitiert er auch von der Leistung der gesamten Mannschaft, weil wir unsere Spielweise ein Stück weit auf ihn zugeschnitten haben. Nick hat sich bei uns deutlich weiterentwickelt und aus meiner Sicht ist es gut, dass er zumindest bis zum Saisonende bei uns bleibt. Das ist für beide Seiten die beste Lösung.

Sie besitzen lediglich einen Einjahres-Vertrag, der im Sommer ausläuft. Es war zu lesen, dass Sie Ihren Kontrakt vorzeitig verlängern sollen.  Sind die Verantwortlichen diesbezüglich bereits auf Sie zugekommen?

Ja, sind die Verantwortlichen, wir befinden uns in Gesprächen.

Ist die Bundesliga ein langfristiges Ziel von Ihnen?

Mein persönliches Glück ist jetzt nicht von der Liga, in der ich arbeite, abhängig. Ich genieße im Moment das Privileg, mit meinem Heimatklub in der 2. Liga erfolgreich zu sein. Natürlich kann ich mir auch vorstellen, in der Bundesliga zu arbeiten, und traue mir das auch zu.

Bei diversen Wettanbietern wird der SCP mittlerweile als ernsthafter Aufstiegsanwärter gehandelt, die Quote liegt bei 10:1. Was würden Sie Paderborner Anhängern raten, die einen kleinen Einsatz investieren wollen?

10:1 ist ja gar nicht so schlecht (lacht), das können die Fans sicher mal riskieren. Der Einsatz muss ja nicht zu hoch sein…

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