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BVB blamiert sich in Marseille

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BVB blamiert sich in Marseille

28.09.2011, 21:58 Uhr | dpa

. Mats Hummels hatte gegen Loic Remy meistens das Nachsehen. (Quelle: dapd)

Mats Hummels hatte gegen Loic Remy meistens das Nachsehen. (Quelle: dapd)

Peinliche Defensivpatzer, klägliche Chancenverwertung - Borussia Dortmund hat auf der großen Champions League-Bühne jede Menge Lehrgeld bezahlt. Der Deutsche Meister verlor 0:3 (0:1) bei Olympique Marseille und steht damit vor dem nächsten Auswärtsspiel am 19. Oktober bei Olympiakos Piräus bereits unter großem Druck. Vor 26.142 Zuschauern im Stade Vélodrome trafen André Ayew (20., 69./Foulelfmeter) und Loic Remy (62.) für die effektiveren Franzosen, die Ayew durch Gelb-Rote Karte verloren. Nach dem dürftigem Saisonstart in der Liga mit bereits drei Niederlagen bleibt der BVB in der Gruppe F vorerst auf einem Pünktchen sitzen.

15 Tage nach dem 1:1 im Heimspiel gegen den FC Arsenal tönte Dortmunds Coach Jürgen Klopp unmittelbar vor dem Anpfiff: "Wer uns schlagen will, muss über sich hinauswachsen." Mit der Rückkehr der wiedergenesenen Nationalspieler Sven Bender und Marcel Schmelzer versprach er sich mehr Stabilität in der Defensive. Der ausgeruhte Kevin Großkreutz, für den zuletzt starken Ivan Perisic dabei, sollte über die linke Seite Dampf machen. Klopps Plan ging allerdings nicht auf. Das junge BVB-Team - mit einer Erfahrung von nur 23 Champions League-Spielen - begann zerfahren und brachte sich mit einer ungewöhnlich hohen Fehlpassquote im Spielaufbau unnötig unter Druck.

Subotic patzt vorm 0:1

Die überraschend defensiven Gastgeber taten relativ wenig fürs Spiel, hatten aber bei einem Kopfball von Souleymane Diawara (9.) die erste Möglichkeit. Die Dortmunder hatten dank gewohnt großer Laufbereitschaft zwar über weite Strecken der ersten Hälfte gefühlt mehr Ballbesitz, waren bei ihren Angriffen aber zu berechenbar. Shinji Kagawa und Robert Lewandowski blieben weit unter Normalform, zwingende Torchancen basierten meist auf Einzelaktionen. So scheiterte Jungstar Mario Götze in der 19. Minute nach technisch hochwertiger Feinarbeit in aussichtsreicher Position an Torhüter Steve Mandanda.

Im Gegenzug fiel die Führung für den Tabellen-13. der Ligue 1. Wie bereits beim entscheidenden 1:2 in Hannover rutschte Innenverteidiger Neven Subotic vor dem eigenen Strafraum aus, Ayew hämmerte den Querpass von Remy aus 17 Metern ins Netz. OM-Trainer Didier Deschamps, als Spieler Welt- und Europameister, dazu zweimal Champions League-Sieger, ballte auf der Bank die Faust. In der 36. Minute erlebte er fast eine Kopie des 1:0, als Ayews Schuss aus halblinker Position nur mit viel Mühe von Torhüter Roman Weidenfeller pariert wurde.

Hummels und Kehl verschulden weitere Gegentreffer

"Wir haben mehr Ballbesitz, laufen mehr, aber liegen hinten. Wir sind zu nervös und haben einfache Ballverluste. Insgesamt muss sich unser Spiel ändern", analysierte BVB-Sportdirektor Michael Zorc in der Pause. Und die Borussia kam auch mit wesentlich mehr Druck und Dringlichkeit aus der Kabine. Nach einer guten Gelegenheit von Lucho Gonzalez (48.) vergab erneut Götze gleich zweimal den Ausgleich. In der 50. Minute traf der 19-Jährige nur den Innenpfosten, 60 Sekunden später konnte er Mandanda erneut nicht überwinden.

Und dann kam's für den BVB im 175. Europacup-Spiel der Vereinsgeschichte knüppeldick. Ohne jegliche Bedrängnis köpfte Nationalspieler Mats Hummels in den Lauf von Remy und der erhöhte auf 2:0 (62.). Nach einem Foul von Kapitän Sebastian Kehl an Remy pfiff der schwedische Schiedsrichter Jonas Eriksson zurecht Elfmeter - Ayew (69.) setzte im Duell der beiden ehemaligen Champions League-Sieger mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt. Der Latten-Kopfball des eingewechselten Lucas Barrios (88.) passte zur allgemeinen Dortmunder Tristesse.

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