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BVB: Nach dem Anschlag eskalierte der Streit mit Thomas Tuchel

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Trennung vom Trainer  

Nach dem Anschlag eskalierte der Streit mit Tuchel

09.04.2018, 10:48 Uhr | lr, dpa, t-online.de

 (Quelle: Imago)
Nach Anschlag auf den BVB-Bus: "Spieler haben Bilder davon im Kopf, wie etwas auf sie zufliegt"

Ein Jahr nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus: Die sportlichen, personellen und psychischen Konsequenzen für Borussia Dortmund. (Quelle: t-online.de)

Ein Jahr nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus: Die sportlichen, personellen und psychischen Folgen für Borussia Dortmund. (Quelle: t-online.de)


Trotz erfolgreicher Arbeit musste Trainer Tuchel kurz nach dem Anschlag auf den BVB-Bus gehen. Im Streit um den richtigen Umgang mit der Attacke zerbrach das Verhältnis zum Klub endgültig. Eine Aufarbeitung.

Aus heutiger Sicht nahm die negative Entwicklung im sportlichen Bereich bei Borussia Dortmund am 30. Mai 2017 ihren Anfang: Nach wochenlangem Theater trennte sich der Klub von Trainer Thomas Tuchel, obwohl dieser nur wenige Tage zuvor den DFB-Pokal mit seinem Team gewonnen hatte. Weder Peter Bosz noch Peter Stöger konnten bislang an den taktisch fortschrittlichen und zugleich erfolgreichen Fußball Tuchels anknüpfen.

In der knappen Mitteilung schrieb der Klub damals: „Das Wohl des Vereins Borussia Dortmund wird grundsätzlich immer wichtiger sein als Einzelpersonen und mögliche Differenzen zwischen diesen.“ Überraschend kam die Entscheidung nicht. Selten hatte sich ein Rauswurf in der Geschichte der Bundesliga so deutlich angekündigt.

Der Anschlag

Zum Bruch kam es nach dem Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus sechs Wochen zuvor, am 11. April. Tuchel prangerte öffentlich die Entscheidung der Uefa an, schon am kommenden Tag das Viertelfinale gegen AS Monaco nachholen zu müssen. „Unmenschlich“ nannte er die Entscheidung, der die BVB-Bosse aus Mangel an Alternativen zugestimmt hatten. Die öffentliche Meinung hatte er damit auf seiner Seite.

Tuchel behauptete anschließend, lediglich per SMS informiert worden zu sein. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Klub-Präsident Reinhard Rauball widersprachen und beteuerten, Tuchel sei in die Entscheidung eingebunden gewesen und habe zugestimmt. Der Streit zog sich über Wochen und wurde von beiden Seiten mit öffentlichen Äußerungen befeuert.

Tuchel erklärte kürzlich bei seiner Aussage vor Gericht: „Ohne den Anschlag wäre ich heute noch BVB-Trainer.“ Das kann sein – allerdings hatte es auch schon vorher zwischen dem Trainer und allen voran BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mächtig gekracht.

Januar 2016: Der erste Transfer-Streit

Der BVB will den Spanier Oliver Torres verpflichten, damals Junioren-Nationalspieler und vielversprechendes Offensiv-Talent von Atlético Madrid. Die Empfehlung kommt von Chefscout Sven Mislintat (inzwischen beim FC Arsenal), der zuvor auch schon Top-Talente wie Robert Lewandowski und Shinji Kagawa entdeckt hatte. Doch Tuchel ist nicht überzeugt, zögert – bis der Wechsel letztlich platzt. Torres geht zum FC Porto. Mislintat tobt, Tuchel verbannt den Chefscout anschließend im Streit dauerhaft vom Trainingsgelände. Doch der Talent-Späher wird wenig später von Klub-Boss Watzke zum „Leiter Profi-Fußball“ befördert.

Juli 2016: Drei Leistungsträger gehen

Watzke betonte wochenlang, ein Abgang aller drei Leistungsträger Mats Hummels (jetzt FC Bayern), Ilkay Gündogan (jetzt Manchester City) und Henrikh Mikhitaryan (über Manchester United zum FC Arsenal) sei ausgeschlossen. Schließlich verlassen sie doch gemeinsam den Klub. Trainer Tuchel tobt, nennt die Entscheidung öffentlich „riskant“ und versucht die Erwartungen zu dämpfen. Seine Wunschsspieler Ömer Toprak und Karim Bellarabi von Bayer Leverkusen bekommt der Trainer zudem nicht – weil der BVB die Ablöseforderungen nicht erfüllen will. Watzke verkauft die wirtschaftlich nachvollziehbaren Entscheidungen als „ambitionierten Umbruch“.

Januar 2017: Tuchel erfährt von Transfer aus den Medien

„Sport Bild“ berichtet, dass Tuchel in die Verpflichtung von Sturm-Talent Alexander Isak nicht involviert gewesen sei, sondern von dem Transfer aus der Öffentlichkeit erfährt. Der Trainer sagt nur vielsagend: „Es gibt Transfers wie Isak, bei dem das Scouting und Michael Zorc (Sportdirektor, d. Red.) die große Vorarbeit leisten.“ Dass der Vorgang öffentlich wird, betrachten die BVB-Verantwortlichen als Affront.

Tuchels öffentliche Kritik an Spielern

Hinzu kommt, dass Tuchel häufig seine Mannschaft öffentlich kritisiert. Nach dem verlorenen Pokal-Finale 2016 gegen den FC Bayern attestiert er seinem damaligen Kapitän Hummels: „Er kann es besser.“ Zuvor hatte er das nicht für den Kader nominierte BVB-Urgestein Neven Subotic aus dem Teamhotel verbannt. Im Februar 2017 poltert er nach einer Pleite in Darmstadt (1:2), die Mannschaft sei im Mentalitätstest „gnadenlos durchgefallen.“ Er fordert, die Ansprüche zurückzuschrauben – die Klub-Bosse sind verärgert. Vor dem Pokal-Finale 2017 streicht er den in den Vorwochen gut spielenden Nuri Sahin überraschend aus dem Kader. Mitspieler wie Marcel Schmelzer und Marco Reus stellen sich nach dem Pokalsieg auf die Seite von Sahin und greifen den Trainer öffentlich an.

Wenig später ist das Kapitel Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund beendet.

Verwendete Quellen:

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