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Bayern München jubelt über Sieg gegen Olympique Lyon

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Champions League - FC Bayern München  

Jubel bei den Bayern: "Ein sehr gutes Ergebnis"

22.04.2010, 07:13 Uhr | t-online, t-online.de

Aus München berichtet Thomas Tamberg

Ohne Dramen, ohne die ganz großen Geschichten, macht es der FC Bayern München in dieser Saison auf europäischem Parkett nicht. Das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Olympique Lyon war wieder mal so ein Abend. Mit einer bärenstarken Mannschaftsleistung rang der deutsche Rekordmeister Olympique Lyon mit 1:0 (0:0) (Robbens Tor als 3D-Video) nieder und darf weiter vom Finale um Europas Krone träumen. Dabei schien der FC Bayern nach der frühen roten Karte für Franck Ribéry (37.) wieder einmal auf der Verliererstraße zu sein. Doch im neu entdeckten Hexenkessel Allianz Arena steckte das Team von Louis van Gaal den Ausfall des französischen Superstars weg und lieferte eine Gala-Vorstellung ab. "Man kann stolz sein auf diese Mannschaft, was sie seit Wochen leistet, ist überragend", lobte hinterher ein zufriedener Präsident Uli Hoeneß.

Müller: "War Gott sei Dank nicht beim Frisör"

Auch van Gaal wirkte selten so gelöst wie nach dem Erfolg gegen den französischen Serienmeister, der erstmals in der Königsklasse das Semi-Finale erreicht hat. "Das ist ein sehr gutes Ergebnis, ich bin sehr zufrieden. Ich denke, dass wir ganz Europa wieder gezeigt haben, wie stark wir sind", frohlockte der 58-Jährige nach einer intensiven und dramatischen Partie. Wieder einmal war es Arjen Robben, der das Tor des Tages erzielte. In seiner unnachahmlichen Art zog er von der linken Seite in die Mitte und traf in der 69. Minute per Distanzschuss zum Sieg. Lyons Keeper Hugo Lloris hatte keine Chance, da der Gewaltschuss Robbens noch von Thomas Müllers per Kopf leicht abgefälscht wurde. "Ich war Gott sei dank nicht beim Frisör, obwohl ich es eigentlich wollte. Der Terminkalender hat es nicht zugelassen", kommentierte der Youngster die Szene mit einem Augenzwinkern und gönnte seinem Kameraden den Treffer von Herzen.

Bayern hadern mit Chancenverwertung

"Wir hätten das zweite Tor machen müssen", haderte Robben nach der Partie allerdings mit der Chancenverwertung. In der Tat hatten die in allen Belangen überlegenden Bayern eine Vielzahl von Tormöglichkeiten, doch letztlich traf nur der Niederländer. 19:6 Torschüsse und 68 Prozent Ballbesitz sind ein deutlicher Beleg für die Überlegenheit der Münchner. Robben ärgerte sich aber nicht nur über die ausgelassenen Chancen, sondern auch über seinen Coach. Als er in der 85. Minute gegen Hamit Altintop ausgewechselt wurde, äußerte er für alle sichtbar im Stadion seinen Unmut über die Entscheidung des Trainers. "Die Reaktion von mir war nicht gut, nicht professionell und ich möchte mich beim Publikum und den Mitspielern entschuldigen. Ich hatte das Gefühl, dass ich gut im Spiel bin und noch ein Tor hätte schießen können. Deswegen habe ich nicht verstanden, warum ich ausgewechselt wurde", sagte Robben hinterher.

Stimmung wie auf einer Kampfsportbahn

Van Gaal nahm es gelassen. Die letzten zehn Minuten seien aufgrund von Verletzungen die gefährlichsten für einen Spieler, so sein Credo. Er wolle seinen Ausnahmespieler schützen, "weil er auch in Mönchengladbach Tore schießen soll". Zumal van Gaal einen anderen Ausnahmespieler bereits zuvor verloren hatte. Ribéry, der bis dato ein gutes Spiel ablieferte, foulte kurz vor der Pause Lisandro Lopez und wurde zur Überraschung aller im Stadion vom unsicheren und ohne klare Linie leitenden Schiedsrichter Roberto Rosetti des Feldes verwiesen. Ab diesem Zeitpunkt glich die Atmosphäre in der Allianz Arena der einer guten alten Kampfsportbahn. Jeder Zweikampf wurde vom Publikum mit heftigen Reaktionen kommentiert. Die Zeiten scheinen endgültig vorbei, als Hoeneß die Fans für die "Scheiß-Stimmung" rüffelte. "Als Ribéry Rot gesehen hat, hätte ich nicht gedacht, dass wir 1:0 gewinnen", sagte van Gaal. Aber auch mit zehn Mann machte der FC Bayern Druck. Und spätestens als Abwehrchef Jérémy Toulalan in der 54. Minute mit Gelb-Rot ebenfalls vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, nahm der Bayern-Express richtig Fahrt auf.

Lahm: "Franck würde sehr gut ins Finale passen"

Für Ribéry indes kommt es zurzeit knüppeldick. Nach den Enthüllungen im Sex-Skandal, und dem ewigen Transfer-Hickhack sorgt der 27-Jährige jetzt auch sportlich für Negativ-Schlagzeilen. Die UEFA sieht bei einer roten Karte eine Mindestsperre von einem Spiel vor. Damit fehlt Ribéry im Rückspiel in einer Woche in Lyon definitiv. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er allerdings eine längere Sperre bekommt, da ansonsten die Rote Karte mit dem gleichen Strafmaß wie eine Gelb-Rote geahndet würde. Damit wäre auch eine mögliche Endspiel-Teilnahme futsch. "Ich hoffe es nicht nur für uns, sondern auch für den Fußball. Franck ist ein außergewöhnlicher Spieler und würde sehr gut in ein Finale passen", flehte Philipp Lahm, der den gelb-gesperrten Mark van Bommel als Kapitän ersetzte, um Nachsicht.

Kein schlechtes Wort über den Schiedsrichter

In der Tat darf Ribéry hoffen. Wer den Flurfunk in der Allianz Arena genau mithörte, kommt zu dem Schluss, dass der Dribbelkünstler mit der Mindeststrafe davon kommt. Ist da hinter den Kulissen bereits etwas gelaufen? Weder von Spielern noch von den Bossen kam ein schlechtes Wort über den Schiedsrichter über die Lippen. "Rot zu geben halte ich zumindest für sehr fragwürdig", sagte Hoeneß kurz und knapp. Robben konnte die Entscheidung sogar voll nachvollziehen. "Ich kann damit leben (rot), weil Franck und ich auch oft gefoult werden, da ist man froh, dass ein Schiedsrichter da ist und dich beschützt."

Lyon schwer beeindruckt

Schutz suchten auch die Gäste aus Lyon vor den Angriffswirbeln der Bayern. Mit einem Tor sei man noch gut bedient gewesen, war der Tenor der französischen Reisegruppe um Trainer Claude Puel. Aufgrund des Flugverbots musste man mit dem Auto anreisen. Grund genug für Olympique-Präsident Michel Aulas, sich nach der Partie ausschließlich über diesen Umstand aufzuregen. Sein Pendant auf der Bayernseite ließ das kalt. Hoeneß: "Mei, das ist halt so." Das Bayern-Spiel hat bei den Gästen Eindruck hinterlassen. Coach Puel: "Uns ist das angestrebte Auswärtstor nicht gelungen, deswegen wird es schwer im Rückspiel. Bayern war gerade in der Balleroberung sehr stark und sie haben den Ball gut laufen lassen." Auch die Kampfansage von Außenverteidiger Anthony Réveilléres für das Rückspiel ging in die Hose. Lyon habe im Achtelfinale schließlich auch gegen Real Madrid das Hinspiel mit 1:0 gewonnen so wie die Bayern heute und sei dann in Madrid mit einem 1:1 weitergekommen.

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