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Hannover 96: Martin Kind will keine Ultras mehr im Stadion

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Hannover 96: Martin Kind will keine Ultras mehr im Stadion

04.02.2013, 14:30 Uhr | dpa

Hannover 96: Martin Kind will keine Ultras mehr im Stadion. 96-Präsident Martin Kind geht zu den Ultras auf Konfrontationskurs.

96-Präsident Martin Kind geht zu den Ultras auf Konfrontationskurs. (Quelle: dpa)

Hannover (dpa) - Der große Zauber bei Hannover 96 ist vorbei. Die Mannschaft dümpelt im Bundesliga-Mittelfeld, und Teile des eigenen Anhangs fallen seit Monaten durch Krawalle und Ausschreitungen auf.

Keine zwei Jahre nach der berauschenden Europapokal-Nacht gegen den FC Sevilla, als 49 000 Zuschauer wie ein Mann das 96-Team 90 Minuten ohne Pause anfeuerten, ist die Euphorie verflogen. Der Streit mit den sogenannten Ultras hat einen tiefen Graben aufgerissen.

Vereinspräsident Martin Kind überlegt, den Ultras in der nächsten Saison keine Eintrittskarten zu verkaufen. "Das sind Pseudo-Fans. Das Beste ist, sie bleiben weg", erklärte der 96-Chef. Kind geht zunehmend auf Konfrontationskurs, ist nur noch eingeschränkt gesprächsbereit. In dieser Woche will er mit Fan-Vertretern über einen Maßnahmenkatalog für die nächste Saison diskutieren.

Ein Ticket-Verkaufsverbot wäre eine weitere Maßnahme des Vereins, der bereits Stadionverbote verhängt hat und eine strenge Stadionordnung besitzt. Zudem wurden die Eintrittspreise für das Europapokalspiel gegen Anschi Machatschkala am 21. Februar in zwei Fan-Blöcken erhöht - eine Strafaktion für den verbotenen Einsatz von Pyrotechnik.

Hannover 96 musste in der vorigen Saison rund 80 000 Euro an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Europäische Fußball Union (UEFA) zahlen - hauptsächlich wegen den Zündens von Bengalos. Der Verein zählt zu den ersten Clubs, welche die Strafen direkt an die Verursacher weiterreichten. "Bei Einigen hat das auch funktioniert", berichtete Kind. Auch der 96-Anhänger, der in Bremen erwischt wurde, soll nun zahlen.

Mit der Bahnhofs-Randale im Bremer Vorort Achim, wo am Freitagabend mehrere hundert 96-Anhänger vor dem Werder-Spiel von der Polizei nach Hannover zurückgeschickt wurden, ist für Kind eine neue Stufe erreicht. Ausdrücklich begrüßte der Unternehmer das konsequente Vorgehen der Beamten, die nach eigenen Angaben die Personalien von 434 Verdächtigten ermittelten.

Der Großeinsatz, den die Polizei in ihren Pressebericht unter der Überschrift "Wer randaliert, wird das Spiel nicht sehen" detailliert darstellte, wird in der Szene kontrovers diskutiert. Einzelne Augenzeugen widersprachen in der "Neuen Presse Hannover" (Montag) der Darstellung der Polizei. Sie warfen den Beamten unter anderem vor, sie hätten willkürlich mit Schlagstöcken auf Fans eingeschlagen.

Auch die Fanhilfe Hannover bezeichnete das Verhalten der Polizei als überzogen und teilweise rechtswidrig. "Über 400 Fans wurden aufgrund von zwei Ordnungswidrigkeiten über Stunden festgehalten und in ihren Rechten jenseits jeglicher Verhältnismäßigkeit massiv eingeschränkt", erklärte die Organisation ihre eigene Sicht der Dinge.

Die völlig unterschiedlichen Ansichten erschweren den Dialog. Kind hat in der Vergangenheit häufig mit den überwiegend jugendlichen Anhängern diskutiert und ist zu Fan-Kongressen gefahren. Unter dem Strich ist für ihn aber wenig dabei herausgesprungen. "Das ist eine Einbahnstraße", klagte der enttäuschte 96-Clubchef. Er sieht das Ansehen des Vereins und der Bundesliga insgesamt in Gefahr: "Das Verhalten ist völlig inakzeptabel."

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