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Champions League: Der Finalweg des FC Bayern München

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Champions League - Finale  

Der Finalweg der Comeback-Bayern

20.05.2010, 11:24 Uhr | t-online.de, t-online.de

Champions League: Der Finalweg des FC Bayern München. Ivica Olic erzielte auf dem Weg ins Finale bereits sieben Tore für München. (Foto: imago)

Ivica Olic erzielte auf dem Weg ins Finale bereits sieben Tore für München. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Es begann standesgemäß, doch zwischendurch war man plötzlich fast weg vom Fenster, um dann wieder so richtig durchzustarten. Der Weg des FC Bayern ins Finale der Champions League (Samstag, ab 20.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) gleicht einer Achterbahnfahrt. Schon lange nicht mehr hat der deutsche Rekordmeister in der europäischen Königsklasse so sehr mit den Nerven seiner Fans gespielt. Schon lange nicht mehr hat der FCB am Ende aber auch so viele Herzen erobert wie in dieser Saison 2009/2010. Dabei fing alles so harmlos an.

Zu Beginn spitze

Mit 3:0 gewann das Team von Louis van Gaal das Auftakt-Match in der Gruppe A beim israelischen Vertreter Maccabi Haifa. Thomas Müller (2) und Daniel van Buyten schossen den nie gefährdeten Sieg heraus. Bayern grüßte nach dem ersten Spieltag von der Tabellenspitze. Die konnte auch nach dem 0:0 gegen Juventus Turin in der Allianz Arena verteidigt werden. "Ich denke, wir haben in dieser Saison noch nicht so ein gutes Spiel gesehen", sah Van Gaal das Team auf einem guten Weg. Lediglich mit der Chancenverwertung haderte der Coach. "Wir haben viele hundertprozentige Chancen gehabt, aber kein Tor gemacht. Das ist sehr schade."

Blackout gegen Bordeaux

Nach zwei Partien sah es also gut aus für den FC Bayern. Doch innerhalb von zwei Wochen änderte sich plötzlich die Ausgangssituation dramatisch. Gegen Girondins Bordeaux leistete man sich zwei Niederlagen hintereinander. Bei der 1:2-Pleite in Bordeaux musste der FCB ab der 30. Minute in Unterzahl auskommen. Müller sah beim Stand von 1:1 in der 30. Minute die gelb-rote Karte. Zwei Minuten vor Schluss verlor der FC Bayern auch noch Van Buyten, der glatt Rot gesehen hatte. "Das war einer Spitzenmannschaft nicht würdig", beschrieb Mark van Bommel den mutlosen Auftritt seiner Elf.

Tiefpunkt und Platz drei

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Ohne die für jeweils ein Spiel gesperrten Van Buyten und Müller verloren die Roten zwei Wochen später in der Allianz Arena erneut gegen Bordeaux. Dieses Mal 0:2. Zwei Spieltage vor Ende der Gruppenphase lag der FC Bayern mit vier Punkten auf Rang drei. Weit abgeschlagen hinter Juventus (8 Punkte) und Bordeaux (10). "Wir sind noch nicht raus. Wir haben noch eine kleine Chance", sagte Van Gaal damals. Doch dazu benötigte man auch die Schützenhilfe aus Bordeaux.

Olic knipst

Die Franzosen taten den Bayern den Gefallen und besiegten Juventus mit 2:0. Gleichzeitig bezwang der Champion von 2001 Haifa zu Hause mit 1:0. Ivica Olic sorgte in der 62. Minute für den erlösenden Treffer. "Man merkt immer noch, dass unsere Mannschaft nicht so selbstbewusst auftritt, wie das sein sollte", resümierte Präsident Uli Hoeneß. Immerhin hatte sich der FC Bayern am letzten Gruppenspieltag ein Endspiel bei Juventus Turin um den Einzug ins Achtelfinale erkämpft.

"Eine magische Nacht"

Mit gemischten Gefühlen reiste der Bayern-Tross Anfang Dezember über die Alpen. Nur ein Sieg bei Juventus würde das CL-Aus vermeiden. Als dann auch noch David Trezéguet  nach 19 Minuten die Gastgeber in Führung schoss, schien das frühe Scheitern besiegelt. Doch dann erlebte der FC Bayern eine außergewöhnliche Auferstehung. Später sollte dieses Spiel immer wieder als Wendepunkt einer gesamten Saison herangezogen werden. Olic holte in der 30. Minute einen Elfmeter heraus, Hans-Jörg Butt verwandelte gegen keinen geringeren als Gianluigi Buffon eiskalt zum 1:1. In der zweiten Halbzeit spielte dann nur noch der FC Bayern und zerlegte die staunenden Turnier in ihre Einzelteile. Olic, Mario Gomez und Anatoliy Tymoshchuk schossen ein nicht für möglich gehaltenen 4:1-Triumph heraus. "Eine magische Nacht", sprach Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge aus, was jeder in diesem Moment fühlte. Hinter Tabellenführer Bordeaux (16 Punkte) qualifizierte sich der FC Bayern (10) als Zweiter vor Juventus (8) und Haifa (0) für die K.o.-Runde.

Bayern im Glück

Für den FC Bayern fing die Champions-League-Saison jetzt noch einmal von vorne an. Wie verwandelt im Vergleich zur Gruppenphase trat hier das Team von Van Gaal auf und hatte dabei auch das Glück auf seiner Seite. So wie beim 2:1-Siegtreffer im Achtelfinal-Hinspiel gegen den AC Florenz. Arjen Robbens Führungstreffer per Foulelfmeter (45.) egalisierte Per Kroldrup (50.). Bastian Schweinsteiger und Co. warfen in der Folgezeit alles nach vorne, doch ein Treffer wollte nicht gelingen. Bis Olic eine Minute vor Schluss für Klose querlegte. Aus Abseitsverdächtiger Position traf der deutsche Nationalstürmer zum vielumjubelten 2:1.

Großer Auftritt von Robben

Erst drei Wochen später fand im Stadion Artemio Franchi das Rückspiel statt. Insbesondere die elf Minuten an diesem 9. März zwischen der 54. und 65. Minute werden die Bayern-Fans so schnell nicht vergessen. Juan Vargas (28.) hatte die Gastgeber bereits in der ersten Hälfte in Führung geschossen. Als Stevan Jovetic in der 54. Minute das 2:0 folgen ließ, sah es wieder einmal schlecht aus für den FCB. Van Bommel (60.) brachte sein Team per Distanzschuss schnell wieder heran. Doch vier Minuten später brachte Jovetic mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 das Stadionrund zum Kochen. Dann kam der große Auftritt von Robben. Keine 60 Sekunden nach Jovetics Treffer schnappte sich der Niederländer den Ball, dribbelte los und zimmerte aus etwa 30 Metern die Kugel zum 3:2-Endstand in den Winkel. Wahnsinns-Treffer, Wahnsinns-Spiel, Bayern war eine Runde weiter.

Allianz Arena kocht

Mit dem Erreichen des Viertelfinals war man an der Säbener Straße rundherum zufrieden. Gegen den Rivalen Manchester United hatte man sich höchstens Außenseiter-Chancen ausgerechnet. Als Superstar Wayne Rooney nach 63 Sekunden die Gäste in der Allianz Arena in Führung schoss, sah es mal wieder zappenduster für die Bayern aus. Angetrieben von einem frenetisch mitgehenden Publikum gab man sich aber nicht auf und mit einem abgefälschten Freistoß sorgte Franck Ribéry (77.) für den vielumjubelten Ausgleich. Mit dem allerletzten Angriff der Partie ließ Olic die Allianz Arena erstmals in der Stadion-Geschichte in ihren Grundfesten erschüttern. Wie aus dem Nichts tauchte der quirlige Angreifer vor Edwin van der Sar auf und netzte zum 2:1-Sieg ein.

Olic aus dem Nichts

Mit diesem tollen Erfolgserlebnis im Rücken trat der FC Bayern zum Rückspiel im Old Trafford Stadion an. ManU überraschte die Bayern mit Rooney, der trotz Verletzung in der Anfangsformation stand. Es sollte nicht die einzige Überraschung für die Bayern werden. Man fühlte sich plötzlich an die Schmach von Barcelona aus der Vorsaison erinnert. ManU schien den FCB überrollen zu wollen. Nach sieben Minuten führten die Reds durch Darron Gibson (3.) und Nani bereits mit 2:0. Als erneut Nani in der 41. Minute zum 3:0 einnetzte, drohte eine historische Pleite. Doch wie schon im Hinspiel tauchte plötzlich Olic wie aus dem Nichts vor van der Sar auf und traf mit der ersten Bayern-Chance kurz vor der Pause zum 3:1. Wie verwandelt kamen die Bayern aus der Kabine. Als sich Rafael (50.) nach einem Foul an Ribéry die gelb-rote Karte abholte, spielte nur noch der FCB. Robben war es in der 74. Minute vorbehalten einen von Ribéry getretenen Eckball zum 3:2-Endstand direkt zu verwandeln und mit diesem Traumtor den Weg ins Halbfinale freizumachen.

Meisterstück gegen Lyon

Dort bot der FC Bayern gegen Olympique Lyon bisher sein Meisterstück ab. Erneut ging das Hinspiel in der Allianz Arena über die Bühne. Der Rekordmeister erspielte sich Chance auf Chance, doch nur Robben (69.) traf per Weitschuss zum 1:0-Endstand. Bitter für die Bayern war die Rote Karte für Ribéry. Der Franzose traf in der 37. Minute den Knöchel eines Gegenspielers und wurde zur Überraschung aller vom Platz gestellt. Doch die Bayern können mittlerweile auch ohne ihren großartigen Dribbelkünstler Bestehen. Das bewies das Rückspiel. Beim 3:0-Triumph ließ man Lyon im eigenen Stadion nicht den Hauch einer Chance. Olic war mit seinen drei Treffern (26., 67., 78.) der Mann des Abends. Hochverdient steht der FC Bayern somit erstmals seit 2001 wieder im Finale der Champions League.

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