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Eintracht Frankfurt: Erst Klatsche und jetzt der FC Bayern

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Bundesliga

1:6-Klatsche und jetzt die Bayern! Eintrachts Angst vor dem Fehlstart

11.08.2013, 13:32 Uhr | tht

Alexander Meier und Pirmin Schwegler sind nach der 1:6-Pleite in Berlin restlos bedient. (Quelle: imago/Jan Huebner)

Alexander Meier und Pirmin Schwegler sind nach der 1:6-Pleite in Berlin restlos bedient. (Quelle: imago/Jan Huebner)

Nach dem ersten Bundesliga-Spieltag gleich ein Horror-Szenario zu zeichnen, wird von den Verantwortlichen in der Regel als Medien-Ballyhoo abgetan. Zurecht eigentlich. Doch nach der 1:6-Klatsche beim Aufsteiger Hertha BSC geht bei Eintracht Frankfurt tatsächlich die Angst vor einem gewaltigen Fehlstart um. Denn das Auftaktprogramm hat es in sich. Dazu kommt noch die ungewohnte Zusatzbelastung Europapokal. "Schlimmer geht’s nicht mehr", sagte Trainer Armin Veh.

Der erfahrene Coach weiß, wovon er spricht, angesichts der enorm schweren Aufgaben, die in den nächsten Wochen auf die Eintracht warten. Am kommenden Wochenende empfängt die SGE keinen geringeren als den Triple-Sieger FC Bayern zum ersten Saison-Heimspiel. "Wenn wir so spielen, kriegen wir zehn Stück", sagte Veh mit Blick auf die katastrophale Vorstellung gegen Berlin.

Ehrliche Einschätzung der eigenen Leistung

Die "Frankfurter Rundschau" witzelte bereits in ihrer Kolumne Ballhorn über den Katastrophen-Auftritt zum Saisonstart: "Vor dem schweren Spiel gegen die Bayern verschafft sich Eintracht Frankfurt in Berlin schon mal ein dickes Torpolster. Hinten.“ Die gleiche Kolumne startete bereits in der ersten Hälfte des Hertha-Spiels in ihrem Ticker-Eintrag eine Durchsage: "Gesucht wird der 28-jährige Marco Russ. Er trägt ein schwarzrot-gestreiftes Hemd und ist nicht in der Lage, sich zu orientieren."

Jener Russ gab nach der Vorführung durch die in allen Belangen besseren Herthaner zu: "Wir sind hier verdient abgeschossen worden und müssen jetzt sprechen." Sportdirektor Bruno Hübner sprach von einem "rabenschwarzen Tag." Für Pirmin Schwegler war es ein "herber Schlag. Wer jetzt nicht weiß, woran wir sind, dem kann ich auch nicht mehr helfen."

Falle Europapokal

Doch genau das kann der Eintracht in dieser Saison blühen. Denn schon immer lebte der Verein und seine Fans in einer ganz speziellen Welt. Am Main zählt man sich, ähnlich wie der 1. FC Köln, traditionell zu den deutschen Top-Klubs. Ganz egal wie die sportliche Performance tatsächlich aussieht. Nur in Zweitliga-Saison 2011/12 und in der zurückliegenden Spielzeit gelang es den Verantwortlichen auch dem Umfeld eine etwas realistische Sichtweise zu vermitteln.

Foto-Show: Die größten Legenden der Eintracht

Prompt stellten sich Erfolge ein. So gelang nach dem souveränen Aufstieg im Folgejahr das Kunststück direkt auf Platz sechs und somit auf einen Europapokalplatz durchzustarten. Kaum war der Traum von Europa unter Dach und Fach, stellten sich im Umfeld allerdings wieder die alten Verhaltensmuster ein. Man sei wieder wer, nicht nur national, sondern natürlich auch international, war Volkes Meinung. Das Endspiel gegen Real Madrid 1960 im damaligen Europapokal der Landesmeister war gefühlt erst ein paar Tage her. Eine prinzipiell positive Stimmung, die sich offensichtlich auch auf die Mannschaft übertagen hat.  

Agdam vernebelt die Sinne

In all dieser euphorisierten Gedankenwelt kann die Konzentration auf den Bundesliga-Alltag schon mal verloren gehen. Da konnte Trainer Veh im Vorfeld noch so sehr mahnend den Zeigefinger erheben. Nicht Hertha BSC war zuletzt das bestimmende Thema, sondern Qarabag Agdam, der kommende Gegner in der Qualifikation zur Europa League.

Genau dorthin, ins über 3000 Kilometer entfernte aserbaidschanische Städtchen, muss die Eintracht nach dem zweiten Bundesliga-Spieltag und dem Duell mit Pep Guardiolas Star-Ensemble reisen. Anschließend geht es in der Liga zum euphorisierten Aufsteiger Eintracht Braunschweig. Bevor mit Borussia Dortmund der nächste Gigant in die Commerzbank-Arena kommt. Es folgen zwei Auswärtsspiele in Stuttgart und Bremen. 

Veh und Schwegler warnen

"Ein total bescheuertes Auftaktprogramm", nennt es Veh, der keinen Hehl daraus macht, bereits vor Saisonbeginn ein ungutes Gefühl gehabt zu haben. Der 52-jährige Trainerfuchs kann die Situation sehr gut einschätzen. Er weiß, dass die Eintracht längst noch nicht so gefestigt ist, um auf mehreren Hochzeiten erfolgreich tanzen zu können.

Vieles hänge vom Saisonstart ab, vom Selbstvertrauen, das je nach Saisonverlauf wachsen oder schrumpfen könne, sagte Veh vor Saisonbeginn. Mut dürfte der Auftritt in Berlin nicht gerade gemacht haben. Kapitän Schwegler hat die Zeichen der Zeit immerhin erkannt: "Wir sind tief getroffen, aber nicht K.o., am ersten Spieltag steigt man nicht ab." Immerhin, ein kleiner Trost.

11.08.2013, 13:32 Uhr | tht

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