Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > 2. Bundesliga >

Der VfB Stuttgart mutiert zum Chaos-Klub Nummer eins

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Elf Trainer in sieben Jahren  

Der VfB Stuttgart mutiert zum Chaos-Klub Nummer eins

15.09.2016, 14:02 Uhr | t-online.de

Der VfB Stuttgart mutiert zum Chaos-Klub Nummer eins. Zwischen Jos Luhukay (li.) und Jan Schindelmeiser hat beim VfB Stuttgart die Chemie nicht gestimmt. (Quelle: imago/Sportfoto Rudel)

Zwischen Jos Luhukay (li.) und Jan Schindelmeiser hat beim VfB Stuttgart die Chemie nicht gestimmt. (Quelle: Sportfoto Rudel/imago)

Ein Kommentar von Johann Schicklinski

Es ist noch nicht einmal Herbst. Die Jahreszeit, in der beim VfB Stuttgart normalerweise die Trainer gehen müssen, steht erst vor der Tür. Coach Jos Luhukay indes, erst seit Saisonbeginn im Amt, zieht die Reißleine bereits im Spätsommer und wirft von sich aus hin.

Damit ist bei den Schwaben der elfte Trainer in nur sieben Jahren gescheitert. Noch nicht einmal nach dem Super-GAU Abstieg aus der Bundesliga und einem allseits proklamierten Neuanfang kehrt beim VfB Ruhe ein.

Luhukay hatte letztlich keine andere Wahl

Im Gegenteil – der Traditionsklub, 2007 immerhin noch Deutscher Meister, beweist, dass es immer noch schlimmer geht und bewirbt sich nachhaltig um die zweifelhafte Ehre, der Chaosklub Nummer eins im deutschen Fußball zu sein. Sozusagen der "FC Hollywood" der 2. Liga.

Luhukay, so viel war bereits seit Tagen klar, war verbrannt. Er kam mit seiner freiwilligen Demission einem Rauswurf zuvor. Die Ereignisse ließen ihm letztlich keine andere Wahl, denn er war – auf gut deutsch – "enteiert". Eine Zusammenarbeit wäre auf Dauer nicht mehr gut gegangen.

Nach Streit mit Vereinsführung 
Luhukay tritt beim VfB Stuttgart zurück

Erst zum Saisonbeginn hatte Jos Luhukay den Bundesliga-Absteiger übernommen. Video

Chronologie des Schreckens

Doch der Reihe nach: Zunächst hatte sich Luhukay öffentlich von Spielern distanziert, die Manager Jan Schindelmeiser kurz vor Schließung der Transferliste verpflichtet hatte. Die Neuzugänge, so seine Argumentation, bräuchten alle noch Zeit und seien keine Soforthilfe. Gut informierte Medien berichteten darüber, dass der VfB-Coach lieber erfahrene Profis gewollt hatte, die er von vergangenen Stationen bereits kannte.

Dann hatte Luhukay die Favoritenrolle für sein Team von sich gewiesen und erklärt, dass der Aufstieg kein Muss sei. Daraus resultierte schließlich ein über die Medien ausgetragener Disput zwischen Luhukay ("Es stimmt schon: Zwischen uns ist es wenig harmonisch") und Schindelmeiser, in den zuletzt sogar noch Aufsichtsratschef Wilfried Porth eingriff, der den Trainer öffentlich maßregelte und ihm eine Art Ultimatum stellte. Auch Kritik an Luhukays Aufstellung wurde über die Presse geübt. Letztlich blieb dem Coach gar nichts anderes mehr übrig, als zurückzutreten.

Klubführung hat erheblichen Anteil am Durcheinander

Die Außendarstellung ist vor allem für den VfB äußerst peinlich. Einen gehörigen Anteil an der Eskalation der Situation hat die Klubführung, die nicht einschritt und den Konflikt stattdessen befeuerte. Wie Luhukay tickt und arbeitet, ist seit Jahren bekannt. Seine Marotten auch. Dass der Trainer weiß, wie man aufsteigt, hat er bereits mit dem FC Augsburg, Borussia Mönchengladbach oder Hertha BSC bewiesen.  

In Stuttgart ist er nun vor allem am chaotischen Umfeld gescheitert. Die Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit war beim schwäbischen Traditionsklub nicht mehr gegeben. Zu Recht beklagte er, dass im Verein und bei den Verantwortlichen „eine einheitliche Linie“ fehle. Zudem hatte Luhukay durch den durchwachsenen Saisonstart und seiner Äußerungen zur Qualität seines Kaders bei den Anhängern bereits die Rolle des Buhmanns inne und jeglichen Kredit verspielt – unabhängig vom Realitätsgehalt seiner Aussagen.

"Ende mit Schrecken"

Der je nach Auslegung als konsequent oder auch stur geltende Luhukay blieb sich indes auch im Abgang treu. Lieber ein "Ende mit Schrecken" als ein "Schrecken ohne Ende", wird er sich gedacht haben. Dass der 53-Jährige auf eine Abfindung verzichtet, spricht für ihn. Mit seiner Entscheidung hat er gleichzeitig den Weg frei gemacht, dass der Klub möglichst schnell wieder zu Ruhe kommt.

Ob der VfB diese Chance ergreift, darf angezweifelt werden. Der Verein steht nämlich vor einem Scherbenhaufen. Die Aufbruchsstimmung ist dahin und die über 50.000 Fans, die in den ersten beiden Heimspielen ins Stadion pilgerten, werden sich ihr Kommen beim nächsten Mal gut überlegen. Dem Klub steht einmal mehr ein heißer Herbst bevor, der diesmal bereits im Spätsommer beginnt.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal