20.11.2012, 16:19 Uhr | sid, dpa
Mein linker, linker Platz bleibt leer? Thomas Schaaf könnte bei Werder bald in Doppelfunktion arbeiten. (Quelle: imago)
Bei Werder Bremen könnte nun doch alles anders kommen. Auf der Suche nach einer Nachfolge-Regelung für den abgewanderten Geschäftsführer Klaus Allofs hat Klaus-Dieter Fischer eine weitere Variante ins Gespräch gebracht: Der Präsident des Bundesligisten denkt an eine Teammanager-Lösung mit Trainer Thomas Schaaf à la Felix Magath, der schon mehrfach Trainer und Manager in Personalunion war.
"Wir haben uns natürlich viele Modelle bei anderen Klubs angeguckt - und da muss mal auch man nach England schauen", sagte Fischer der "Kreiszeitung Syke" in Bezug auf die im Fußball-Mutterland übliche Besetzung der Trainer- und Managerposten mit einer Person. Schaaf geht nach dem Allofs-Wechsel zum VfL Wolfsburg "positiv seinen Weg. Er hat das nach der ersten Trauer-Arbeit fantastisch gemacht".
Der bei Werder zuletzt als Favorit auf die Allofs-Nachfolge gehandelte Frank Baumann soll laut Fischer bei der Neuverteilung der bisherigen Verantwortlichkeiten auf jeden Fall berücksichtigt werden. "Wir wünschen uns alle, dass Frank beim Neuaufbau eine wesentliche Rolle spielt", sagte der Präsident. Der ehemalige Werder-Profi arbeitet bereits als Assistent der Geschäftsführung beim Bundesligisten von der Weser.
Fischer, der 2014 aus der Geschäftsführung aussteigen und ein Jahr später auch sein Präsidenten-Amt zur Verfügung stellen will, fürchtet nach dem Allofs-Wechsel auch Wolfsburger Angebote für Bremer Spieler. "Man muss da realistisch sein. Allofs ist seit jetzt ein Konkurrent. Ich schließe das nicht aus, das ist Geschäft. Aber es würde dem moralischen Ansehen des Fußballs sicher nicht schaden, wenn es eine Schamfrist gibt, bevor man sich beim Ex-Klub bedient", sagte er.
Insgesamt zeigte sich Fischer von der Allofs-Entscheidung pro Wolfsburg enttäuscht. "Wir dachten, er ist ein Familienmitglied mit längerer Bindung. Dass wir es von Klaus erst erfahren haben, nachdem eine Zeitung darüber berichtet hatte, hat uns hart getroffen", erklärte der Werder-Präsident.
Unterdessen hat der ehemalige Werder-Profi Rune Bratseth kein Interesse an der Nachfolge von Allofs. Der frühere Bundesligaspieler sagte: "Das ist für mich nicht aktuell." Weiter wollte sich 51-Jährige nicht äußern.
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn arbeitete Bratseth von 1995 bis 2007 als Sportdirektor bei Rosenborg Trondheim, dem damals mit Abstand erfolgreichsten norwegischen Verein.
Quelle: sid, dpa
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