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FC Bayern München: Laser-Attacke auf Mario Gomez und Messerstecherei

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Der FC Bayern erlebt ein verrücktes Match in Neapel

19.10.2011, 06:44 Uhr | t-online.de

FC Bayern München: Laser-Attacke auf Mario Gomez und Messerstecherei. Mario Gomez tritt zum Elfmeter an. Zuvor wurde er von Laserpointern geblendet. (Foto: dpa)

Mario Gomez tritt zum Elfmeter an. Zuvor wurde er von Laserpointern geblendet. (Foto: dpa)

Aus Neapel berichtet Thomas Tamberg

Bereits 90 Minuten vor Anpfiff der Partie war das altehrwürdige Stadion San Paolo in Neapel fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit heißen Herzen fieberten die 60.000 Zuschauer lautstark dem Anpfiff entgegen. Doch beinahe hätten sich die Tifosi am Rauch der zahlreichen bengalischen Feuer verschluckt. In einem hitzigen Duell trennten sich der SSC Neapel und der FC Bayern München am dritten Spieltag der Champions League mit 1:1 (1:1). Eine Messerstecherei am Vortag und ein Laser-Angriff auf Mario Gomez trüben jedoch ein wenig das Bild von den sympathischen Gastgebern, die beim Thema Fußball jegliche Rationalität an der Stadionkasse abzugeben scheinen.

Es war die Szene des Spiels. In der 49. Minute deutete der portugiesische Schiedsrichter Olegário Benquerenca auf den Punkt. Handelfmeter für den FC Bayern. Ausgerechnet der zuletzt von Joachim Löw als "Tormaschine“ geadelte Gomez schnappte sich den Ball und scheiterte kläglich an SSC-Keeper Morgan de Sanctis, der die Kugel sogar festhalten konnte. Vor der Ausführung des Strafstoßes richteten Neapel-Fans allerdings drei Laser-Pointer auf das Gesicht des Goalgetters, um ihn beim Schuss zu irritieren.

Nerlinger ist sauer

"Das ist nicht zu akzeptieren und ist eine starke Störung", sagte hinterher Christian Nerlinger. "Grundsätzlich ist es ein Ding der Unmöglichkeit." Nicht nur der Sportdirektor des FC Bayern ärgerte sich über diese Aktion. "Hier passieren Dinge, die sich eigentlich nicht gehören“, sagte auch Bastian Schweinsteiger. Doch der Mittelfeldstratege wollte sich nicht länger darüber aufregen und gab schulterzuckend zu bedenken: "Aber man kann wenig dagegen machen.“

Gomez sucht keine Ausreden

Selbst Unglücksrabe Gomez wollte diese Attacke nicht zum Vorwand nehmen, warum er den Elfmeter nicht versenkt hat. "Ich darf nicht nach Ausreden suchen. Der Laserpointer war da, aber das war nicht der Grund", gab der Stürmer erfrischend selbstkritisch zu. "Die Zeit von der Mittellinie bis zum Elfmeterpunkt war ich entschlossen in die Mitte zu schießen, habe das aber nicht getan, aus welchem Grund auch. Es tut mir leid für die Mannschaft."

Zahlreiche Chancen liegen gelassen

Philipp Lahm nahm seinen Teamkollegen in Schutz. "Wir sollten das Remis nicht an Mario festmachen“, so der Kapitän. Schließlich habe man noch etliche andere Chancen verpasst. "Vom Spielverlauf her haben wir zwei Punkte liegen lassen." Lahms Aussage wird auch durch einen Blick auf die Statistik gestützt. 15 Mal schossen die Bayern Richtung Neapel-Tor, sieben Mal ging der Ball tatsächlich auf den Kasten. Die Gastgeber kamen lediglich zwei Mal zum Abschluss, kein einziger Ball flog aufs Tor von Manuel Neuer.

Die Bayern erwischten zudem einen Traum-Auftakt. Die Rauchschwaden zur Begrüßung der Teams waren noch längst nicht verzogen und die enthusiastischen Fans gerade im Begriff sich in einen kollektiven Rausch zu singen, da stand es bereits 1:0 für den Rekordmeister. Mit dem ersten Angriff des Spiels traf Toni Kroos zur Führung. Exakt 99 Sekunden waren gespielt und der Hexenkessel San Paolo begann sich merklich abzukühlen. Hätte Holger Badstuber nicht kurz vor der Pause mit einem Eigentor für den 1:1 Endstand gesorgt (39.), die starken Bayern wären auch in Neapel als Sieger vom Platz gegangen.

Schwächen im Abschluss

So musste allerdings Neuer nach 1147 Minuten ohne Gegentor erstmals wieder den Ball aus dem Netz holen. "Es war eine Reihe von Fehlern und ich war da auch beteiligt“, erklärte Lahm sein halbherziges Einsteigen gegen Christian Maggio an der Außenlinie, dessen flache Hereingabe Badstuber unfreiwillig ins eigene Tor abfälschte. "Es war eine schwierige Situation für den Holger", stellte sich Neuer vor seinen Mitspieler. "Neapel hatte bis dahin keine einzige Torchance."

Heynckes: "Hätten Sieg verdient gehabt"

Die Bayern führten ihre dominante Spielweise auch in Neapel kompromisslos weiter und unterstrichen einmal mehr, dass sie in dieser Saison ein ernstzunehmender Anwärter auf den Titel sind. "Teilweise haben wir es nicht geschafft den letzten Pass zu spielen. Das ist ärgerlich, daher müssen wir mit dem Punkt leben", zog Schweinsteiger ein treffendes Fazit. "Wir hätten den Sieg verdient gehabt", sagte auch Jupp Heynckes. "Aber auch wir können nicht jede Woche 4:0 oder 7:0 gewinnen."

"Man muss auch mal mit einem Punktgewinn akzeptieren. Unser Ziel war es, nach dem Spiel weiter Tabellenführer zu sein. Das ist uns gelungen. Wir können mit dem Ergebnis leben", zeigte sich auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge keinesfalls enttäuscht. Mit sieben Punkten rangiert man vor den ärgsten Konkurrenten Neapel (5) und Manchester City (4). "Wir haben jetzt zwei Heimspiele (gegen Neapel und Villarreal, Anm. d. Red.) vor der Brust, die sollten wir gewinnen, dann ist der Gruppensieg perfekt", gab Nerlinger noch in den Katakomben von San Paolo die Marschroute vor.

Angriff vom vorbeifahrenden Motorrad

Glück im Unglück hatten zwei Fans des FC Bayern im Vorfeld der Partie. Sie wurden von mehreren Personen angegriffen und mit Messerstichen verletzt. Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Demnach ereignete sich der Vorfall am Montagabend. Laut Augenzeugen fuhren zwei Motorradfahrer in der Innenstadt Neapels an den beiden Männern vorbei und stachen ihnen in den Rücken. Die Bayern-Fans im Alter von 42 und 47 Jahren hätten aber nur leichte Verletzungen an der Schulter davongetragen und das Krankenhaus bereits wieder verlassen können.
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