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1860 München ist mehr denn je ein TSV Hasan Ismaik

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1860 München  

Spannende "Löwen"-Zukunft: Ismaik will Erfolge

23.11.2016, 13:21 Uhr | dpa

1860 München ist mehr denn je ein TSV Hasan Ismaik. Investor Hasan Ismaik hat Millionen in den TSV 1860 München gesteckt.

Investor Hasan Ismaik hat Millionen in den TSV 1860 München gesteckt. Foto: Andreas Gebert. (Quelle: dpa)

München (dpa) - 1860 München ist mehr denn je ein TSV Hasan Ismaik. Nach dem neuerlichen Rundumschlag an der Profi-Spitze des Fußball-Zweitligisten profiliert sich der unberechenbare Geldgeber aus Abu Dhabi auch öffentlich als alleiniger Chef bei Sechzig.

Die jahrelange Erfolglosigkeit und die verpuffenden Millionen-Investitionen will Ismaik, der die "Löwen" 2011 mit seinem Einstieg vor der Insolvenz rettete, nicht mehr länger tolerieren. Anscheinend ist Ismaik fest entschlossen, seinen bislang verlustreichen Ausflug in die Sportwelt bis zum Erfolg fortzusetzen.

Für die kurzfristige Wende setzt der Patriarch auf einen Mix aus internationaler Unternehmensführung und Clubtradition. Während die Geschäfte vorerst von einem fußballfremden Finanzexperten geführt werden, soll Ur-"Löwe" Daniel Bierofka als Interimscoach helfen.

Wichtig bleiben aber die Fragen: Was macht Ismaik? Holt er jetzt den lange ersehnten prominenten Trainer? Eine Liste mit Kandidaten soll es schon geben. Wie viel Geld steckt er noch in den Verein? Oder hat er eines Tages doch auf einmal keine Lust mehr? Auf "nahezu" 50 Millionen Euro bezifferte der Jordanier vor einem knappen Jahr sein Investment; mittlerweile liegt es signifikant darüber. Ein "eigenes Stadion mit blauen Sitzplätzen" bleibt ein großes Ziel. Laut Ismaik ist es ein Traum, "eines Tages in der Champions League zu spielen", wie er jüngst verriet. Der erste Schritt zum Bundesliga-Aufstieg sollte eigentlich in den nächsten drei Jahren realisiert werden.

Der Liga-Alltag sieht für das knapp über den Abstiegsrängen platzierte Team komplett anders aus. Auf dem Weg zu besseren Ergebnissen dürfte Bierofka nun ganz auf Emotionen setzen. Ähnlich wie bei seinem Drei-Spiele-Kurzeinsatz am Ende der vorigen Saison, der 1860 dank dreier Erfolge den Klassenverbleib sicherte.

Ein ähnliches Aufbäumen fordert Ismaik auch jetzt von seinem Team und versprach Bierofka zur Motivation ein Engagement bis zur Winterpause. Auch wenn das laut Statuten eigentlich gar nicht geht, denn Bierofka fehlt die notwendige Lizenz. Unter einem neuen Chefcoach soll Bierofka als Co-Trainer aber erhalten bleiben. Es wäre dann der zwölfte Wechsel auf der Position seit Ismaiks Einstieg.

Die erstaunliche Fluktuation beschränkt sich an der Grünwalder Straße aber nicht nur auf die Trainerstelle. In der Geschäftsführung soll es vorläufig ein Mann namens Anthony Power richten, der den zum Sportchef degradierten Thomas Eichin sowie Raed Gerges ersetzt. "Er hat Erfahrung auf den Gebieten Restrukturierung und Finanzen", hatte Ismaik auf einer bemerkenswerten Pressekonferenz am Dienstag gesagt.

Mehr noch als die sonderbaren Personalentscheidungen dürfte aber das Auftreten Ismaiks im Gedächtnis bleiben von diesem Wochenstart. Der Jordanier machte kaum noch einen Hehl aus seiner Alleinherrschaft bei 1860, Vereinspräsident Peter Cassalette wirkt nur noch wie ein Helfer des Hauptanteilseigners vom Golf, der auch Aufsichtsratschef ist.

"Der Aufsichtsrat hat die Befugnis, Entscheidungen zu treffen und steht auch über den Geschäftsführern", referierte Ismaik und deutete an, dass künftig alle Entscheidungen - etwa bei der Trainersuche - über seinen Schreibtisch gehen müssen. Diese Entwicklung dürfte die Deutsche Fußball Liga, die ja die 50+1-Regel zur Kontrolle von Investoren vorschreibt, zumindest aufmerksam weiter verfolgen. Diese Regel ist dem Jordanier sowieso seit langem ein Dorn im Auge.

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