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Dresden setzt Zeichen und sperrt Fans aus

13.02.2013, 14:43 Uhr | dpa

Dresden setzt Zeichen und sperrt Fans aus. Dresdner Fans haben auch in Kaiserslautern gezündelt.

Dresdner Fans haben auch in Kaiserslautern gezündelt. (Quelle: dpa)

Dresden (dpa) - Dynamo Dresden will mit dem erneuten Ausschluss der eigenen Fans ein Zeichen setzen.

Nach den schweren Ausschreitungen durch sogenannte Anhänger beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern will der stark abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist in den Partien beim FC Erzgebirge Aue (10. März), Eintracht Braunschweig (28. März) und dem 1. FC Union Berlin (12. - 15. April) auf die eigenen Anhänger verzichten. "Wir bewegen uns als Verein auf ganz dünnem Eis und wir können nur gemeinsam den Karren aus dem Dreck ziehen", sagte Präsident Andreas Ritter.

Die Entscheidung durch die SG-Gremien fiel am späten Dienstagabend, vier Tage nach der Randale vom Betzenberg. "Wir haben die Thematik ausführlich analysiert. Wir haben bei Auswärtsspielen immer wieder Vorfälle mit Fans, die wir nicht beeinflussen können und die auch größtenteils dem Dresdner Umfeld nicht zuzurechnen sind", erklärte Ritter.

Auf dem Betzenberg hatten sogenannte Anhänger der Sachsen während der 0:3-Niederlage massiv Pyrotechnik abgebrannt. Zudem hatten sie versucht, einen benachbarten Block zu stürmen. Nach dem Spiel waren Dresdner Fangruppen auf Polizisten auf dem Messeplatz losgegangen und hatten vier Busse mit Lauterer Anhängern sowie Einsatzfahrzeuge der Polizei beschädigt. Dabei war ein Sachschaden von 70 000 Euro entstanden.

Nun griff Dynamo im verzweifelten Kampf gegen die Randalierer erneut durch. Schon am 27. November 2011 beim FC St. Pauli waren die Sachsen ohne eigene Fans angetreten. Damals als Konsequenz auf die Vorfälle beim Pokalspiel bei Borussia Dortmund. "Auch in der Auswärtsfanszene wurden die Vorkommnisse in Kaiserslautern ganz stark kritisiert. Augenzeugen haben berichtet, dass in Kaiserslautern Fangruppierungen gesehen wurden, die in Dresden schon seit Jahren nicht mehr im Stadion waren", erklärte Ritter.

In den nächsten Tagen will der Verein mit seinen Anhängern in den Dialog treten und die weitere Vorgehensweise beraten. Es soll eine Charta für den Selbstregulierungsprozess erarbeitet und die Fanabteilung personell aufgestockt werden, um die angestrebten Maßnahmen umsetzen zu können. Zudem wird der Club die aktive Strafverfolgung in die Wege leiten und dazu einen Rechtsanwalt sowie die Staatsanwaltschaft Dresden mit einbeziehen.

Die neuerlichen Maßnahmen sind ein Versuch, den schwer ramponierten Ruf des Vereins einigermaßen zu retten und sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Natürlich hat Dynamo keinen Einfluss darauf, wer wann wohin fährt. Aber wenn die Karten nicht über den Club verkauft werden, kann er auch nicht haftbar gemacht werden. Jeder, der in Aue, Braunschweig und Berlin als Dynamo-Anhänger auftritt, kommt als Privatperson. Ob man damit Ruhe in den Verein bekommt, bleibt abzuwarten. Schließlich stehen danach weitere Auswärtsspiele auf dem Programm.

Hart trifft der Ausschluss die friedlichen und sportlich fairen Fans, für die Dynamo auch bekannt ist. Sowohl beim Sachsen-Derby in Aue, als auch bei der Party in Berlin rund um den 60. Geburtstag von Dynamo bleiben sie außen vor.

Außen vor ist der ganze Club beim DFB-Pokal. Gegen diese Entscheidung durch den Deutschen Fußball-Bund will der Verein aber vorgehen. "Wir haben uns darauf verständigt, in die Berufung zu gehen, weil wir der Meinung sind, dass die Problematik der schuldunabhängigen Haftung nach wie vor ein großes Problem für die Vereine ist. Aus diesem Grund werden wir den Prozess weiter gehen, um eine Klärung herbeizuführen", erklärte Ritter.

Dynamo Dresden war nach der Zweitrunden-Pokalpartie bei Hannover 96 für die Vorkommnisse mit dem Ausschluss aus dem Cup-Wettbewerb in der kommenden Saison vom DFB-Sportgericht belegt worden. Bei der Partie hatte die Polizei insgesamt 41 Straftaten verzeichnet, es gab neun Verletzte und drei Festnahmen. Hannover wurde zu einer Geldstrafe von 70 000 Euro verurteilt.

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