15.01.2013, 12:42 Uhr | t-online.de
Steht der FC Bayern München kurz vor dem größten Trainer-Coup in seiner Vereinsgeschichte? Die Anzeichen verdichten sich, dass Star-Trainer Pep Guardiola in der kommenden Saison Nachfolger von Jupp Heynckes wird. Der für gewöhnlich gut informierte TV-Sender Sky Italia meldete bereits am Montagabend den Deal als perfekt. Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge betonte am Rande des Neujahresempfangs der Deutschen Fußball Liga (DFL): "Wichtig ist, dass wir souverän und klug auftreten." Eine inhaltliche Stellungnahme lehnte Rummenigge aber ab: "Ich habe zu den Spekulationen - ob aus England oder Italien - noch nie Stellung bezogen. So werde ich es auch heute halten."
Ein Dementi von der Säbener Straße folgte spät. Markus Hörwick gab ein Statement ab. "Das ist alles Unsinn", erklärte der Mediendirektor zu den Spekulationen und bekräftigte: "Wir sprechen erst mit Jupp Heynckes. Er ist unser erster und einziger Ansprechpartner."
Das Hickhack um Guardiola erweckt immer mehr den Eindruck, dass die Verantwortlichen lediglich nur noch die richtige Reihenfolge einhalten möchten. Guardiola selbst gab vor einigen Tagen zu verstehen, wie diese auszusehen habe. "Es wäre respektlos, wenn ich zu einem Verein, der aktuell einen Trainer beschäftigt, konkret etwas sagen würde", sagte der 41-Jährige am Rande einer FIFA-Gala in Zürich, als er auf den FC Bayern angesprochen wurde.
Es könnte also darauf hinauslaufen, dass Heynckes zunächst verkünden wird, für die kommende Saison nicht mehr als Trainer zu Verfügung zu stehen. Erst dann würde die Guardiola-Verpflichtung bekanntgegeben. Eigentlich wollte man im März eine Entscheidung verkünden, doch lange wird der FC Bayern die Trainerdiskussion nicht mehr deckeln können.
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Daher passt es ins Bild, dass der Rekordmeister das Gespräch mit Heynckes nach eigener Aussage vorgezogen hat und bereits im Januar führen möchte. Zuletzt verdichteten sich bereits die Anzeichen, dass Heynckes nach dieser Saison seine Trainerkarriere beendet wird. Im Rahmen des Trainingslagers kündigte Matthias Sammer bereits vielsagend eine "Superlösung" an. Gut möglich, dass der Sport-Vorstand zu diesem Zeitpunkt bereits wusste, dass mit Guardiola eine Einigung erzielt worden ist.
Der Zeitpunkt für einen Abgang wäre für Heynckes indes ideal. Der FC Bayern ist derzeit in allen Wettbewerben auf Titelkurs. Der Gewinn der ein oder anderen Trophäe am Ende der Spielzeit wäre der perfekte Rahmen für einen Abschied des 67-Jährigen.
Für Heynckes aber noch viel mehr für Uli Hoeneß würde sich in diesem Moment der Kreis schließen. 1991 hatte der jetzige Bayern-Präsident seinen Freund Heynckes entlassen. Bis heute bezeichnet Hoeneß diese Tatsache als "größten Fehler" in seiner Manager-Karriere. Die Chance auf einen so positiven Abschluss der Akte Heynckes werden sich beide nicht entgehen lassen.
Den FC Barcelona und den FC Bayern verbindet traditionell eine tiefe Freundschaft, basierend auf großem Respekt. Zuletzt hatten die Katalanen einer Sendung von Lionel Messi an Gerd Müller (Trikot mit Widmung) auch ein Schreiben des Barça-Präsidenten Sandro Rosell an den Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge beigefügt. "Das historische Band zwischen diesen beiden Spielern macht ein weiteres Mal die Wertschätzung und Bewunderung deutlich, die unser Verein für den FC Bayern empfindet", stand dort geschrieben.
Diese Wertschätzung könnte im Vertragspoker um Guardiola den Bayern den entscheidenden Vorteil bescheren. Guardiola soll nach Medienberichten bereits dem FC Chelsea abgesagt haben, obwohl der Champions-League-Sieger und Klub von Milliardär Roman Abramowitsch angeblich 22 Millionen Euro Jahresgehalt geboten hat.
Guardiola, der auch beim AC Mailand sowie Manchester City und United gehandelt wird, habe sich zuletzt in New York stattdessen wiederholt mit Bayern-Vertretern getroffen. Der Spanier wird nach seinem Sabbat-Jahr, das er derzeit noch in New York verbringt, im Sommer definitiv auf die Trainerbank zurückkehren. Mit Barcelona hat der ehemalige Nationalspieler 14 Titel gewonnen, darunter zweimal die Champions League (2009 und 2011).
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Quelle: t-online.de
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