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Carlo Ancelotti: Darum scheiterte er als Trainer beim FC Bayern München

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Die Gründe für den Rauswurf  

Hoeneß: Ancelotti hatte fünf Spieler gegen sich

28.09.2017, 22:12 Uhr | Luis Reiß, t-online.de

Carlo Ancelotti: Darum scheiterte er als Trainer beim FC Bayern München. Immer häufiger ratlos: Carlo Ancelotti bei der Niederlage gegen Hoffenheim Anfang September. (Quelle: imago/Thomas Frey)

Immer häufiger ratlos: Carlo Ancelotti bei der Niederlage gegen Hoffenheim Anfang September. (Quelle: Thomas Frey/imago)

Er kam im Sommer 2016 als Hoffnungsträger auf internationale Titel. Doch nur 15 Monate später ist Carlo Ancelotti als Trainer beim FC Bayern München schon wieder entlassen worden. Der Italiener hat die großen Erwartungen in fünf Punkten enttäuscht.

1. Ancelotti verlor den Rückhalt der Stars

Klub-Präsident Uli Hoeneß sagte zur Trennung dem Radiosender "FFH": "Du kannst als Trainer nicht deine prominentesten Spieler als Gegner haben. Die Tatsache, dass der Trainer aus meiner Sicht in den letzten Tagen fünf wichtige Spieler auf einen Schlag gegen sich gebracht hat, das hätte er niemals durchgehalten." Ancelotti hatte gegen Paris die Weltmeister Mats Hummels und Jérôme Boateng sowie Routinier Franck Ribéry nicht eingesetzt. Arjen Robben und Kingsley Coman kamen nur als Einwechselspieler zum Zuge.

Schon in den vergangenen Wochen hatte man das Gefühl, große Teile der Mannschaft seien gegen Trainer Ancelotti. Thomas Müller war beispielsweise frustriert, weil er auf der Bank sitzen musste und fragte: "Ich weiß nicht, welche Qualitäten vom Trainer gefragt sind. Meine offensichtlich nicht." Franck Ribery pfefferte nach einer Auswechslung sein Trikot auf die Ersatzbank. Arjen Robben verweigerte ein Bekenntnis zum Trainer. Statt die Stars auf seine Seite zu ziehen, verlor der Italiener an Rückhalt.

Dabei eilte dem Italiener der Ruf voraus, ein Team von Stars hervorragend kontrollieren zu können. Das schaffte er bei Real Madrid mit streitbaren Charakteren wie Cristiano Ronaldo und Sergio Ramos, zuvor aber auch bei seinen Stationen in Paris, bei Chelsea und dem AC Milan. Nur in München nicht.

2. (K)ein Trainer für die großen Spiele

Ancelotti bereitet seine Mannschaften immer auf den Saisonhöhepunkt vor, hieß es bei seiner Verpflichtung. Dann, wenn es um Titel geht, sei sein Team am besten. Deshalb störten durchwachsene Auftritte in der vergangenen Bundesliga-Saison an der Säbener Straße vorerst niemanden.

Doch das große Versprechen auf internationale Titel entpuppte sich als Illusion. Die Bilanz in den wenigen Spielen gegen gleichwertige Gegner verbesserte sich im Vergleich zu Vorgänger Pep Guardiola nicht: Im Halbfinale des DFB-Pokals scheiterte Bayern an Borussia Dortmund, im Viertelfinale der Champions League an Real Madrid. Ancelottis Mannschaft war nicht – wie angekündigt – auf den Punkt da.

3. Ancelotti machte keinen Spieler besser

Ex-Trainer Guardiola holte zwar keinen internationalen Titel. Dass aber nahezu jeder Spieler im Kader des FC Bayern unter dem Katalanen seine Höchstform erreicht hat, ist unbestritten. Ancelotti gelang das nie. Streng genommen blühte nur ein einziger Profi wirklich auf: Thiago. Und die starke Form des Spaniers lag womöglich eher daran, dass dieser endlich einmal über einen längeren Zeitraum frei von Verletzungen blieb.

Stattdessen fand der Italiener auch nach über einem Jahr keine geeignete Position für Klub-Ikone Thomas Müller, Leistungsträger wie David Alaba haben deutlich abgebaut. Talente wie Kingsley Coman stagnierten oder fanden erst gar keinen Anschluss wie der inzwischen verliehene Renato Sanches. Selbst Musterschüler Joshua Kimmich setzte Ancelotti lange Zeit nur widerwillig ein. Erst als die Klub-Bosse ihn zum Nachfolger von Philipp Lahm erklärten, erhielt Kimmich einen Stammplatz.

4. Taktisch hat Bayern an Flexibilität verloren

Pep Guardiola ordnete stets mehrere Systemwechsel innerhalb eines Spiels an. Kritiker sagen: zu viele. Doch unter ihm waren die Bayern enorm flexibel und schwer auszurechnen. 

Unter Carlo Ancelotti gab es hingegen nur noch zwei Standard-Systeme, das 4-3-3 und vereinzelt ein 4-2-3-1. Top-Gegner wie Paris St. Germain, zuletzt aber auch Hoffenheim in der Bundesliga, tricksten die Bayern aus. Eine Reaktion blieb Ancelotti schuldig. Dass eine Umstellung den Bayern sogar Punkte rettete, kam nur selten vor. Bei anderen internationalen Top-Teams ist der Trainer-Einfluss deutlich größer. 

5. Ancelotti blieb stur

Schon in den vergangenen Monaten genoss Ancelotti beim FC Bayern kaum noch interne Unterstützung. Co-Trainer Willy Sagnol und Sportdirektor Hasan Salihamidžić kamen gegen seinen Willen. Der Italiener erklärte sogar öffentlich, auch ohne die beiden Neuen hätte dem deutschen Meister nichts gefehlt. Gegen Paris wirkte die Degradierung der Stars Hummels, Ribéry und Robben wie eine Trotzreaktion. So als wollte Ancelotti sagen: Seht her, ich lasse mir nicht in meine Arbeit reinreden. Doch der ausbleibende Erfolg kostete Ancelotti den Job.

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