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Champions League: Die Grusel-Dusel-Dominanz der Bayern

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Die ungewöhnliche Grusel-Dusel-Dominanz der Bayern

08.04.2010, 11:18 Uhr | t-online.de, t-online.de

Champions League: Die Grusel-Dusel-Dominanz der Bayern.

Was für eine Fußball-Nacht! Der FC Bayern München meldet sich eindrucksvoll auf Europas Fußballbühne zurück. Nach fast einem Jahrzehnt steht der deutsche Rekordmeister wieder in einem Halbfinale der Champions League. Vorausgegangen war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, ein eigenartiger Auftritt im Theater der Träume in Manchester mit einer Mischung aus Grusel, Dusel und Dominanz. Doch genau diese Mixtur scheint bei den Bayern 2010 – zumindest in der Königsklasse - zum Standardprogramm zu werden. So war es gegen Florenz, im Hinspiel gegen Manchester United und eben auch im Rückspiel in Old Trafford. Wieder einmal war es ein Zauber-Tor von Arjen Robben, das letztlich den Weg für die Bayern ins Semifinale frei machte. "Was die Mannschaft im Moment an Willen, Energieleistung und Leidenschaft mitbringt, da kann man nur den Hut ziehen", lobte Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge seine kickenden Angestellten.

Erinnerungen an die Schande von Barcelona wurden wach

Zwar unterlag der FC Bayern bei Manchester United mit 2:3, doch nach dem 2:1-Hinspiel Erfolg reichte das Ergebnis, um das Viertelfinale zu überstehen. Kein Wunder, dass Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hinterher "eine der schönsten Niederlagen in der Geschichte des FC Bayern" feiern konnte. Dabei hätte der Kaiser nach eigener Aussage "keinen Pfifferling mehr auf die Bayern gegeben", nachdem das Team von Louis van Gaal bereits mit 0:3 in Rückstand lag. "Der Anfang hat mich ein bisschen erinnert an Barcelona vor einem Jahr", sagte auch Bastian Schweinsteiger. Nicht nur ihn. Wohl jeder Bayern-Fan dachte zwangsläufig an den "Tag der Schande", wie Rummenigge die 0:4-Blamage ein Jahr zuvor ebenfalls im Viertelfinale der Champions League beim spanischen Spitzenklub genannt hatte.

Lebloser Auftritt in Abschnitt eins

Schließlich legte ManU los wie die Feuerwehr. Nach zwei Minuten und 24 Sekunden zimmerte Darron Gibson die Kugel vorbei am zur Salzsäule erstarrten Hans-Jörg Butt in die Maschen. Als Nani in der siebten Minute per Hacke zum 2:0 für die Gastgeber traf, explodierte die Stimmung in dem mit 74.482 Zuschauern restlos ausverkauften Old Trafford endgültig. ManU spielte wie im Rausch, die Bayern dagegen brachten den Ball kaum über die Mittellinie. Ribéry verweigerte die Defensivarbeit und ließ den jungen Holger Badstuber auf der linken Außenverteidigerposition mutterseelenallein gegen einen völlig aufgedreht agierenden Antonio Valencia. Als der ecuadorianische Nationalstürmer in der 41. Minute die komplette Bayern-Abwehr uralt aussehen ließ und Nanis zweiten Treffer zum 3:0 auflegte, begannen die Journalisten auf der Tribüne bereits den Abgesang des FC Bayern zu formulieren. Nichts, aber auch gar nichts deutete darauf hin, dass ein völlig lebloses, zweikampfschwaches und desorientiertes Bayern-Team noch zurückkommen würde. "In der ersten Halbzeit waren wir einfach nicht da, obwohl wir vorher noch darüber gesprochen haben", fand auch Robben ebenso wie über zehn Millionen TV-Zuschauer, die SAT.1 den besten Champions-League-Wert seit März 2004 bescherten, keine Erklärung für den Grusel-Auftritt in den ersten 45 Minuten.

Rooney-Einsatz überrascht

Vielleicht saß der Schock, den ihnen Wayne Rooney versetzt hatte, zu tief. Der Bluff schien Früchte zu tragen. Manchester-Coach Alex Ferguson schloss einen Einsatz der am Knöchel verletzten Ein-Mann-Büffelherde am Vortag noch kategorisch aus. Plötzlich stand der Super-Stürmer doch in der Startformation und war an beiden Treffern beteiligt. Während sich die Bayern-Spieler von Rooney überraschen ließen, hatte es einer bereits vorher gewusst. "Er war von Tag zu Tag weniger verletzt, mein Bauch hat mir gesagt, dass er spielen wird", sagte Uli Hoeneß nach der Partie und strahlte dabei bis über beide Ohren. Der Präsident hatte zuvor mit Karl-Heinz Rummenigge gewettet. Der Vorstandsvorsitzende muss jetzt ein Essen für zehn Personen springen lassen.

Olic, immer wieder Olic 

Dass die Bayern-Bosse zu Späßen aufgelegt waren, war auch ein Verdienst von Ivica Olic. Euro-Olic, mit vier Treffern Bayerns Top-Torjäger in der Champions League, nutzte den kollektiven Rausch der Engländer unmittelbar nach dem 3:0, um aus dem Nichts zu treffen. Da waren sie wieder, die Dusel-Bayern. "Das 1:3 von Ivica war enorm wichtig. Das hat uns den Glauben zurückgegeben", analysierte Schweinsteiger. "In der Halbzeit haben wir uns geschworen, dass wir rausgehen und wie Männer spielen."

Coole Schlussphase der Bayern

Gesagt, getan. Die Zuschauer sahen in der zweiten Hälfte ein völlig anderes Bild. Bayern spielte wie ausgewechselt. Manchester dagegen brachte kaum noch etwas zustande. Als der 19-jährige Rafael, der bis dahin Ribéry komplett aus dem Spiel genommen hatte, die Gelb-Rote Karte sah, kippte das Spiel endgültig. Erstaunlich cool spielten van Bommel und Co. solange ihre Ball-Zirkulationen herunter, bis Robben mit einem Traumtor in der 74. Minute aus 15 Metern zum nötigen 2:3 traf. Auch in der verbleibenden Zeit ließen die Bayern keine ManU-Chance mehr zu und dominierten den Gegner nach Belieben.

Schlechte Verlierer

Die Gastgeber präsentierte sich später als schlechte Verlierer: Trainer Sir Alex Ferguson vergaß nach dem Spiel seine Manieren. Der Erfolgscoach schob alle Verantwortung von sich und schimpfte wegen der Gelb-Roten Karte für United-Verteidiger Rafael in der 50. Minute lieber auf die "typischen Deutschen". "Bayern München wäre nie weitergekommen, wenn wir elf Mann gehabt hätten. Sie haben für den Platzverweis gesorgt - typische Deutsche", schäumte der Dauerkaugummi kauende Schotte. "Sie haben den Schiedsrichter belagert und die Rote Karte erzwungen. Wir kennen das ja."

Jetzt gegen Lyon 

Böse Worte, die den Münchnern egal sind: Im Halbfinale trifft der FC Bayern auf den französischen Vertreter Olympique Lyon. Im Hinspiel am 21. April in der Allianz Arena muss van Gaal dann auf die gelb-gesperrten Mark van Bommel und Holger Badstuber verzichten. Das Rückspiel findet am 27. April in Lyon statt.

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