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Louis van Gaal geht mit Bayern-Spielern hart ins Gericht

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FC Bayern München - Champions League  

Van Gaal: "Wir waren nicht gut genug"

23.05.2010, 08:21 Uhr | t-online.de, t-online.de

Aus Madrid berichtet Thomas Tamberg

Es war schon 2 Uhr nachts, als Louis van Gaal auf dem Festbankett des FC Bayern München überraschend auf die Bühne ging und zum Mikrophon griff. "Ich will meine Gefühle mit Ihnen teilen“, sagte der 58-Jährige zu den rund 1000 Gästen. Vor wenigen Stunden war der Traum vom Triple für den deutschen Meister und Pokalsieger geplatzt. Mit 0:2 verlor der FC Bayern gegen Inter Mailand durch die beiden Treffer von Diego Milito. 3D-Video: Die Milito-Treffer. Nach 1964 und 1965 konnte sich Inter somit nach 45-jähriger Leidenszeit zum dritten Mal die europäische Krone im Klub-Fußball aufsetzen.

Bayern nicht in Feierlaune

"Wenn wir in besserer Verfassung gewesen wären, hätten wir gewinnen können", ging van Gaal mit seinen Spielern hart ins Gericht. "Wir waren nicht gut genug, um unser Spiel zu spielen. Darum können wir heute nicht so feiern", so der Coach weiter. Zwar waren sich alle einig, dass der Gegner verdient gewonnen hat, doch das lag nicht unbedingt an der Stärke von Inter, sondern an ein paar Unzulänglichkeiten seitens des FC Bayern. Umso größer war die Enttäuschung beim Trainer und den Spielern. Video: Die Höhepunkte des Bayern-Banketts

Van Bommel: "So viele Chancen bekomme ich nicht mehr"

Die Schlüsselszene war schnell ausgemacht. Hätte Thomas Müller Sekunden nach Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte frei vor dem Tor aus zehn Metern nicht die Beine von Inter-Keeper Júlio Cesar getroffen, sondern zum Ausgleich eingenetzt, wer weiß, welchen Verlauf die Partie genommen hätte. "Da kann er sich die Ecke aussuchen", sagte van Gaal. Doch Müller scheiterte. "Es sind Details, die über Sieg und Niederlage entscheiden", sagte Mark van Bommel nach der Partie. "Die ganze Saison über macht Thomas diese Chancen rein und heute leider nicht. Das ist aber kein Vorwurf an den Jungen." Noch nie zuvor erlebten die wartenden Journalisten einen Kapitän, der so leer, so sauer und auch ein bisschen gebrochen war. "Ich bin 33 Jahre alt, so viele Chancen bekomme ich nicht mehr", erklärte der Niederländer, warum ihn diese Pleite so getroffen hat. Zumal er auch zugab, dass es gegen die Italiener "zu wenig war. Wenn man ein Finale gewinnen will, dann muss man top sein. Und wir waren nicht top."

Demichelis und von Buyten schwächeln

Zwar hatte der FC Bayern mit 67 Prozent Ballbesitz und 21 Schussversuchen im Vergleich zu Inters elf Schüssen wieder einmal eine eindrucksvolle Bilanz, doch das war am Ende ein Muster ohne Wert. "Nicht die bessere Mannschaft hat gewonnen, sondern die reifere", analysierte Philipp Lahm. "Wir haben es nicht geschafft eine Leistung abzurufen, wie in den vergangenen Wochen." Das traf vor allem auf die beiden Innenverteidiger Martin Demichelis und Daniel von Buyten zu. Insbesondere der belgische Hüne wurde von Miltio ein ums andere Mal nass gemacht, so wie beim Treffer zum 2:0. "Das war der Todesstoß", bilanzierte Sportdirektor Christian Nerlinger. "Die vergebene Chance in der 46. Minute war für mich ein bitterer Moment. Das ist auch ein Grund, warum es mir jetzt nicht so gut geht", haderte indes Müller mit sich selbst.

Rummenigge hat Mitleid mit den Spielern

Es spricht für den Charakter der Bayern-Spieler, dass sie so hart mit sich selbst ins Gericht gehen. "Ich habe, obwohl man das gar nicht so sagen darf, ein bisschen Mitleid mit der Mannschaft. Die Burschen sehen so traurig aus", versuchte Karl-Heinz Rummenigge bei seiner Bankettrede Trost zu spenden. Überhaupt zeigte sich der Vereinsboss keineswegs allzu enttäuscht. "Wenn der Gegner ein bisschen besser ist, muss man die Niederlage eingestehen. Und Inter war ein bisschen besser“, sagte Rummenigge und lobte erneut das Team. "Ich bin stolz auf die Mannschaft und den Trainer. Lieber Louis ich möchte mich im Namen des gesamten Klubs bei dir bedanken." Solche Worte hört man selten von dem ehemaligen Weltklasse-Stürmer.

Hoeneß: "Lassen uns die Saison nicht mehr schlecht reden"

"Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir uns diese Saison nicht mehr schlecht reden lassen und dann sollten wir nach der Niederlage auch nicht damit beginnen", nahm auch Klub-Präsident Uli Hoeneß im Gegensatz zum Trainer und den Spielern die Niederlage nicht allzu schwer. Schließlich hatte man sich vor Saisonbeginn nicht in den kühnsten Träumen ausgemalt, am Ende im Finale zu stehen. Trost für den verhinderten Torschützen Müller hatte Hoeneß dann auch parat. "Was soll man dem Thomas Müller sagen. Er hat als junger Mann eine unglaubliche Saison gespielt. Er soll sich jetzt nicht grämen."

Kampfansage an Mourinho

Je länger das Festbankett dauerte, desto häufiger sah man die Bayern-Spieler auch wieder lachen. Bei Rindfleisch auf Melonencreme und Tournedos vom Kalb mit frischem Gemüse sowie dem ein oder anderen Bier löste sich allmählich die Enttäuschung bei Spielern und Trainer. "Unser Stil ist der schwierigste Spielstil, den es gibt. Angreifen ist schwerer als verteidigen. Das haben wir heute wieder gesehen", konnte sich van Gaal sogar einen kleinen Seitenhieb Richtung José Mourinho nicht verkneifen und schickte eine Kampfansage gleich hinterher. "Wir werden alles dafür tun, dass wir noch etwas gewinnen werden.

Van Gaal: "Wir haben die beste Busfahrerin"

Ganz am Schluss hatte das verhinderte Feierbiest van Gaal dann doch noch die Lacher auf seiner Seite. Als sich der Trainer bei seinen Mitarbeitern bedankte, rief er auf seine ganz spezielle Art ins Mikrophon: "Wir haben die beste Busfahrerin Europas." Na also! Den Titel holen sie dann eben nächstes Jahr.

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