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Champions-League-Finale: Man darf auch ruhig für Inter sein

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Kolumne - Weltklasse  

Man darf auch ruhig für Inter sein

21.05.2010, 08:57 Uhr | t-online.de

Champions-League-Finale: Man darf auch ruhig für Inter sein. Inter Mailands Spieler jubeln. (Foto: imago)

Inter Mailands Spieler jubeln. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Kolumne von Jonny Giovanni

Ist ja alles richtig: Die Bayern spielen in den letzten Wochen einen formvollendeten Fußball. Sie haben sympathische Typen aus der eigenen Jugend wie Schweinsteiger oder Müller. Der Trainer, Louis van Gaal, hat einen hohen Unterhaltungswert, und sogar das ganze Erscheinungsbild des Klubs ist seit dem Teilrückzug von Uli Hoeneß irgendwie entspannter. Und genau, im Champions-League-Finale am Samstag (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) spielt eine deutsche gegen eine italienische Mannschaft. Wer gewinnt, erobert/sichert seiner Liga einen zusätzlichen Champions-League-Startplatz ab der Saison 2011. Und überhaupt, ein Sieg wäre auch Rückenwind für die so arg gepeinigte Nationalmannschaft. 

Nur: Muss man am Samstag deshalb unbedingt für die Bayern sein?

Fußball schizophren

In letzter Zeit ist ein kurioses Phänomen zu beobachten: der schizophrene Fußball-Fan. Da ist zum Beispiel mein Kumpel Tassilo. Die ganze Saison hat er geschimpft über die Bayern, ob sie gegen Bochum gespielt haben, gegen Stuttgart oder letzte Woche im Pokalfinale gegen Bremen. Schimpfen heißt bei ihm: 90 Minuten auf 180. Robben: Eine Schwalbe nach der anderen! Van Bommel: Gehört längst vom Platz gestellt! Ribéry: Hässlich und verschlagen! Die Schiedsrichter: Gekauft! So mache Fußball nun wirklich keinen Spaß mehr, schnaubte Tassilo oft, wenn er samstags um 17.30 Uhr aus der Kneipe ging.

Vaterlandsliebe kennt keine Grenzen

Drei oder vier Tage später, dieselbe Kneipe, derselbe Tassilo. Derselbe Robben: Ein Genie! Van Bommel: Charakter! Ribéry: Chapeau! Der einzige Unterschied: Statt gegen Bochum ging es gegen Lyon oder Manchester. Wenn man sich interessiert erkundigte, ob er in Wahrheit nicht ein heimlicher Bayern-Fan sei, war Tassilo jedoch empört. Er verbitte sich solche Unterstellungen, er könne die Bayern nicht leiden. Aber er sei nun mal kein Verräter an Deutschland und der Bundesliga.

Verlogene Unterstützung nicht erwünscht

Pardon, aber das ist kompletter Unsinn. Selbst die Bayern-Spieler wollen ja offenbar keine verlogene Unterstützung von solchen, die sie nicht mögen. In einem offenen Brief an das deutsche Fußball-Volk hieß es am Donnerstag: "Wir wissen und fühlen, dass uns Millionen von Fußball-Fans zu Hause in Deutschland gedanklich begleiten. Die Bayern-Fans, aber auch viele Fußball-Freunde, die uns sonst vielleicht eher neutral sehen." Bayern-Fans und Neutrale also – die anderen nicht.

Klubfußball vs. Nationalmannschaft

Kurz zur Klarstellung: Die WM beginnt erst in drei Wochen. Die Champions League aber ist Klubfußball. Haben die Millionen Engländer ihr Land verraten, die den Bayern-Sieg über Manchester United bejubelten? Was ist mit den Juventus-Fans, die am Samstag nichts mehr fürchten als einen Sieg von Inter Mailand? Alles keine Italiener?

Offen gezeigte Antipathie

Oder Spanien erst. Da haben in Madrid nicht nur ein paar Fans heimlich auf dem Sofa gejubelt, als Barcelona gegen Inter ausgeschieden ist. Da haben die großen Sportzeitungen der Hauptstadt mit ihren Millionen Lesern die Freude gleich von den Titelseiten geschrien. Dem Inter-Coach José Mourinho hat das Ganze offenbar sogar einen neuen Job beschert – er bekommt vor allem deshalb den Madrider Trainerposten, weil er Barça geschlagen hat. Und man darf davon ausgehen, dass der heimische Teil des Publikums am Samstag Inter anfeuern wird – schon aus purer Dankbarkeit, einen Auftritt von Barça erspart bekommen zu haben.

Brauchen keinen vierten Champions-League-Platz

Und was das Argument mit dem vierten Champions-League-Platz angeht: Jetzt mal halblang. Außer den Bayern gurken alle deutschen Mannschaften immer durch die Vorrunde, dass es kaum mit anzusehen ist. Wenn es gut läuft, schaffen sie in ihrer Vorrundengruppe den dritten Platz und damit den Einzug in den UEFA Cup. Dann können sie auch gleich da anfangen.

 Mein Vorschlag für den Samstag also: Bayern-Fans, auch die heimlichen: Bekennt Euch! Alle anderen: Macht euch locker. Ihr dürft ruhig für Inter sein.

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