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Sir Alex Ferguson: Legende, Angstmacher, Vaterfigur

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Sir Alex: der "geborene Gewinner"

25.04.2011, 15:30 Uhr | sid

Sir Alex Ferguson: Legende, Angstmacher, Vaterfigur. Trainer-Legende Alex Ferguson: "Es gibt keinen Besseren." (Foto: imago)

Trainer-Legende Alex Ferguson: "Es gibt keinen Besseren." (Foto: imago)

Sir Alex Ferguson ist Manchester United. Die lebende Legende, Angstmacher, Vaterfigur und Siegertyp in einer Person, wird gegen den FC Schalke 04 zum 174. Mal in einem Spiel der Champions League als Teammanager an der Seitenlinie stehen.

Manuel Neuer war sieben Monate alt, als Alexander Chapman Ferguson das Regiment bei Manchester United übernahm. Damals, am 6. November 1986, lag der einst große englische Fußball-Klub am Boden. Deshalb wollten die Bosse niemand anderen als diesen knorrigen Schotten, der weiß, wie man einem Haufen satter Millionäre die Flausen austreibt. Genau genommen hat der heute 69-Jährige nie etwas anderes getan, seit er Teams managt. "Ich hatte noch nie vor jemandem Angst, aber er war ein angsteinflößender Bastard! Alles war auf seine Ziele ausgerichtet. Zeit spielte für ihn keine Rolle. Er trug nie eine Uhr. Er blieb einfach immer so lange, bis er bekam, was er wollte", sagt Bobby McCulley. Er war Stürmer des schottischen Viertligisten FC East Stirlingshire, als Ferguson dort 1974 seine Trainerkarriere begann.

Auf dem Weg zum zwölften Meistertitel

Seit jenen Tagen hat Sir Alex, 1999 nach dem legendären 2:1-Sieg im Finale der Champions League gegen Bayern München von der Queen zum Ritter geschlagen, seine Umgangsformen allenfalls leicht verfeinert. Er ist hart zu seinen Spielern und sich selbst, auch wenn es in seltenen Fällen einmal nicht den Anschein hat - wie am vergangenen Samstag. Das Tor von Javier Hernandez zum 1:0-Sieg gegen den FC Everton bejubelte Ferguson wie ein kleines Kind, nach dem Abpfiff herzte er die Spieler, als wären es seine Söhne.

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Denn er wusste, dass der Sieg in doppelter Hinsicht Gold wert war. Die 19. Meisterschaft der Vereinsgeschichte - es wäre Fergusons zwölfte - ist dem Klub kaum noch zu nehmen. Und sie wäre eine ganz besondere, denn sie würde United zum alleinigen englischen Rekordmeister erheben und damit "Fergies" Lebenswerk krönen. Außerdem war es das richtige Zeichen an die Adresse des FC Schalke 04, der am Dienstag Gegner im Halbfinal-Hinspiel der Champions League ist. (ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker)

Schmeichel: "Es gibt Tausende bessere Trainer. Aber Management?"

Mit unglaublicher Disziplin hat Ferguson in seiner Karriere mehr als 40 Titel gesammelt, allein mit Man United waren es 35. "Fergie geht so aggressiv vor, dass Probleme in dem Moment verschwinden, in dem sie auftauchen", sagt Peter Schmeichel. Der Däne, der 1999 gegen die Bayern das Tor der Red Devils hütete, schickte eine verblüffende Einschätzung hinterher: "Coaching ist nicht seine Stärke. Es gibt Tausende bessere Trainer. Aber Management? Der Umgang mit Männern? Es gibt keinen Besseren!"

Ferguson hängt auf der Insel der Spitzname "Hairdryer", Föhn, nach, weil er seine Spieler mitunter aus nächster Nähe anschreit. "Damit kann er die Haare eines ganzen Bataillons trocknen", sagt Uniteds Rekordspieler Ryan Giggs. Auch ein Herzschrittmacher, den Ferguson seit sieben Jahren trägt, zügelte das Temperament nicht. Warum ihn seine Spieler häufig trotzdem wie einen Vater verehren, begründet Abwehrspieler Patrice Evra: "Er liebt den Kontakt zu uns und beschützt uns, aber er verlangt Respekt vor dem Trikot von Manchester United. Wenn du deinen Job richtig machst, ist er ein liebenswürdiger Mensch." Und ansonsten kann er ziemlich ruppig werden, wie Superstar David Beckham einst schmerzhaft erfahren musste. Nach einer Pokalniederlage kickte ihm sein Trainer vor lauter Wut einen herumliegenden Fußballschuh an den Kopf, die Platzwunde über dem linken Auge musste genäht werden.

"Entweder haben wir Fußball gespielt oder uns geprügelt"

Woher er sein Temperament hat, weiß Ferguson selbst nicht. Sein Vater Alex, Helfer in einer Schiffswerft in Glasgow, sei ein schweigsamer, hart arbeitender Mann gewesen, "der ständig Bücher gelesen hat". Seine Mutter Elizabeth habe den Haushalt geschmissen. "Es ist schwer, darin einen Teil von mir zu entdecken", sagt Ferguson. Er selbst, geboren am Silvestertag 1941 im Glasgower Arbeiterviertel Govan, ging durch die harte Schule. "Entweder haben wir Fußball gespielt, oder wir haben uns geprügelt."

Trotzdem habe er Werte vorgelebt bekommen, die man auch als Trainer weitergeben könne. Heute verehren ihn seine Fans, und die Feinde achten ihn. Sir Bobby Charlton, Weltmeister von 1966 und Ferguson wohlgesinnt, sagt: "Er ist ein geborener Gewinner, der zweite Platz ist für ihn niemals genug. Auf dem höchsten Level gibt es niemanden, der ihm das Wasser reichen kann." Arsene Wenger, Teammanager des FC Arsenal, Fußball-Philosoph und einer der größten Kritiker Fergusons, sagt: "Unabhängig von unseren Differenzen: Was er erreicht hat, ist einfach fantastisch." Denn heute ist United wieder ganz groß.


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