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Sir Alex Ferguson lästert, die englische Presse rechnet ab

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Ferguson schimpft über die "typischen Deutschen"

08.04.2010, 12:30 Uhr | dpa, dpa

Sir Alex Ferguson lästert, die englische Presse rechnet ab. Sir Alex Ferguson lästert über den FC Bayern. (Foto: imago)

Sir Alex Ferguson lästert über den FC Bayern. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Trainer Sir Alex Ferguson schimpfte auf "typische Deutsche", die englische Presse spottete über das Scheitern in Europas Königsklasse. "Wir wussten, dass es kein großes Jahr für unsere führenden Klubs werden würde - nach dem Überfluss die Hungersnot", schrieb "The Times" am Tag nach dem Aus des englischen Rekordmeisters Manchester United gegen den FC Bayern München im Viertelfinale der Champions League. Erstmals seit sieben Jahren steht kein Insel-Klub im Halbfinale der Königsklasse.

Ferguson verliert Contenance

Ferguson vergaß nach dem 3:2-Sieg, der nach der 1:2-Hinspielniederlage den K. o. bedeutete, seine Manieren. Der Erfolgscoach schob alle Verantwortung von sich und schimpfte wegen der Gelb-Roten Karte für United-Verteidiger Rafael in der 50. Minute lieber auf die "typischen Deutschen". "Bayern München wäre nie weitergekommen, wenn wir elf Mann gehabt hätten. Sie haben für den Platzverweis gesorgt - typische Deutsche", schäumte der Dauerkaugummi kauende Schotte. "Sie haben den Schiedsrichter belagert und die Rote Karte erzwungen. Wir kennen das ja."

Van Gaals Verbal-Konter

Sein Kollege Louis van Gaal konterte prompt. "Wir haben das Foul nicht begangen, sondern der Spieler. Und der muss wissen, dass das eine zweite Gelbe Karte bedeuten kann", sagte der niederländische Trainer der Münchner. "Ich dachte, England wäre bekannt für sein Fair Play, aber solche Vorwürfe nenne ich nicht Fair Play. Ich teile Sir Alex' Meinung nicht."

Rooney-Bluff geht nicht auf

Ferguson verstieg sich sogar dazu, den Bayern-Spielern zu unterstellen, absichtlich auf Rooneys lädierten Knöchel gezielt zu haben. Der ManU-Coach hatte noch am Dienstag einen Einsatz des 24 Jahre alten Torjägers kategorisch ausgeschlossen - offenbar eine Finte. Am Mittwochabend zauberte Ferguson seinen Stürmerstar dann doch wie ein Kaninchen aus dem Hut und ließ ihn von Beginn an spielen. Rooney bereitete auch prompt den Blitzstart durch Darren Gibson vor, begann aber nach gut 20 Minuten zu humpeln. Ferguson holte ihn aber erst nach 55 Minuten vom Platz. Vorläufige Diagnose: Bluterguss unterhalb der ursprünglichen Verletzung - "nichts Ernstes", sagte Ferguson.

Kritische Pressestimmen aus England

Das in Europas Königsklasse zuletzt verwöhnte Fußball-Mutterland bot am Tag nach der denkwürdigen Europapokal-Nacht ein trauriges Bild. "United k.o. - Alex verzockt sich mit Roo", titelte Großbritanniens größtes Boulevardblatt "The Sun". "Auf Wiedersehen, United", schloss sich der "Mirror" auf Deutsch an. "Englands goldene Ära in der Champions League ist auch mausetot."

Erklärungsversuche für das Scheitern englischer Klubs

Die Sportpresse suchte nach Erklärungen, warum in dieser Saison nach dem FC Liverpool (Gruppenphase), Michael Ballacks FC Chelsea (Achtelfinale gegen Inter Mailand) und dem FC Arsenal (Viertelfinale gegen FC Barcelona) nun auch Manchester stürzte - nachdem fünf Jahre nacheinander mindestens ein englischer Verein das Champions-League-Finale erreicht hatte. "Ferguson mag Gift und Galle spucken, aber die unangenehme Wahrheit ist, dass Uniteds Aus mindestens so sehr aufs eigene Konto geht wie auf das der bayerischen Schmierenkomödianten", befand der "Mirror". Die Tageszeitung "The Times" führt das schlagkräftigste Argument für eine starke Rückkehr der Engländer: das weiterhin im Überfluss vorhandene Geld. Franck Ribéry könnte auf die Insel geholt, José Mourinho zurückgeholt werden. "Wenn du sie nicht besiegen kannst, kauf sie!"

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