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Fußball - Mainz 05 in der Krise: Die größte Hilfe ist die Konkurrenz

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Fußball  

Mainz 05 in der Krise: Die größte Hilfe ist die Konkurrenz

18.03.2018, 18:19 Uhr | dpa

Fußball - Mainz 05 in der Krise: Die größte Hilfe ist die Konkurrenz. Nach der Niederlage bei Eintracht Frankfurt gratulieren die Mainzer den Siegern.

Nach der Niederlage bei Eintracht Frankfurt gratulieren die Mainzer den Siegern. Foto: Hasan Bratic. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - "Sandro Schwarz ist unser Trainer" und er werde dies auch beim nächsten Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach sein, betonte Rouven Schröder, der Sportvorstand des FSV Mainz 05 einmal vor und einmal nach der frustrierenden 0:3 (0:3)-Derby-Niederlage bei Eintracht Frankfurt.

Den wichtigsten Satz des Wochenendes sagte Schröder zur Sicherheit gleich zweimal. Den vielleicht wichtigsten Satz der gesamten verkorksten Saison spricht in Mainz aber zumindest öffentlich noch niemand aus. Er müsste heißen: "Danke Hamburg, danke Wolfsburg, danke Köln!" Auch wenn der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz nach dem Kölner Sieg am Sonntag nur noch fünf Zähler beträgt.

Denn dass Mainz 05 mit nur 25 Punkten und nach wiederholt desolaten Auftritten wie am Samstag im Rhein-Main-Derby immer noch eine intakte Chance hat, sich über die Relegation oder sogar als Tabellen-15. für ein weiteres Jahr in der Fußball-Bundesliga zu qualifizieren: Das hat auch sehr viel mit der Schwäche der Konkurrenz zu tun.

Sandro Schwarz beschönigte jedenfalls nichts nach dem zweiten 0:3 an seinem Wohnort Frankfurt in nur 38 Tagen. "Leistung bedeutet, mit der maximalen Intensität in jedes Spiel zu gehen. Das haben wir heute nicht gemacht", sagte der Mainzer Trainer. "Es hat das Zutrauen gefehlt, die Intensität. Das nervt, das ist frustrierend."

Dieser Frust war dem 39-Jährigen am Samstag anzusehen. Mit starrem Blick beantwortete er alle Fragen zur sechsten Niederlage in den vergangenen neun Pflichtspielen.

Es spricht für Schwarz und seinen Vorgesetzten Rouven Schröder, dass sie sich der kritischen Situation stellen, keiner Frage ausweichen und dass sie für die zweiwöchige Länderspiel-Pause wieder eine schonungslose Fehleranalyse angesetzt haben. "Es geht nicht mit Streicheleinheiten. Das ist Leistungssport", sagte der Trainer. "Wir müssen jetzt sehr kritisch sein. Wir haben aber auch das Wissen, dass wir es besser können. Nach unserem Pokalspiel hier vor fünf Wochen war das Hertha-Spiel eine richtige Reaktion und das Schalke-Spiel eine richtige Reaktion. Daran müssen wir uns orientieren."

Die Zeit dafür bekommen Schwarz und Schröder. Der neue Vorstandsvorsitzende Stefan Hofmann sprach seit seinem Amtsantritt mehrfach davon, beiden "den Rücken stärken zu wollen".

Trotzdem haben sich Trainer und Sportchef angreifbar gemacht. Von den 14 Spielern, die am 0:3 in Frankfurt beteiligt waren, wurde genau die Hälfte von Schröder verpflichtet. Seit seiner Ankunft in Mainz vor knapp zwei Jahren hat der 42-Jährige das Erbe seines übermächtigen Vorgängers Christian Heidel nicht bloß verwaltet, sondern den Kader durch teils millionenschwere Investitionen in Spieler wie Levin Öztunali, Abdou Diallo oder Alexandru Maxim auch aktiv umgestaltet.

Vor allem die Transferbilanz dieses Winters ist dabei zumindest noch nicht überzeugend. Nigel de Jong gibt im Mittelfeld kaum Impulse. Stürmer Anthony Ujah ist nach anderthalb Jahren in China körperlich noch nicht wieder auf der Höhe. Beide prominenten Neuzugänge haben dem Verein bislang keinen Schritt weitergeholfen.

Auch nach acht Monaten unter dem Trainer Schwarz ist fußballerisch keine Entwicklung zu erkennen. Seinem Vorgänger Martin Schmidt wurde vor allem vorgeworfen, keinen Plan B und C zu seinem kernigen Konterfußball entwickelt zu haben. Unter Schwarz sieht es nun aber zu häufig so aus, als gebe es nicht einmal einen Plan A.

In Mainz fällt das besonders auf. Der Verein hat einen "Mainzer Spielstil" und eine "eigene fußballerische Identität" sogar in einer Präambel verankert. In dieser Saison wirkt der Club aber sportlich wie entkernt. Nach dem 0:3 in Frankfurt drehten die eigenen Fans der Mannschaft sogar den Rücken zu.

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