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Bayer Leverkusen schockt FC Chelsea

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Leverkusen jubelt in der Nachspielzeit

24.11.2011, 07:38 Uhr | dpa, t-online.de

Bayer Leverkusen schockt FC Chelsea .  (Quelle: dapd)

Torschütze gegen den FC Chelsea: Leverkusens Eren Derdiyok (l.) jubelt mit Stefan Kießling. (Quelle: dapd)

Aus Leverkusen berichtet Marc L. Merten.

Im 100. Europa-Cup-Spiel von Michael Ballack hat Bayer Leverkusen einen großen Coup gelandet und sich für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert. Die Werkself besiegte den FC Chelsea in allerletzter Minute mit 2:1 (0:0) und schockte damit die Multimillionen-Truppe aus der Premier League, die durch Didier Drogba in Führung gegangen war (48.).

Dank der Tore von Eren Derdiyok (73.) und Manuel Friedrich (90.+1) steht Bayer nun mit neun Punkten an der Spitze der Gruppe E und kann nur noch auf den zweiten Platz verdrängt werden.

Auch bei Genk-Niederlage weiter

In der letzten Partie am 6. Dezember beim belgischen Meister KRC Genk könnte sich die Werkself sogar eine Niederlage erlauben. Denn Chelsea und der FC Valencia, die am letzten Spieltag gegeneinander spielen, könnten nach Punkten höchstens noch zu Leverkusen aufschließen. Bei Punktgleichheit zählt die höhere Punktzahl aus den Gruppenspielen der betreffenden Mannschaften. Und da liegt Bayer mit sechs Zählern uneinholbar vorne.

Ballack trifft per Kopf nur die Latte

Die Rheinländer begannen vor 29.285 Zuschauern äußerst motiviert, attackierten die Londoner schon am gegnerischen Strafraum und erzwangen so immer wieder Ballgewinne. Die Dutt-Elf, bei der Andre Schürrle nach überstandener Grippe zumindest wieder auf der Bank saß, hatte mehr deutlich vom Spiel, ließ vor dem Tor aber die letzte Konsequenz vermissen. Noch mehr galt das allerdings für die Gäste, die in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht stattfanden.

Umso erstaunlicher war, dass Leverkusen nach 20 Minuten die anfängliche Aggressivität verloren ging. Heraus kam ein zeitweise uninspiriertes Spiel, das erst durch die erste starke Szene des Jubilars wieder Schwung erhielt. Nach einer Ecke von Gonzalo Castro stieg Ballack am Fünfmeterraum hoch, traf mit seinem Kopfball aber nur die Latte (33.). Fünf Minuten später war dann auch Chelsea im Spiel, Drogba umkurvte Keeper Bernd Leno, schaffte es aber aus zu spitzem Winkel nicht mehr, den Ball im Tor unterzubringen.

Leverkusen bringt sich selbst aus dem Konzept

In dieser Phase begann Leverkusen, sich immer häufiger mit dem Schiedsrichter zu beschäftigen und ließ mehrfach die Gegenspieler außer Acht. Chelsea kam so mehrfach gefährlich in Tornähe, während besonders Ballack als Wortführer mit dem ungarischen Referee Viktor Kassai haderte. Doch weder Juan Mata noch Frank Lampard oder Daniel Sturridge konnten die sich bietenden Chancen nutzen. So ging es torlos in die Kabine.

Das änderte sich nach der Pause schnell. Drogba schockte nur drei Minuten nach dem Seitenwechsel Leverkusen mit dem 0:1. Er hatte den Ball gut im Strafraum behauptet und dann überlegt ins lange Eck geschoben. So bitter das Tor für die Elf von Robin Dutt war, so gut tat es dem Spiel. Fortan war Feuer drin, und auch Bayer erarbeitete sich endlich Großchancen. Doch Ballack scheiterte zunächst mit einem spektakulären Fallrückzieher und dann nach der anschließenden Ecke völlig freistehend aus vier Metern am grandios reagierenden Petr Cech (59). Nur eine Minute später hatte Stefan Kießling den Ausgleich auf dem Kopf, erneut war Cech zur Stelle.

Friedrich trifft per Kopf zur Sensation

Dutt riskierte alles, brachte Schürrle für Rechtsverteidiger Daniel Schwaab und schickte sein Team in den Angriff. Gefährliche Konter wie den durch Sturridge in der 63. Minute nahm er somit in Kauf und legte in der 71. Minute sogar noch einen drauf:Derdiyok kam für den zweiten Außenverteidiger Michal Kadlec. Mehr Offensive ging nicht. Doch Dutt wurde belohnt. Nach einem tollen Konter über Sidney Sam traf ausgerechnet Derdiyok nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung per Kopf ins leere Tor (73.). Vollends kochtee das Stadion allerdings in der Nachspielzeit, als sich alle schon auf ein Unentschieden eingestellt hatten. Friedrich sorgte mit seinem Kopfballtor für den nicht mehr für möglich gehaltenen Coup.

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