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Champions League: Der Finalweg von Inter Mailand

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Champions League - Finale  

Der Finalweg der Mailänder Defensivkünstler

20.05.2010, 11:50 Uhr | t-online.de, t-online.de

Champions League: Der Finalweg von Inter Mailand. Inter-Kapitän Javier Zanetti hält die Abwehr zusammen. (Foto: imago)

Inter-Kapitän Javier Zanetti hält die Abwehr zusammen. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Keine Frage, wer vier Mal gegen den FC Barcelona antreten muss und sich gegen den FC Chelsea durchsetzt, steht zurecht im Finale der Champions League (Samstag, ab 20.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de). Inter Mailands Weg ins Endspiel um die europäische Krone war keinesfalls ein leichter. Der frischgebackene italienische Double-Sieger musste übrigens in der Gruppenphase ebenso wie der FC Bayern bis zur letzten Sekunde zittern, um den Einzug ins Achtelfinale perfekt zu machen. Doch dann kam das Team von Trainerfuchs José Mourinho immer besser in Schwung. Im Halbfinale lieferten die Mailänder Defensivkünstler in Barcelona in Unterzahl ihr Meisterstück ab und kämpften sich ins Finale.

Holpriger Start

Davon konnten die Interisti zum Saisonbeginn in der Königsklasse nur träumen. Der Start verlief holprig. Nach der Hälfte der Gruppenphase rangierte man auf dem letzten Tabellenplatz der Gruppe F. Nach den drei Remis (0:0 gegen Barcelona, 1:1 bei Rubin Kazan und 2:2 gegen Dynamo Kiew) konnte man nicht ahnen, dass Inter am Ende im Finale stehen würde. Während alle Gruppengegner vier Punkte auf dem Konto hatten, musste Inter bei nur noch einem ausstehenden Heimspiel gewaltig zittern.

Wende in Kiew

Ein Doppelschlag in den Schlussminuten sollte dann die Wende zum Guten einleiten. Am vierten Vorrunden-Spieltag gastierte Inter bei Dynamo Kiew. Die Ukrainer führten durch einen Treffer von Andrej Schewtschenko vier Minuten vor Schluss noch mit 1:0. Doch dann drehten der argentinische Goalgetter Diego Milito und der vor Rundenbeginn von Real Madrid gekommene Wesley Sneijder in den Schlussminuten die Partie. Inter siegte überraschend noch mit 2:1 und verschaffte sich eine gute Ausgangsposition für die restlichen zwei Begegnungen.

Hinter Barca weiter

Der Sieg in Kiew war Gold wert, da am vorletzten Spieltag der schwere Gang zum FC Barcelona auf dem Programm stand. Nach 26 Minuten hatten Messi und Co. den späteren 2:0-Endstand gegen harmlose Mailänder bereits herausgeschossen. Somit musste Inter am letzten Spieltag gegen Kazan unbedingt gewinnen, um weiter im Wettbewerb zu bleiben. Samuel Eto´o (31.) und Mario Balotelli (64.) erlösten schließlich beim 2.0-Erfolg die Tifosi. Als Gruppenzweiter hinter dem FC Barcelona zog Inter ins Achtelfinale ein.

Abwehrbollwerk hält Chelsea stand

Dort wartete kein geringerer als der FC Chelsea. Mit 2:1 setzten sich die Italiener zu Hause gegen das Team von Michael Ballack durch. Diego Milito mit einem Blitztreffer (3.) und Esteban Cambiasso (55.) sicherten bei einem Gegentreffer durch Salomon Kalou (51.) den Sieg. Ein 1:0-Erfolg hätte dem Premier-League-Klub folglich im Rückspiel gereicht. Doch an der Stamford Brigde zeigte sich erstmals die außergewöhnliche Klasse der Defensivabteilung um den ehemaligen Münchner Lucio. Inter verteidigte lange das 0:0. Chelsea wurde im Laufe der Partie immer stürmischer und wütender. Doch Mourinhos Abwehrbollwerk hielt dem Druck stand und ließ wenig Torchancen zu. In der 78. Minute besiegelte Samuel Eto´o mit einem Konter, den er zum 1:0-Endstand für Inter abschloss, das Schicksal Chelseas. Inter stand im Viertelfinale.

Kein Gegentor

Dort wartete mit ZSKA Moskau ein unbequemer Gegner aus Russland, der sich im Achtelfinale gegen den FC Sevilla durchsetzen konnte. Mit 1:0 gewann Inter ohne den gelbgesperrten Lucio das Hinspiel vor eigener Kulisse. Wieder einmal war es Stürmer Diego Milito, der mit seinem Treffer in der 65. Minute den Sieg sicherstellte. "Es hätten aber gerne ein paar Tore mehr sein dürfen", haderte Mourinho mit der Chancenverwertung. Zumal der Coach den Moskauer Kunstrasen im Rückspiel fürchtete. Doch auch da ging alles glatt. Wesley Sneijder zog mit seinem Freistoß-Tor in der 6. Minute dem Gegner bereits frühzeitig den Zahn. Inter hatte in der Folgezeit alles im Griff und schaukelte den 1:0-Erfolg im Luschniki-Stadion sicher nach Hause.

Einzigartige Abwehrschlacht

Im Halbfinale kam es dann erneut zum Duell mit der übermächtig erscheinenden Mannschaft des FC Barcelona, die Inter bereits in der Gruppenphase die Grenzen aufgezeigt hatte. Vielleicht etwas geschwächt durch die 1.000 Kilometer lange Busanreise, wegen der Vulkanasche herrschte immer noch Flugverbot in Europa, zog Barca überraschend den Kürzeren. Die schnelle Führung der Gäste durch Pedro Rodriguez (19.) verwandelten Sneijder (30.), Maicon (48.) und erneut Diego Milito (61.) im Giuseppe-Meazza-Stadion in einen glanzvollen Triumph. Als Inter im Rückspiel Thiago Motta (28.) durch eine umstrittene Rote Karte frühzeitig verlor, glaubte kaum noch jemand an ein Weiterkommen der Italiener. Doch mit einer einzigartigen Abwehrschlacht rettete sich das Mourinho-Team ins Ziel. Der 1:0-Siegtreffer von Gerard Pique für die Katalanen in der 84. Minute änderte daran nichts mehr. Erstmals seit 38 Jahren hat Inter Mailand wieder das Endspiel des früheren Landesmeister-Cups erreicht und kann nach 1964 und 1965 zum dritten Mal den höchsten europäischen Titel im Klubfußball gewinnen.

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