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Champions League: BVB in Piräus - der Ausflug des Grauens

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Champions League - Borussia Dortmund  

Horrortrip für den BVB

20.10.2011, 06:52 Uhr | t-online.de

Champions League: BVB in Piräus - der Ausflug des Grauens. Jürgen Klopp kann die Leistung seines Teams nicht fassen. (Foto: dpa)

Jürgen Klopp kann die Leistung seines Teams nicht fassen. (Foto: dpa)

Aus Piräus berichtet Patrick Brandenburg

Die letzte Vorahnung, auf welche heikle Geschichte sich Borussia Dortmund samt Anhang mit der Reise nach Athen eingelassen hatte, gab es am Nachmittag vor dem Spiel. Fans und Mitarbeiter des Deutschen Meisters, die in der Nähe des Syntagmaplatzes im Herzen der Metropole untergekommen waren, mussten allergrößte Angst ausstehen. Um sie herum tobte der größte Generalstreik der jüngeren Geschichte Griechenlands, mit zigtausenden empörten Menschen auf den Straßen und einigen Randalierern, die sich Straßenschlachten mit der Polizei lieferten. (Alle Tore im Video: BVB geht in Piräus unter)

"Es war dramatisch“, berichtete BVB-Chef Hans-Joachim Watzke. "Es gab im Hotel die Anweisung, die unteren zwei Etagen dürfen nur mit Gasmaske betreten werden. Tränengas kam durch die Fenster.“ Stundenlang saßen die Leute dort fest. Zum Glück kam niemand zu Schaden, aber einige waren so fertig, dass sie nicht mehr die Nerven für ein Spiel in der Champions League gegen Olympiakos Piräus hatten. Für sie lief die Reise längst unter dem Titel eines schlechten B-Movies oder eines ???-Krimis: "Borussia Dortmund und der Ausflug des Grauens."

Borussia backt nun kleinere Brötchen

Die gleiche Überschrift verdienten sich dann die Profis des Deutschen Meisters für ihren dritten Auftritt in der Champions League, obwohl sie von den dramatischen Ereignissen abgeschirmt waren. Nach dem 1:3-Debakel gegen das bisherige punktlose Schlusslicht der Gruppe F sind die hohen Ziele des BVB in Europa arg zusammengeschmolzen. "Wir müssen jetzt erst einmal versuchen, im Rückspiel gegen Olympiakos Rang drei zurückzuholen. Alle anderen Gedanken erübrigen sich“, sagte Watzke kleinlaut und verabschiedete sich offiziell von der Hoffnung, in der Königsklasse zu überwintern. Auch Trainer Jürgen Klopp ordnete sich und seine Mannschaft eine Nummer kleiner ein: "Unser erstes Ziel ist es, die Qualifikation für die K.-o.-Runde zu schaffen. Gerne auch in der Europa League.“ Das zweite Ziel lautet übrigens, Borussia in Europa würdig zu vertreten.

Abwehr patzt erneut

Beide Ziele scheinen nach nur drei Spielen in der Königsklasse arg ambitioniert. Dem BVB bleibt nur noch die vage Hoffnung, dass wirklich nur unter allergrößtem Druck Diamanten entstehen. Dass liegt zum einen an der miesen Ausbeute von nur einem Punkt. Und zum anderen an der Art und Weise der jüngsten Niederlage. Wie schon beim 0:3-Debakel in Marseille zerbröselte die Abwehr nun auch gegen Piräus wie weicher Feta in der geballten Faust eines griechischen Streikführers. Jeder einzelne Spieler der Viererkette hatte seinen Anteil an den haarsträubenden Fehlern, die zu den Gegentoren führten. Mats Hummels tauchte beim 0:1 durch Jose Holebas unter dem Ball durch, während Marcel Schmelzer komplett falsch stand. Neven Subotic hatte erneut falsch gewachst und lag in der Horizontalen, als ihn Rafik Djebbour beim 2:1 vernaschte. Beim 3:1 durch Francois Modesto nach einer Standardsituation sah die Innenverteidigung komplett schlecht aus. Auch Lukasz Piszczek trug auf der rechten Seite nicht wesentlich zur Stabilität bei. Diese Verteidigung, die in der vergangenen Saison mit nur 21 Gegentoren den Bundesliga-Rekord einstellte, lässt längst keinen Gegner mehr verzweifeln und steht mit sieben kassierten Treffern in der Königsklasse ziemlich blank da. Ob das wirklich nur Konzentrationsschwächen sind, wie Klopp hinterher bemängelte?

"Talentiert, aber erfolglos"

Dass der BVB andererseits erneut allerbeste Torchancen ausließ und sich so selbst einer besseren Ausgangslage beraubte, muss eigentlich nicht erwähnt werden. Das ist längst BVB-Folklore. Nur Robert Lewandowski beim zwischenzeitlichen Ausgleich zeigte sich mal wieder treffsicher. Shinji Kagawa dagegen hätte drei Treffer erzielen müssen im noch ordentlichen Durchgang eins. Auch Ivan Perisic, Mario Götze und der eingewechselte Kuba mit der einzigen Dortmunder Chance der zweiten Hälfte gingen traditionell fahrlässig mit ihren Großchancen um. Bei ihrem Trainer dürften sie damit inzwischen eine kritische Toleranzgrenze erreicht haben. Klopp: "Es ist ehrlich gesagt sehr unangenehm, immer als talentiert, aber erfolglos, bezeichnet zu werden.“

Erfolglos und untalentiert

Diese Sorgen der Wahrnehmung lösten sich im zweiten Durchgang auf, aber auch das wird Klopp nicht beruhigen. Denn da war seine Mannschaft gleichzeitig erfolglos und untalentiert. Ohne Feuer ergab sich Dortmund in die Niederlage und ließ sich vom hungrigen Außenseiter, dem ebenfalls höchstes europäisches Format fehlt, den Schneid abkaufen. Vom Sportdirektor setzte es dafür sogar erstmals öffentlich Kritik: "Das Auftreten in der zweiten Halbzeit ist für mich sehr enttäuschend. Piräus wirkte in den Zweikämpfen galliger als wir“, sagte Michael Zorc.

Während sich die desillusionierten Deutschen Meister mit langen Gesichtern in die Nacht verabschiedeten, lichtete sich zehn Kilometer nördlich am Syntagmaplatz, dem Sitz des griechischen Parlaments und dem Auge des Streikorkans, im wahrsten Sinne des Wortes der Nebel dieses unglaublichen Tages. Zerbrochene Scheiben, zu Wurfgeschossen zerbröselte Mamortreppen und immer noch - nachts um eins - mit Tränengas geschwängerte Luft, die das Atmen zur Qual machte. Kein Borusse wird diesen Ausflug des Grauens wohl je in seinem Fan-Leben vergessen.

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