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Der BVB ist noch nicht reif für Europa

29.09.2011, 12:27 Uhr | t-online.de

BVB ist noch nicht reif für Europa. Schlechte Laune in Marseille: Jürgen Klopp beschönigt nichts. (Quelle: Reuters)

Schlechte Laune in Marseille: Jürgen Klopp beschönigt nichts. (Quelle: Reuters)

Aus Marseille berichtet Patrick Brandenburg

Es war ein Ausrutscher mit Symbolkraft. Als Neven Subotic in der 20. Minute den Boden unter den Füßen verlor und so den Weg zu Olympique Marseilles Führungstreffer durch André Ayew ebnete, war das für Borussia Dortmund der Anfang vom Ende. Mit 0:3 ging der Deutsche Meister schließlich im Stade Velodrom unter und verlor dadurch nicht nur drei Punkte, sondern viel Renommee und vielleicht die Hoffnung, im Frühjahr noch in der Champions League vertreten zu sein. (Video: Dortmund zahlt Lehrgeld: Marseille schießt BVB ab)

Das Vertrauen ins eigene Können ist jedenfalls angekratzt bei den Westfalen, der Zustand mit dem Begriff Ergebniskrise nicht weiter zu verniedlichen. "Das war ein richtiger Scheißabend", sagte Trainer Jürgen Klopp nach der Demütigung durch OM und urteilte erstmals harsch: "Wir haben haarsträubende Fehler gemacht." Gemeint war vor allem seine Abwehr.

Subotic wackelt und steckt die Nebenleute an

Denn teilweise agierte die Viererkette unfassbar naiv und alles andere als reif für die große Bühne. Dabei hatte diese in exakt gleicher Besetzung in der vergangenen Spielzeit noch felsenfest gestanden und mit nur 22 Gegentoren fast einen Bundesliga-Rekord aufgestellt. Beim 2:0 durch Loic Remy und vor Ayews 3:0 durch einen Foulelfmeter stellte sich die Defensive blöd an und musste sich Vorwürfe gefallen lassen: "Auch wir dürfen Bälle aufs Tribünendach feuern", kritisierte Klopp.

Statt einfach mal rustikal zu klären, probierten Mats Hummels und Co. die vermeintlich elegante Lösung. Sie wurden dafür hart bestraft von einer Marseiller Mannschaft, die in der französischen Liga nur biederes Mittelmaß ist, in der Champions League aber mit fünf Punkten Vorsprung vor Arsenal (4) und Dortmund (1) souveräner Spitzenreiter. Mit bereits vier Gegentoren in Europa und sieben in der Bundesliga scheint der Deutsche Meister seiner größten Stärke beraubt. Subotic gibt schon seit längerem das Gesicht der BVB-Krise.

Hummels gibt die Einmann-Büffelherde

In der Bundesliga unterliefen dem serbischen Innenverteidiger bei den Pleiten gegen Hertha und Hannover schwere Patzer. Nun bestätigte er in der Königsklasse den schlechten Eindruck, auch wenn der Ausrutscher unglücklich war und Außenverteidiger Lukasz Piszczek eine Mitschuld traf. Aber auch davor und danach ging Subotic mehrfach zu zögerlich zu Werke. Hummels wiederum scheint das mittlerweile anzustecken. Dem sonst so sicheren Nationalspieler missrieten ungewöhnlich viele Anspiele. Mit einem katastrophalen Kopfball ermöglichte er Remy den K.-o.-Schlag, als der BVB gerade wieder zurück ins Spiel fand. Außerdem spielte Hummels wenig positionstreu. Wie Lucio in schlimmsten Zeiten fackelte er einige Male nach vorne, anstatt sich auf die Abwehr zu konzentrieren.

Kagawa, Großkreutz und Co. kommen nicht in Fahrt

Der BVB 2011 hat seine Balance verloren. Denn auch die Offensive kann nicht länger für Versäumnisse in der Abwehr herhalten. Erzwang der romantisch-stürmische BVB-Fußball in der vergangenen Saison im Zweifelsfall ein Tor mehr als er kassierte, ist das erfolgreiche Spiel nach vorne inzwischen lahmgelegt. Auch wenn Dortmunds Spiel weiter schön anzuschauen ist - nur zehn Tore aus neun Spielen der beiden Wettbewerbe sind ein Armutszeugnis. Shinji Kagawa etwa war erneut nicht in der Lage, Impulse zu geben und agierte vorm Tor zu verspielt. So wie vor dem 2:0: Statt nach Hummels‘ tollem Pass aus acht Metern volley abzuziehen, blieb der Japaner mit einem überflüssigen Haken hängen und leitete so den fatalen Konter ein. Kevin Großkreutz, überraschend wieder statt Mainz-Torschütze Ivan Perisic in der Startelf, brachte auch wenig. 

Lewandowski nur ein laues Lüftchen

Sturmspitze Robert Lewandowski blieb erneut den Nachweis schuldig, ein vollwertiger Ersatz für Lucas Barrios zu sein. Zwar ist der Pole von guten Vorlagen abhängig und teilweise entschuldigt. Aber welchen Unterschied ein Angreifer machen kann, zeigte Lucas Barrios in den wenigen Minuten, die er als Joker auf dem Platz war und mit einem Lattentreffer nur knapp scheiterte. Die BVB-Fans warten sehnsüchtig darauf, dass der "Panther" endlich wieder fit ist für die Startelf. Trainer Klopp dürfte mittlerweile von schnörkellos erzielten, dreckigen Abstauber-Toren träumen - oder davon, nach Bekanntwerden von Barrios‘ Verletzungsgrad doch noch einen Cissé nachgekauft zu haben.

Götze schießt Marseilles Torhüter warm

Trotzdem erarbeitete sich der BVB wieder seine üblichen Großchancen, auf die der Klub immer verweist - inzwischen zunehmend verzweifelt als stolz. Diesmal war Shooting Star Mario Götze der tragische Held bei Schwarz-Gelb. Zwei Mal hätte der agile Offensivspieler sein Team früh in Führung bringen können (8., 18.), zwei Mal hatte er das 1:1 auf dem Fuß (50., 51.), das die Partie hätte kippen können. Aber entweder scheiterte Götze am Pfosten oder an Marseilles Keeper Steve Mandanda. "Er war heute ein herausragend guter Torwart", lobte Klopp später und lenkte vom eigentlichen Problem ab. Denn wenn regelmäßig der gegnerische Keeper der beste Mann auf dem Platz ist (wie in der Liga jüngst Leno, Kraft, Zieler und Müller) läuft im eigenen Team etwas grundverkehrt.

"Kategorie extremes Lehrgeld"

Daher muss die junge Mannschaft nun in aller Eile lernen, wofür eigentlich viel mehr Zeit benötigt würde: Unter größtem Druck Ergebnisse zu erzielen. "Schon in Piräus wird zu sehen sein, dass wir die richtigen Schlüsse aus dieser Niederlage gezogen haben", kündigt Klopp etwas sauertöpfisch an, kurz nachdem er die Partie in die "Kategorie extremes Lehrgeld" eingeordnet hatte. Für einen Lerneffekt könnte es allerdings schon zu spät sein. Olympique und Arsenal haben es nun selbst in der Hand, mit je zwei weiteren Heimsiegen ins Achtelfinale einzuziehen. Zurzeit klingt es daher wie Trotz, wenn der BVB-Trainer vorrechnet: "Die Gruppenphase ist noch nicht gelaufen. Es werden noch zwölf Punkte vergeben." Der BVB-Fußball scheint für Europa noch nicht bereit.

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