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Champions League: FC Barcelona empfängt Inter Mailand

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Bewährungsprobe für Ibrahimovic im Halbfinal-Rückspiel

28.04.2010, 08:56 Uhr | t-online.de, t-online.de

Champions League: FC Barcelona empfängt Inter Mailand. Heute Abend könnte Zlatan Ibrahimovic für den FC Barcelona entscheiden sein. (Foto: imago)

Heute Abend könnte Zlatan Ibrahimovic für den FC Barcelona entscheiden sein. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Von Jonny Giovanni

Joan Laporta lässt keine Gelegenheit aus, gegen Real Madrid zu sticheln – er ist schließlich Präsident des FC Barcelona. Am liebsten reibt er den Hauptstädtern ihre horrenden Transferausgaben unter die Nase. "100 Millionen Euro für einen Spieler auszugeben", sagte er am Wochenende, "das ist keine Frage, ob es uns gefällt oder nicht, das ist einfach nicht unser Modell." Er meint damit die Klubphilosophie.

Teuerster Einkauf Barcelonas: 70 Millionen

100 Millionen hat Barcelona tatsächlich noch nie ausgegeben, auch nicht 94 Millionen wie Madrid für Cristiano Ronaldo. So ganz fern, wie Laporta suggerieren möchte, sind seinem Klub teure Zukäufe aber auch nicht. Sein kostenaufwendigster Spieler hat immerhin 70 Millionen gekostet, er heißt Zlatan Ibrahimovic, und viele sagen, dass er wirklich nicht zu Barcelonas Modell passt. Sie meinen damit allerdings den Spielstil.

Zlatan Ibrahimovic spaltet die Gemüter 

An dem Schweden scheiden sich in Katalonien bislang die Geister. Sein statistischer Arbeitsnachweis liest sich durchaus ordentlich, 16 Tore in der Liga, vier in der Champions League, darunter eher selten ein 4:0 oder 5:0, sondern wichtige Treffer wie etwa das Siegtor zum 1:0 gegen Real Madrid vorigen November oder beide Tore zum 2:2 bei Arsenal im Viertelfinale der Champions League. Tore, wie sie von einem so teuren Mittelstürmer nun einmal erwartet werden. 

Ein Riese im Angriff

Andererseits wirkt er immer noch wie ein Fremdkörper im Angriffsspiel des FC Barcelona, schon allein physisch mit seinen 1,95 Metern gegenüber den vielen "bajitos", den Kleinen aus der hauseigenen Jugend: Messi, Xavi, Iniesta, Pedro, Bojan, keiner seiner angestammten Nebenspieler misst mehr als 1,70 Meter. Klar, dass seine Bewegungen im Vergleich nicht so elegant, so spielerisch aussehen. Dazu kommt, dass er kaum am Pressing teilnimmt und zwischendrin immer mal wieder so Tage hat, an denen er wirkt, als würde ihn das alles überhaupt nichts angehen.

Von den alten Fans im Hinspiel ausgepfiffen

Das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League bei Inter Mailand war so ein Tag. Ibrahimovic wirkte isoliert und desinteressiert, nach einer Stunde wurde er ausgewechselt – lustvoll ausgepfiffen von den Fans, für die er bis letzten Sommer spielte, und die jetzt Samuel Eto'o zujubeln, der im selben Zug von Barcelona nach Mailand wechselte. Für 45 Millionen Euro weniger als Ibrahimovic in die andere Richtung. 

Die Italiener sollen "ihren Beruf hassen"

Heute, beim Rückspiel (ab 20.30 Uhr im t-online Live-Ticker) gegen seinen Ex-Klub, treffen beide wieder aufeinander. Die Partie hat durch das 3:1 von Außenseiter Inter im Hinspiel noch mehr Spannung erhalten, aggressiv ruft der verwundete Champion den Gegenschlag aus: Derart einheizen müsse man den Italienern, "dass sie 90 Minuten lang ihren Beruf hassen", erklärte Verteidiger Gerard Piqué (woraufhin er vom eigenen Trainer Pep Guardiola korrigiert wurde: "Die Inter-Spieler sollen diesen Beruf nicht hassen, es ist nur ein Spiel"). Nie wollte Barcelona ein Finale mehr erreichen als diesmal, denn ausgetragen wird es beim Erzfeind, im Stadion von Real Madrid. Und zu allem Überfluss ist auch noch José Mourinho mit von der Partie, der Inter-Coach, der einst in Barcelona als Assistent arbeitete und später so manchen Strauß mit Barça ausfocht.

Ibrahimovic könnte spielentscheidend werden 

Bei all diesen Geschichten geht die von Ibrahimovic fast unter, dabei könnte sie erstens spielentscheidend und zweitens sogar karriererelevant sein. Inter wird sich wohl am eigenen Strafraum einigeln und sich darauf konzentrieren, Messi und Xavi in der Mitte keinen Spielraum zu lassen. Schon in der Schlussphase des Hinspiels war zu sehen, was das bedeutet: Barça blieb nur der Weg über die Flügel, das Operieren mit Flanken – ein ideales Szenario für einen Stoßstürmer und just die Spielsituation, für die Guardiola vor der Saison unbedingt Ibrahimovic verpflichten wollte. Mit seiner Größe, räsonierte der Coach damals, gebe der Schwede dem Team eine neue Option: auch mal durch die Luft zum Erfolg zu kommen.

Bewährungsprobe für Ibrahimovic

Ibrahimovic, am Wochenende in der Liga beim 3:1 gegen Xerez mit einem Tor und einer Vorlage deutlich formverbessert, steht heute also vor seiner ultimativen Bewährungsprobe. Geht sie schief, stellt ihn womöglich gar der im Sommer verjagte Eto'o in den Schatten, dann könnte seine Zeit in Barcelona schon bald vorbei sein. Zwar läuft sein Vertrag über fünf Jahre, auch dementierte er Kommentare seines Agenten, wonach er in Barcelona nicht richtig glücklich sei – doch auf der anderen Seite steigt der Druck, sich endlich besser zu integrieren.

Cruyff kritisiert öffentlich

Wenn des Klubs graue Eminenz Johan Cruyff einen Spieler öffentlich kritisiert, ist das jedenfalls kaum ein gutes Zeichen. Der Neue sei zu uneffektiv und mental noch nicht bei Barcelona angekommen, wurde der Ehrenpräsident jüngst von einer schwedischen Zeitung zitiert. Etwas kryptisch fügte Cruyff hinzu, Ibrahimovic habe "eine gute Technik für einen schlechten Spieler und eine schlechte Technik für einen guten Spieler." Dazu lobte er das schnelle Umschalten von Angriff auf Verteidigung – des Vorgängers Eto'o: "Das ist eines der Details, die Ibrahimovic lernen muss."

Es ist Zeit anzukommen

Eto'o hatte auch seine Marotten, aber auf seinen bedingungslosen Einsatz war stets Verlass. Bei Ibrahimovic wusste man dagegen schon bei Inter nie, was man kriegt: Genie oder Apathie. Letztere sollte er sich heute nicht leisten, an einem Abend, der kein schlechter wäre, um endgültig in Barcelona anzukommen.

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