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Fußball - UEFA: Im Würgegriff der asiatischen Wettmafia?

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UEFA  

Im Würgegriff der asiatischen Wettmafia?

01.12.2007, 10:30 Uhr | Spiegel Online

Die Champions League (Foto: Reuters)Die Champions League (Foto: Reuters) 24 Stunden vor der Auslosung der EM-Endrunde in Luzern macht ein erschütternder Verdacht die Runde: Europas Fußball droht ein Erdbeben in Form eines neuen Wettskandals. Laut einer vertraulichen Liste stehen 26 Spiele in europäischen Fußball-Wettbewerben unter Manipulationsverdacht. Im Zentrum der Wettmafia sollen Betrüger aus Asien stehen.

Auch ein EM-Qualifikationstreffen betroffen

Dem "Spiegel" zufolge stehen auf der UEFA-Liste zwölf Qualifikationsspiele für den UEFA Cup, acht UI-Cup-Spiele, drei Qualifikationsspiele für die Champions League, zwei UEFA-Cup-Spiele und ein Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft im kommenden Sommer.

Partien liegen teils bereits zweieinhalb Jahre zurück

15 der fraglichen Begegnungen fanden in der laufenden Saison statt, elf weitere wurden der UEFA von Wettüberwachern von Juli 2005 bis November 2006 gemeldet. Die überwältigende Mehrheit der Vereine, denen Manipulation unterstellt wird, kommt aus Ost- und Südosteuropa (unter anderen Bulgarien, Georgien, Serbien, Kroatien und dem Baltikum).

Europol eingeschaltet

Die UEFA hat sich wegen des Betrugsverdachtes an die europäische Polizeibehörde Europol gewandt, weil der Verband die "Integrität unserer Wettbewerbe in Gefahr" sieht und mit den eigenen Sanktionsmöglichkeiten bei der Bekämpfung der Korruption an seine Grenzen stößt.

Dossier ausgehändigt

Der Bericht des "Spiegel" erwähnt eine Reise von fünf Funktionären Anfang November in die Europol-Zentrale nach Den Haag. Diese übergaben dort ein 96 Seiten umfassendes Dossier. Am Beispiel von vier Europapokal-Spielen aus diesem Sommer wird darin detailliert beschrieben, mit welchen Methoden Wettbetrüger die Ergebnisse manipuliert haben sollen.

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Fehlende Kontrollen in Fernost

Das Zentrum der Wettmafia sieht die UEFA in Asien. Anders als in Europa, wo Zocker sich häufig ausweisen müssen, die Einsätze vielerorts auf dreistellige Euro-Summen begrenzt sind und Hightech-Betriebe wie Betradar innerhalb weniger Sekunden verdächtige Quotenbewegungen feststellen und Alarm schlagen können, kennt die Wettszene in Fernost praktisch keine Beschränkungen. Ein Paradies für Betrüger.

Schwindelerregende Einsätze und Gewinne

"Leute, die ein Spiel verschoben haben, können leicht ein bis zwei Millionen Euro pro Spiel setzen und einen Gewinn in etwa gleicher Höhe damit erzielen", heißt es in dem Dossier. "Bei bedeutenderen Turnieren kann die Summe ungleich höher sein."

Keine Bagatelle

Die UEFA hofft, dass Europol den Komplex Wettmanipulation im Profisport in die Octa aufnimmt, eine Bedrohungs- und Gefährdungsanalyse zur Organisierten Kriminalität. Sie wird jährlich erstellt und legt langfristig Prioritäten bei der internationalen Verbrechensbekämpfung fest. Bereits Anfang Oktober hatten UEFA-Vertreter beim Wiesbadener Bundeskriminalamt in der Abteilung Organisierte Kriminalität vorgesprochen.

Die Fäden spinnen sich in alle Bereiche des Ungesetzlichen

Damals ging es um einen engeren Austausch mit den Ermittlern. Die Europol-Beamten interessieren sich besonders für das Thema Geldwäsche. Es besteht kein Zweifel daran, dass Wettmanipulation der geradezu perfekte Weg ist, Einnahmen aus dem Drogenhandel, der Prostitution oder aus Waffengeschäften mühelos zu vervielfachen und ungehindert in Umlauf zu bringen.

Kontinent von Manipulationen überzogen

Europas Fußball war in den den vergangenen Jahren immer wieder mit Wettbetrug konfrontiert worden. Im Sommer 2004 wurden drei italienische Fußballklubs mit Punktabzug und Geldstrafen belegt. In Deutschland mussten der Schiedsrichter Robert Hoyzer und der kroatische Wettpate Ante Sapina Ende 2005 ins Gefängnis, weil sie gemeinsam Spiele verschoben hatten. Im tschechischen Fußball wurden im Oktober dieses Jahres sieben Schiedsrichter und drei ehemalige Funktionäre verurteilt, weil sie ebenfalls Spiele manipuliert hatten. Der belgische Fußball weiß von einer mafiösen Clique aus China ein Lied zu singen. Seit Anfang 2006 ermittelt in unserem Nachbarland die Staatsanwaltschaft. Zahlreiche Funktionäre und Spieler wurden bereits gesperrt und aus ihren Vereinen entfernt. Als Drahtzieher gilt Zheyun Ye. Insgesamt sind seit der Jahrtausendwende 20 Skandale offen gelegt worden.

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