17.11.2012, 15:22 Uhr | dpa, t-online.de, sid
Fans des Zweitligisten TSV 1860 äußern ihre Unzufriedenheit über Trainer Reiner Maurer. (Quelle: imago)
Ratlos zogen die Fußball-Profis des TSV 1860 München nach der 0:2-Heimpleite gegen den 1. FC Köln vor die Fan-Kurve. Wütende Proteste und "Maurer raus"-Rufe der Anhänger empfingen sie dort nach der vierten Niederlage in den vergangenen sechs Zweitliga-Spielen. Statt Aufstiegshoffnungen ist beim Münchner Traditionsverein auch unter Trainer Reiner Maurer wieder Mittelmaß angesagt. "Man hat es schon an der Stimmung nach dem Spiel gemerkt: Es brennt jetzt, aber das war klar", sagte Kapitän Benjamin Lauth.
"Wir werden jetzt im Umfeld wieder viel Unruhe haben", ahnte Maurer direkt nach der Partie. Der Druck auf den 52-Jährigen, der seit dem 1. Juli 2010 Chefcoach der Löwen ist, wächst. Aber auch auf die Verantwortlichen. Das Präsidium kam zu einer Krisensitzung zusammen. Am Morgen trainierte das Team ohne ihn. Er sei bei einer Spielbeobachtung, sagte eine Sprecherin des Vereins der "tz", nach deren Informationen die Zeichen auf Trennung stehen.
Nach der deprimierenden Niederlage in Unterzahl hatte der Trainer noch eindringlich an die Verantwortlichen appelliert, unverändert Ruhe zu bewahren. "Wir müssen ganz normal weiter arbeiten - das ist oberstes Gebot", erklärte Maurer. Nach nur vier Punkten aus den letzten sechs Spielen wird das jedoch zunehmend schwieriger.
Der Auftritt gegen Köln war ernüchternd, auch wenn Maurer "zwei Schlüsselszenen" für die zweite Heimpleite in Serie verantwortlich machen wollte. Das frühzeitige 0:1 in der dritten Minute nach einem Kopfball von Kevin McKenna sowie die Gelb-Rote Karte für Grigoris Makos (38.) nach einem unglücklichen Ellbogentreffer im Gesicht von Gegenspieler Matthias Lehmann. Die regelkonforme, harte Bestrafung sei eine "unsinnige Schiedsrichteranweisung", schimpfte Maurer. Makos hatte seinen Platzverweis jedoch mit der ersten Gelben Karte nach einer unnötigen Grätsche selbst heraufbeschworen.
Das Team entwickelt sich nach einem verheißungsvollen Saisonstart aktuell nicht mehr voran unter Maurer. "Wir reagieren nur - wir agieren zu wenig", analysierte Flügelspieler Daniel Halfar. Auch Maurer weiß, dass die Zwischenbilanz für die Ansprüche der Löwen nicht ausreichend ist: "Leider haben wir aus 14 Spielen nur 20 Punkte." Für Aufstiegsträume eindeutig zu wenig.
Quelle: dpa, t-online.de, sid
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