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Experte analysiert BVB-Attentat: "Unter Fans gibt es keine Angst vor Terror"

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Experte analysiert das Attentat  

"Die Gewaltexzesse scheinen grenzenlos"

13.04.2017, 07:25 Uhr | Manuel Hannemann, t-online.de

Experte analysiert BVB-Attentat: "Unter Fans gibt es keine Angst vor Terror". Der zerstörte BVB-Teambus in Dortmund. (Quelle: dpa)

Der zerstörte BVB-Teambus in Dortmund. (Quelle: dpa)

Was hat den oder die Attentäter von Dortmund angetrieben? Der Sportsoziologe Prof. Gunter Pilz der Universität Hannover vermutet einen islamistischen Hintergrund. Im Interview erklärt er diese neue Art des Terrors und was das für die Fans bedeutet.

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Glauben Sie, dass die Antifa oder der IS den Anschlag geplant haben?

Die Islamisten sind immer darauf aus, möglichst vielen Menschen zu schaden und Verunsicherung in der Bevölkerung zu schüren. Vielleicht suchen sie nun eine neue Bühne, wo Verunsicherung und Angst gesät werden können. Aber das ist reine Spekulation. Antifa macht überhaupt keinen Sinn, denn der BVB tut gerade viel gegen den Rechtsextremismus und ist ganz intensiv dabei, rechte Fangruppen aus dem Stadion zu verbannen und rechte Gewalt zu unterbinden. Einen Angriff aus der Fanszene heraus oder von Hooligans, halte ich für abwegig und absurd.

Wie erwarten Sie die Stimmung unter den Fans?

Wenn man etwas Positives an der Sache sehen möchte, dann spontane Solidarität. Selbst verfeindete Fangruppen, wie die des FCB oder von S04 äußerten umgehend ihr Mitgefühl. Eine Solidarisierung mit dem BVB kommt aus der ganzen Liga.

Gunter A. Pilz ist Sportsoziologe an der Universität Hannover. (Quelle: dpa)Gunter A. Pilz ist Sportsoziologe an der Universität Hannover. (Quelle: dpa)

Waffengewalt, Lkw-Anschlag in Berlin, nun der Angriff auf das BVB-Team: Was kommt als nächstes? Gibt es eine Steigerungsstufe?

Was den IS angeht, kann es immer weitere Steigerungsstufen geben. Die Philosophie des IS ist es ja, je schlimmer und je grausamer die Gewalt, desto besser. Die Gewaltexzesse scheinen grenzenlos, denn immer mehr Angst ist das Ziel. Wir hatten die Spielabsage in Hannover und den Anschlag in Paris bei dem Spiel Frankreich vs. Deutschland. Die Suche nach weltweiter Aufmerksamkeit ist erkennbar.

Sind Politiker mögliche Ziele?

Natürlich. Alles ist möglich. Politiker waren schon seit jeher Ziele für Anschläge. Gar nicht mal vom IS aus, aber Beispiele gibt es genug. Lafontaine oder Schäuble, der seit dem Angriff querschnittgelähmt ist. Politiker sind besonders gefährdet. Deswegen haben sie einen Personenschutz.

Wächst die Angst vor dem Terror unter den Fans?

Nein, unter den Fans gibt es keine direkte Angst vor dem Terror. Im Gegenteil, der Anschlag in Berlin ist ein Beispiel dafür, dass die Leute am nächsten Tag wieder rausgehen und zeigen, "wir lassen uns nicht verängstigen. Wir zeigen, dass wir freiheitsliebend sind und lassen uns davon nicht abbringen." Alles andere wäre auch die falsche Reaktion.

Wie sehen sie die Situation in Fußballstadien? Sind sie sicher?

Das Stadion ist meiner Ansicht nach einer der sichersten Orte, wo man sich aufhalten kann. Das sind mittlerweile Hochsicherheitstrakte mit Videoüberwachung. Ich glaube, man kann mit gutem Gewissen ins Stadion gehen.

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