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Pulverfass Hertha: Weiterer Einspruch?

28.05.2012, 12:24 Uhr | dpa

Pulverfass Hertha: Weiterer Einspruch?. Hertha-Präsident Werner Gegenbauer (l) und Michael Preetz müssen sich den Mitgliedern stellen.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer (l) und Michael Preetz müssen sich den Mitgliedern stellen. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Vorsicht Explosionsgefahr! Nicht nur die Dauerbrenner-Frage um einen weiteren Einspruch von Hertha BSC gegen das skandalöse Relegationsrückspiel bei Fortuna Düsseldorf wird die Berliner Mitglieder an diesem Dienstag beschäftigen.

Der Verein steht nach der sportlichen Pleitesaison mit einem Berg Schulden und weiterem Imageverlust da. Vor allem an Manager Michael Preetz entzündet sich die Kritik. "Sie wollen ein Schlachtfest", stellte Präsident Werner Gegenbauer bereits vergangene Woche bei einem Fan-Dialog fest: "Aber das kommt mit mir nicht infrage!"

Er und Preetz dürften vor einem ganz schweren Gang bei der Mitgliederversammlung stehen. Eine immer noch merkwürdig anmutende Entlassung von Aufstiegstrainer Markus Babbel, ein vollkommen missglücktes Engagement von Michael Skibbe, dann der vermeintliche Coup mit Otto Rehhagel. Auch das klappte nicht wie erhofft.

Berlin verliert nach nur einem Jahr wieder seinen einzigen Erstligisten - wenn Hertha nicht noch einmal Protest gegen die Wertung des Düsseldorf-Spiels einlegt.

Der Trainer ist jedenfalls schon weg, die Spieler bekamen bereits Urlaub. "Für Hertha beginnt jetzt eine neue Zeitrechnung - ohne Otto Rehhagel", sagte der 73-Jährige in einem Interview der "Bild am Sonntag". Er suchte nach seinem gescheiterten Kurzzeit-Engagement von Ende Februar an auch nicht nach Ausreden. "Der Abstieg ist auf dem Platz geschehen", sagte Rehhagel.

34 Mal hatte die Hertha in der regulären Saison mindestens 90 Minuten lang Zeit, sportlich den Verbleib zu sichern. 7 Siege sprangen dabei heraus, 10 Remis und 17 Niederlagen. Nun aber droht wegen der umstrittenen 93 Sekunden aus dem Chaosspiel vom 15. Mai unter Umständen die dritte juristische Nachspielzeit nach den Niederlagen vor dem Sport- und dem Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes - Ende offen.

Mindestens bis Ende dieser Woche hat Hertha laut Lizenzierungsordnung des Ligaverbands noch Zeit, über einen weiteren Einspruch zu entscheiden. Da kommt die Mitgliederversammlung gerade recht: Es gehe darum, ein "Stimmungsbild" der Mitglieder zu gewinnen, kündigte Clubsprecher Peter Bohmbach am Pfingstwochenende an. So könnte sich jede Entscheidung auch im Nachhinein besser erklären lassen.

Für Relegationsgegner Fortuna Düsseldorf ist der Aufstieg - oder auch nicht - damit ebenfalls längst zu einer nervenzermürbenden Hängepartie geworden, nachdem ihre Anhänger das Chaos allerdings erst ausgelöst hatten. Sie waren im Freudentaumel viel zu früh und zu Tausenden auf den Platz gestürmt.

Für die damals geherzten und geknuddelten Fortuna-Spieler besteht weiterhin eine interne Urlaubssperre. Auch die Rheinländer wollen erst die Mitgliederversammlung der Berliner abwarten. Bis Mittwoch sind die Profis vom Training befreit, dann wird die Fortuna neu entscheiden, wie es weitergeht.

Das DFB-Bundesgericht hatte am vergangenen Freitag nach einer Marathonsitzung den Protest gegen die erstinstanzliche Entscheidung des Sportgerichts abgeschmettert. Auch Rehhagel hatte in Frankfurt/Main ausgesagt. "Ich fühlte mich total unwohl. Das war nicht meine Welt. Ich habe das nur im Sinne der Hertha gemacht", gab Rehhagel nun zu.

Denn es ist der letzte Strohhalm, an den sich der mit rund 35 Millionen Euro verschuldete Club klammern kann. Gibt die Hertha vor den sportjuristischen Instanzen auf, treten nächste Saison Erzgebirge Aue oder Eintracht Braunschweig im Berliner Olympiastadion an und nicht mehr Borussia Dortmund oder Bayern München.

Und wird Preetz dann auch noch als Manager Sport da sein? "Ich habe zu jeder Zeit die Rückendeckung gespürt", betonte der Rekordtorjäger der Hertha schon mit Blick auf den mächtigen Vereinschef Gegenbauer. "Ich stehe zu Michael Preetz, weil ich glaube, dass er der richtige Mann für Hertha BSC ist", entgegnete Gegenbauer. Die beiden gibt es offenbar nur im Doppelpack.

Wie er den Neuanfang angehen wolle, weiß Gegenbauer auch schon. "In dieser Besetzung", sagte der Präsident und blickte jüngst bei einem Fan-Talk auf dem Podium wiederum zu Preetz. Die Entscheidung darüber dürfte aber an diesem Dienstag fallen. Der Vorteils des Duos: Überzeugende Alternativen zu Preetz und Gegenbauer kann die Opposition nicht präsentieren.

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