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Stadionsicherheit: Innenminister Friedrich setzt Vereine unter Druck

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Sicherheitskonzept: Klare Entscheidung gefordert

10.12.2012, 09:24 Uhr | dpa

Stadionsicherheit: Innenminister Friedrich setzt Vereine unter Druck. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich erhöht den Druck auf die Fußballclubs.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich erhöht den Druck auf die Fußballclubs. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Vor der Abstimmung über das umstrittene Sicherheitskonzept im deutschen Fußball hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich den Druck auf die 36 Proficlubs weiter erhöht.

"Das Problem ist, dass einige Vereine das Thema nicht ernst nehmen. Sie haben eine Verantwortung, für die Sicherheit der Zuschauer im Stadion zu sorgen. Es kann nicht sein, dass einige Vereine sagen: Gewalt im Fußball? Nie gehört!", sagte der CSU-Politiker Friedrich "Sport Bild Plus". Auch Ligapräsident Reinhard Rauball nahm die Vereine vor der Mitgliederversammlung am Mittwoch in Frankfurt/Main noch einmal in die Pflicht: "Meiner Meinung nach brauchen wir eine klare Entscheidung und keine Verschiebung."

Der Pokal-Ausschluss von Dynamo Dresden, den das DFB-Sportgericht am Montagabend verfügte, verlieh dem Treffen zusätzliche Brisanz. Die Richter des Deutschen Fußball-Bundes sahen den Zweitligisten als Wiederholungstäter und kannten keine Gnade. Grund für den Ausschluss aus dem Cup-Wettbewerb der kommenden Saison waren die Ausschreitungen beim Pokalspiel in Hannover Ende Oktober.

Damals hatte die Polizei insgesamt 41 Straftaten verzeichnet. Es gab neun Verletzte und drei Festnahmen. Hannover 96 wurde zu einer Geldstrafe von 70 000 Euro verurteilt. Das Urteil sei "angesichts der aggressiven Fußball-Chaoten in den Fanreihen von Dynamo Dresden sehr nachvollziehbar. Die Entscheidung zeigt, dass der DFB nicht vor konsequenten Strafen und drastischen Maßnahmen zurückschreckt", sagte der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann. Der CDU-Politiker fordert wie seine Amtskollegen, dass der deutsche Fußball ein neues Sicherheitskonzept in die Tat umsetzt.

Liga-Chef Rauball, zugleich Präsident von Meister Borussia Dortmund, erklärte in der "Bild"-Zeitung (Montag): "Der Ligaverband steht vor einer Weggabelung. Ich sehe die Abstimmung auf einer Ebene mit einem TV-Vertrag oder der 50+1-Frage. Es geht um die Frage: Können die Profi-Clubs ihre Hausaufgaben eigenverantwortlich machen und anschließend auch entsprechend selbstbewusst gegenüber Politik und Polizei auftreten?" Er sei jedenfalls froh, dass die meisten Vereine das erkannt hätten.

Friedrich forderte die 36 Erst- und Zweitligisten erneut auf, bei der Vollversammlung an diesem Mittwoch für das DFL-Sicherheitskonzept zu stimmen. Die Proficlubs entscheiden in Frankfurt/Main über das 37-seitige Papier mit den 16 Anträgen. Der designierte Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), Andreas Rettig, geht fest davon aus, dass es am Mittwoch verabschiedet wird.

Der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, Carl-Edgar Jarchow, kündigte allerdings an, für einen Aufschub der Abstimmung zu plädieren. "Ich werde dafür stimmen, dass wir am Mittwoch nicht abstimmen, sondern dass wir diese Fragen diskutieren und dann auf der ersten Mitgliederversammlung im neuen Jahr abstimmen", sagte der 57-Jährige am Sonntagabend im NDR Sportclub und betonte: "Ich finde es übereilt. Ich bin der Meinung, dass wir diesen Zeitdruck, der dort aufgebaut wird, nicht haben."

Ähnlich hatte sich bereits der VfB Stuttgart geäußert, auch Werder Bremen und die Zweitligisten FC St. Pauli und Union Berlin gelten als klare Gegner einer Verabschiedung des Maßnahmenkatalogs zum jetzigen Zeitpunkt. "Am Mittwoch muss erstmal gar nichts entschieden werden. Der Druck kommt von der Politik", sagte Ben Praße von der Fan-Organisation "Unsere Kurve" am Sonntagabend im SWR-Fernsehen und betonte: "Die Stadien sind sehr, sehr sicher. Der Druck ist gar nicht nötig. Von daher kann man das Thema ordentlich abhandeln."

Für Rauball hätte eine Verabschiedung zur Folge, dass angedrohte Restriktionen aus der Politik vom Tisch wären. "Es ist ein ganz schmaler Grat. Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Souveränität nicht verlieren", warnte er erneut. Das Sicherheitskonzept sei von Politik und Polizei anerkannt.

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