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Fanexperte: Fall Pezzoni wird Schule machen

04.09.2012, 14:51 Uhr | dpa

1. FC Köln: Fall Kevin Pezzoni wird Schule machen. Harald Lange, Professor an der Universität Würzburg, ist Fanexperte.

Harald Lange, Professor an der Universität Würzburg, ist Fanexperte. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Der Fanexperte Harald Lange geht davon aus, dass die Causa Kevin Pezzoni im deutschen Fußball kein Einzelfall bleibt. "Das wird Schule machen, das macht Schule," sagte der Leiter des Instituts für Fankultur an der Universität Würzburg der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag.

Pezzoni war von mutmaßlichen Hooligans bedroht worden und hatte seinen Vertrag beim Zweitligisten 1. FC Köln aufgelöst. Zwar geht Lange von Einzeltätern aus, doch sieht er einen Trend. "Seit zwei, drei Jahren gibt es immer mehr solche sonderbaren Fälle", erklärte der Sportwissenschaftler.

Die "klassische" Blockade der Fans nach schlechten Spielen vor dem Stadiontor verlagere sich immer mehr in den privaten Bereich der Spieler. "Fans kommen bis zum Reihenhaus, bis zur Wohnung". Gerade der Fall Pezzoni sei erschreckend, denn es treffe einen jungen Spieler, der weder gefestigt noch im Profifußball etabliert sei. Lange bezeichnete diesen Vorgang als "atypisch", da jungen Spielern normalerweise Zeit zur Entwicklung zugestanden werde.

"Das Fatale dabei ist, dass diejenigen, die diesen Druck machen, damit Erfolg haben. Das ist ein ethisches Problem", sagte Lange. Trotzdem teilt er die Kritik an der Entscheidung des 1. FC Köln nur bedingt: "Der Wunsch des Spielers zählt. Wenn er wirklich weg will, muss man ihn ziehen lassen."

Lange lobte die Reaktion der großen Mehrheit der Kölner Fans auf den Fall Pezzoni. "Das wurde von allen Lagern durch die Bank verurteilt. Alle waren bewegt und betroffen. Es ist gut, dass das Thema öffentlich debattiert wird, so werden Fans zur Reflexion über ihr eigenes Tun angehalten." Der Fanexperte rechnet beim nächsten Kölner Heimspiel mit Transparenten, auf denen Solidarität mit Pezzoni demonstriert wird.

Allgemein forderte Lange, dass Fans nie so viel Einfluss auf sportliche Entscheidungen haben dürften wie im Falle der Vertragsauflösung von Pezzoni - "zumindest, wenn das hintenrum und mittels Gewalt passiert". Dagegen hält er eine stärkere Integration der Fans in die Vereinsstrukturen für sinnvoll. Maßgeblich seien dabei Dialogbereitschaft und Transparenz.

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