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Erneute Hooligan-Attacke löst Diskussion aus

12.03.2012, 15:36 Uhr | dpa, dapd, sid

Erneute Hooligan-Attacke löst Diskussion aus. Polizeieinsätze vor den Stadien scheinen nicht ausreichend für Sicherheit zu sorgen. (Quelle: dpa)

Polizeieinsätze vor den Stadien scheinen nicht ausreichend für Sicherheit zu sorgen. (Quelle: dpa)

Eine Woche nach dem brutalen Überfall von Kölner Fans auf einen Gladbacher Fanbus hat es einen ähnlichen Vorfall gegeben. Vermummte Fans des Zweitligisten Hansa Rostock haben Anhänger von Eintracht Frankfurt auf der Stadtautobahn Rostock attackiert. Die Angreifer hätten versucht, sieben Fans des Kontrahenten von der Fahrbahn abzudrängen, teilte die Polizei mit.

Zuvor seien die Eintracht-Fans auf einem Parkplatz in Warnemünde von 15 Hooligans mit Steinen und Flaschen attackiert worden. Als die Frankfurter in einem Transporter flüchteten, wurden sie von drei Autos verfolgt. Die Polizei konnte eines der Angreifer-Fahrzeuge stoppen. Sechs Hansa-Anhänger wurden vorläufig festgenommen. Verletzt wurde niemand. Droht dem deutschen Fußball eine neue Form der Gewalt?

Eintracht-Vorstand: "Das sind unmenschliche Verbrechen"

Angriffe auf Fans weitab der Stadien scheinen Schule zu machen. "Wir hatten es schon öfter, dass Fans im Vorfeld eines Spiels angegriffen wurden. Dass sie aber so massiv verfolgt und bedroht wurden, ist neu", sagte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Rostock. Fassungslos reagierte auch Eintracht-Vorstand Klaus Lötzbeier. "Die immer schlimmer werdende Brutalität auf den Anfahrtswegen ist für den Fußball eine Katastrophe. Das sind unmenschliche Verbrechen und haben mit dem normalen Aufeinandertreffen von zwei Fangruppen nichts mehr zu tun", sagte Lötzbeier.

"Die Jungs hatten richtig Angst. Und die kommt jetzt erst richtig hoch", berichtete Bernhard Beier, Vorsitzender des Eintracht-Fanclubs in Bad Hersfeld, in einem Telefoninterview des Radio-Senders FFH. Der Vorfall habe nichts mehr mit Fußball zu tun. "Das war einfach nur eine kriminelle Handlung."

Gegen die festgenommen Hansa-Anhänger wurden Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet. Bei den Verdächtigen handelt es sich um Rostocker im Alter zwischen 17 und 27 Jahren, die alle bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten sind und der gewalttätigen Fanszene von Hansa Rostock zugerechnet werden.

Sind personalisierte Tickets eine Lösung

Einen zumindest ähnlich gelagerten Überfall hatte es Ende des vergangenen Jahres gegeben. Damals griffen im Vorfeld des Rostocker Geisterspiels etwa 20 vermummte Personen Anhänger von Dynamo Dresden in einem Lokal in Warnemünde an.

Nach den jüngsten Ausschreitungen wird der Ruf nach der Einführung personalisierter Tickets wieder lauter. "Die Möglichkeit der Einführung von solcher Tickets wird derzeit von der Politik und den Sicherheitsbehörden geprüft bei Vereinen, bei denen es immer wieder zu Gewaltexzessen der Fans kommt", sagte Polizeioberrätin Katja Kruse, stellvertretende Leiterin der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der "Sport-Bild". Die ZIS, die die Datei "Gewalttäter Sport" führt, gehört zur "Task Force Sicherheit" im deutschen Fußball.

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Angriff auf Gladbach-Bus als Vorbild?

Hansa Rostock distanzierte sich derweil von den Attacken seiner Fans im Vorfeld des Spiels gegen Eintracht Frankfurt (1:5). "Wir sind gegen jegliche Form der Gewalt und verurteilen solch ein Verhalten", sagte Rostocks Sprecher Lorenz Kubitz. Offenbar hatten sich die Rostocker eine Attacke Kölner Hooligans vor Wochenfrist gegen einen auf der Heimreise befindlichen Gladbacher Fanbus als "Beispiel" genommen.

Am 4. März hatten zunächst mehrere Fahrzeuge mit gewaltbereiten Kölner Anhängern versucht, einen Bus mit Gladbach-Fans auszubremsen. Auf dem Rastplatz Siegburg-Ost auf der Autobahn A3 hatten dann vermummte Personen den Bus angegriffen, woraufhin der Fahrer die Flucht in Richtung Köln ergriffen hatte.

Die Ermittlungen in Rostock gegen weitere verdächtige Personen werden unterdessen fortgeführt. Am Sonntagabend hatte es noch Hausdurchsuchungen bei den Tatverdächtigen gegeben. Dabei wurden mehrere "beweisrelevante" Gegenstände beschlagnahmt, die im Zusammenhang mit weiteren Straftaten rund um den Fußball stehen könnten.

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